Reinhold von Rosen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Reinhold von Rosen (1605–1667) im Theatrum Europaeum

Reinhold von Rosen (* 1605; † 8. Dezember 1667 in Dettweiler) war ein baltendeutscher Adeliger, der als Offizier in schwedischen, sächsischen und französischen Diensten Karriere machte. Zuletzt war er Generalleutnant und Kommandant im Elsass.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reinhold von Rosen entstammte dem baltendeutschen Adelsgeschlecht von Rosen. Er war ein Sohn des Otto von Rosen und der Catharina von Klebeck. Er war dreimal vermählt, wobei der Name seiner ersten Ehefrau, mit der er mindestens eine Tochter Katharina Elisabeth hatte, nicht mehr bekannt ist. Diese Tochter war mit dem schwedischen Offizier Georg von Raczin († 1651) verheiratet. In zweiter Ehe vermählte er sich 1637 in Straßburg mit Margarethe von Eppe (1616–1665). Aus dieser Ehe ging wiederum mindestens eine Tochter hervor, welche sich mit Conrad von Rosen vermählte. Seine dritte Ehe, die er anscheinend bereits 1664 mit Justine von Gernitz einging, blieb kinderlos.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reinhold von Rosen als sächsisch-weimarischer Oberbefehlshaber, Stich aus dem 17. Jahrhundert

Seine Laufbahn begann er als Kavallerie-Kornett in schwedischen Diensten, wo er sich bald der Gunst des Königs erfreute. In der für Schweden tragischen Schlacht bei Lützen befehligte er ein Reiterregiment. Am 17. Juli 1635 konnte er die protestantische Stadt Zweibrücken vor der Einnahme durch den katholisch-kaiserlichen General Matthias Gallas verhindern. Danach diente er unter Herzog Bernhard von Sachsen-Weimar, unter dem er 1639 nach der Einnahme von Thann den Oberbefehl über das Weimarische Heer erhielt und mit diesem in französischen Sold wechselte. Er setzte den Kaiserlichen verschiedentlich zu: 1640 erstürmte er die Stadt Homburg vor der Höhe, besiegte ein kaiserliches Aufgebot bei Friedberg und überfiel und besiegte das Kroatenregiment des Obristen Peter von Losy[2] in dessen Quartier in Allendorf. Schließlich besiegte er im Gefecht am Riebelsdorfer Berg, am 15. November 1640, beim nordhessischen Ziegenhain ein kaiserliches Heer unter General Hans Rudolf von Breda, der dabei sein Leben verlor.

1645, nach der Schlacht bei Tuttlingen rettete er sich nach Rottweil wo er den verwundeten Georg Christoph von Taupadel sowie die Leiche des Jean Baptiste Budes de Guébriants und dessen Leibregiment mit sich nahm.

Nach dem Ende des Dreißigjährigen Kriegs übernahm er 1649 den Oberfehl der von Schweden übergetretenen Truppen im französischen Heer. Zuletzt focht er 1650 in der Schlacht bei Rethel. Seit 1652 war Rosen Kommandant und damit Verwaltungschef im Elsass.

Rosen war Gutsherr auf Ninigal bei Fellin in Livland sowie auf Bollweiler und Dettweiler im Elsass, wo er ein Schloss erbauen ließ, schließlich auch Inhaber der Herrschaft Herrenstein bei Straßburg.

Er war zeitlebens Lutheraner.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Astaf von Transehe-Roseneck: Genealogisches Handbuch der livländischen Ritterschaft, Teil 1, 2: Livland, Lfg. 9-15, Bd.: 2, Görlitz, (ca. 1935) S. 1110
  2. Bernd Warlich: Der Dreißigjährige Krieg in Selbstzeugnissen, Chroniken und Berichten. Volkach. (Peter Freiherr von Losy)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • P. Gerber: Herrenstein avec Dettwiller et Dossenheim - Histoire de la Seigneurie de Herrenstein et remarques sur son château. Pays d'Alsace, 1975, S. 91–92.
  • P. Gerber: La famille de Rosen en Alsace et en Franche-Comté. Pays d'Alsace, 1978, S. 103.
  • Club Patrimoine: Dettwiller Rosenwiller. Bachknippe Gèscht un Hit - Tome 1, Mémoire de vies, 2006, ISBN 2-84488-083-5.
  • Bernhard von PotenRosen, Reinhold von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 29, Duncker & Humblot, Leipzig 1889, S. 197–199.