Reinprecht V. von Graben

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Wappen der steirischen Von Graben auf Kornberg, Johann Siebmachersche Wappentafel

Reinprecht V. von Graben zu Kornberg, auch Grabner sowie vom Graben (* auf Schloss Kornberg, genannt zwischen 1456 und 1493[1]) war ein österreichischer Edelmann aus der steirischen Linie der Herren von Graben auf Schloss Kornberg. Er war ein habsburgischer Kämmerer, Verwalter und Heerführer. Als Pfleger (Erz)Herzogs Siegmund von Österreich-Tirol trat er auch im niederösterreichischen Strudengau sowie auf Ehrenberg in Tirol in Erscheinung.[2]

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reinprecht von Graben kommt aufgrund seiner Bezeichnung Von Graben zu Kornberg,[3] sowie der Nennung als ein Bruder von Wolfgang von Graben († vor 1468) auch zeitlich gesehen als ein Sohn des Burggrafen Friedrich II. von Graben und der Elisabeth Steinwald von Fladnitz in Frage. Er war zwei mal verheiratet; zuerst mit Barbara Nothaft zu Wernberg, und hernach mit Margarete/Barbara von Wolfstein.

Reinprecht von Graben trat in die Dienste von Herzog Siegmund von Österreich ein, als dessen Pfleger (auch Burggraf) im Strudengau er 1456 genannt wird. 1458 wurde er auch als Kämmerer von Erzherzog Albrecht VI. von Österreich genannt.[4] Herzog Siegmund forderte Von Graben im Jahre 1464 im Zuge der habsburgischen Erbstreitigkeiten auf, die Veste Struden an Kaiser Friedrich III. abzutreten.[5][6] Als nun kaiserlicher Pfleger im Strudengau wurde Reinprecht im Jahre 1471 zur Einziehung einer kaiserlichen Heiratssteuer an Polen bestimmt.[7] 1460 fand ein Vergleich zwischen Von Graben und Herzog Siegmund aufgrund einer nicht bezahlten Schuld seitens Erzherzog Albrecht statt.[8]

Zwischen den Jahren 1461 und 1473 scheint Reinprecht von Graben als Herzog Siegmunds Pfleger von Ehrenberg (altertümlich: Erenberg, Ernberg) und danebst auch für Aschau in Tirol verantwortlich.[9] Im Jahre 1475 kaufte Reinprechts Schwager Heinrich der Jüngere Rindscheid aus dessen Besitz die Burg Werfenstein im Struden.[10] Da dieser Kauf unrechtmäßig war, musste Rindscheid im Jahre 1479 Kaiser Friedrich Urfehde schwören.[11]

Reinprecht von Graben war als Militär 1474/75 im Krieg gegen Karl dem Kühnen von Burgund Führer des Nürnberger Kontingents.[12] 1493 scheint er noch bei der Schlacht auf dem Krbava-Feld als einer der kaiserlichen Armeeführer im Krieg gegen die Kroaten auf.[13]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Das publizierte Sterbedatum 19. 10. 1479 erscheint aufgrund eines Mitwirken als kaiserlicher Heerführer im Jahre 1493, und in Ermanglung eines weiteren, sprich später lebenden, Reinprecht von Graben nicht glaubwürdig
  2. Google Buchsuche: Die Protokoll- und Urteilsbücher des Königlichen Kammergerichts aus den Jahren 1465 bis 1480, Band 2, S. 1436. Von Friedrich Battenberg und Christine Magin
  3. Google Buchsuche: Die Protokoll- und Urteilsbücher des Königlichen Kammergerichts aus den Jahren 1465 bis 1480, Band 2, S. 1436. Von Friedrich Battenberg und Christine Magin
  4. Quellen zur Geschichte der Stadt Wien: Abth., 1-6. Bd. Regesten aus in- und ausländischen Archiven mit Ausnahme des Archivs der Stadt Wien, S. 6; von Anton Mayer; Verlag und Eigenthum des Alterthums-Vereines zu Wien, 1914
  5. Friedrich III. (1440-1493) - Kumuliertes Register. (Memento des Originals vom 25. August 2011 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/regesten.regesta-imperii.de
  6. Google Buchsuche: Sigmund der Münzreiche. S. 242
  7. Stadtarchiv Grein (PDF; 301 kB)
  8. Kaiser Friedrich III. und sein Sohn Maximilian: 7, S. CCCX
  9. Google Buchsuche: Zeitschrift des Ferdinandeums für Tirol und Vorarlberg, Herausgegeben vom Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Seiten 60, 75, 76, 99, 104 sowie auf 105
  10. Google Buchsuche: Geschichte des Hauses Habsburg, Band 7, S. 439. Von Eduard Maria Lichnowsky
  11. Google Buchsuche: Kaiser Friedrich III. (1440-1493): Hof, Regierung und Politik. S. 192
  12. Die Protokoll- und Urteilsbücher des Königlichen Kammergerichts aus den Jahren 1465 bis 1480, Band 2, S. 1603; herausgegeben von Friedrich Battenberg, Bernhard Diestelkamp, Christine Magin
  13. Google Buchsuche: Urkunden zur Geschichte des Schwäbischen Bundes (1488-1533), S. 159. Herausgegeben von Karl Klüpfel