Reinheimer Hügelland

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Das Reinheimer Hügelland bezeichnet eine größtenteils waldfreie Hügellandschaft, die naturräumlich zum Rhein-Main-Tiefland gehört und die Haupteinheit 231 darstellt.

Das Reinheimer Hügelland erstreckt sich von Roßdorf Richtung Süden über Reinheim bis nach Brensbach und von dort aus über Otzberg und Groß-Umstadt nordwärts bis nach Schaafheim. Der durchschnittliche Höhenbereich liegt zwischen 140 und 280 m ü. NHN. Der Naturraum wird in vier Untereinheiten gegliedert und grenzt im Westen an das Messeler Hügelland (Rhein-Main-Tiefland), im Norden an die Untermainebene (Rhein-Main-Tiefland) und im Süden an den Vorderen- und Sandsteinodenwald (Hessisch-Fränkisches Bergland).

Das Reinheimer Hügelland mit Blick auf die Veste Otzberg und das Otzberger Randhügelland.

Es wird fast ausschließlich ackerbaulich genutzt. Im Bereich der Kleinen Bergstraße findet sich Obst- und Weinbau (Odenwälder Weininsel).

Naturräumliche Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Naturraum im Überblick.[1]

(Die untergeordneten Punkte gehören jeweils zu dem übergeordneten Punkt)

  • (zu D53 - Oberrheinisches Tiefland)
    • (zu 23 - Rhein-Main-Tiefland)
      • 231 Reinheimer Hügelland
        • 231.0 Gersprenzgrund (8,99 km²)
        • 231.1 Reinheimer Becken (100,01 km²)
          • 231.11 Roßdorf-Gundernhäuser Senke (16,77 km²)
          • 231.12 Westliche Reinheimer Buckel (33,65 km²)
          • 231.13 Südliche Reinheimer Buckel (15,58 km²)
          • 231.14 Östliche Reinheimer Buckel (32,03 km²)
          • 231.15 Zipfener Rücken (1,98 km²)
        • 231.2 Otzberger Randhügelland (16,36 km²)
        • 231.3 Kleine Bergstraße (38,02 km²)[2]

Geologischer Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Besonders in den Westlichen- und Östlichen Reinheimer Buckeln (231.12, 231.14) ist die Landschaft von zahlreichen Lösshügeln geprägt. Diese sind Flugsanddünen, dessen Sand sich während der letzten Kaltzeit, der sogenannten Weichsel-Kaltzeit vor etwa 10.000 Jahren, ungehindert vom Wind Kilometer weit transportieren ließ, da die Vegetationsdecke noch sehr lückenhaft und in Form einer Tundra war. Die Dünen waren auch in der Lage zu wandern. Diese Eigenschaft kam aber infolge der Wiederbewaldung nach der letzten Kaltzeit schnell zum Erliegen.

Blick von Klein-Zimmern aus auf die Östlichen Reinheimer Buckel mit leichten Dünen und dem Otzberger Randhügelland im Hintergrund.

Im Bereich der Kleinen Bergstraße (231.3) und des Otzberger Randhügellandes (231.2) stößt man auf roten Granit und Teile von Andesit aus dem Karbon, welche als Fundament des ehemaligen Variszischen Gebirges zurückgeblieben sind. Im Bereich des Otzberges (Vulkan) findet sich Basalt (Paläogen-Neogen) und südlicher Buntsandstein (Trias).

In den Südlichen Reinheimer Buckeln (231.13) findet sich im Norden weitgehend Buntsandstein und in kleinen Bereichen Basalt, während sich der Süden verteilt aus Granit, Andesit und Gneisen zusammensetzt.

Die Roßdorf-Gundernhäuser Senke besteht aus Löss, Buntsandstein, Basalt und Rotliegend (Perm).

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Reinheimer Hügelland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Online-Karten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weiterführende Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Robert Yarham: Landschaften Lesen. Die Formen der Erdoberfläche erkennen und verstehen., Haupt Verlag, 2012, ISBN 978-3-258-07695-9. 256 Seiten

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Karte 151 (Region um Darmstadt) auf geographie.giersbeck.de
  2. Umweltatlas Hessen: Karte und Beschreibung

Koordinaten: 49° 50′ 9,21″ N, 8° 51′ 44,42″ O