Reis Robotics

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Koordinaten: 49° 49′ 57″ N, 9° 7′ 57″ O

Reis Robotics
Logo
Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 1957
Sitz Obernburg am Main
Leitung Reis Group Holding GmbH & Co KG
  • Alwin Berninger (Verkauf und Strategie) (Sprecher)
  • Eberhard Kroth (Technologie)
  • Gernot Schödel (Finanzen)h

Reis GmbH & Co KG Maschinenfabrik

  • Alwin Berninger (Verkauf und Strategie)
  • Gernot Schödel (Finanzen)
  • Franz Gleißner (Produktion und Engineering) (Sprecher)
Mitarbeiter Deutschland: ca. 700
Weltweit: ca. 1.100
Branche Maschinenbau, Systemintegration
Website www.reisrobotics.de
ehemaliges Logo
Schweißroboter der Firma Reis Robotics

Reis GmbH & Co. KG Maschinenfabrik war Firmenname eines deutschen Maschinenbau und Robotik Unternehmens mit Hauptsitz in Obernburg am Main. Die Firma ist nach erfolgter Übernahme heute als KUKA Industries GmbH & Co. KG Teil der KUKA AG.

Das ehemals eigenständige Familienunternehmen wurde 1957 von Walter Reis gegründet. 2010 waren insgesamt 18 Unternehmen der Reis Gruppe unter der Reis Group Holding GmbH & Co KG zusammengefasst. Weltweit wurden etwa 1100 Mitarbeiter beschäftigt. Das größte Unternehmen innerhalb der Reis Group war die Reis GmbH & Co KG Maschinenfabrik (Reis robotics) am Hauptstandort in Obernburg, Bayern. Die Maschinenfabrik hatte ca. 700 Mitarbeiter (davon ca. 35 % Ingenieure) die im Bereich der Entwicklung und Produktion von Automationssystemen und Robotern arbeiten. Ein wesentliches Tätigkeitsfeld von reis robotics war die Entwicklung und Realisierung von komplexen Automationssystemen für alle Bereiche der industriellen Produktion. Zur Unternehmensgruppe gehörten weitere High-Tech-Entwicklungsunternehmen in Deutschland. Diese Gruppenmitglieder hatten sich auf spezielle Gebiete der Roboteranwendung spezialisiert und lieferten ihre Produkte sowohl an reis robotics als auch an Firmen außerhalb der Reis-Gruppe.

Die von reis robotics entwickelten Industrieroboter und Robotersteuerungen können für alle industriellen Produktionsprozesse wie Handhabung, Schweißen, Schneiden, Laserbearbeitung, aber auch in der Produktion von Gießteilen und Kunststoffteilen, sowie in der Produktion von Solar-Modulen genutzt werden.

Ein weiterer Schwerpunkt in der Produktpalette des Unternehmens ist der Bau von hydraulischen Tuschierpressen für den Werkzeug- und Formenbau und der Bau von Entgratpressen für die Gussentgratung sowie Gussbearbeitung. Seit dem Jahr 2012 entwickelt Reis Robotics für die Gießereitechnik, in der Reis bereits seit Jahrzehnten Erfahrung hat, auch Kokillengießmaschinen und Automationseinrichtungen für die Nachbearbeitung von Gießteilen. Reis robotics integriert auf Kundenwunsch auch andere Roboterfabrikate, wie z. B. ABB oder KUKA in die Automationssysteme.

Zu den Kunden des Unternehmens zählen neben der Automobilindustrie viele mittelständische Automobilzulieferer und Firmen aus verschiedensten Bereichen der Technik. Des Weiteren gilt Reis Robotic als Weltmarktführer in der automatisierten Herstellung von Solarmodulen. Das Unternehmen hat bislang etwa 13.000 Robotersysteme gebaut und weltweit installiert.

Zum 1. Januar 2014 übernahm die Firma KUKA AG – mit der Reis Robotics schon länger eine engere Kooperation hatte – das Unternehmen. Vorerst gingen 51 % der Firmenanteile an KUKA.[1] 2016 übernahm KUKA die verbleibenden Anteile und wurde alleiniger Eigentümer[2].

Der Firmengründer Walter Reis (18. März 1935 in Obernburg) hat 2006 die Rudolf-Diesel-Medaille und im Jahr 2011 den Preis Deutscher Maschinenbau erhalten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Firma wurde 1957 als Plastikspritzguss-Betrieb von Walter Reis gegründet. 1961 wurden hydraulischen Pressen entwickelt. Die erste Abgratpresse wurde 1967 gebaut. 1973 begann man mit der Entwicklung von Industrierobotern, sechs Jahre später wurden die ersten Roboter auf Messen präsentiert. In der Industrie wurden 1980 zum ersten Mal Roboter eingesetzt, und 1983 begann man mit der Entwicklung der eigenen Robotersteuerung ROBOTstar I. Das schlüsselfertige Komplettsystem wurde 1986 ausgeführt, 1992 wurden neue Roboterbaureihen entwickelt. 1995 starteten erste Versuchen mit Servicerobotern, z.B. Tankroboter am Münchener Flughafen. 1999 wurde die aktuelle Steuerung ROBOTstar V am Markt eingeführt. In Obernburg am Main wurde 2000 das neue Büro eingeweiht. In der Automobilindustrie wurden Großprojekte gebaut. 2004 entwickelte man hochgenaue Portalroboter und stieg in die Photovoltaikindustrie ein.

Eine neue Roboterreihe wird 2006 vorgestellt. Reis wurde 2007 zum Marktführer für die automatisierte PV-Modulproduktion, die größte Montagehalle mit 6000 m² eingeweiht. Die Niederlassung in China wurde 2009 mit Produktions- und Systemintegrationsflächen ausgebaut. 2011 stieg Reis in die Entwicklung von Kokillengießmaschinen ein, und 2012 wurden die Kapazitäten für Automatisierung in der Gießereitechnik und der Laseranwendungen ausgebaut.

2014 wurden 51 % der Anteile durch die KUKA AG übernommen.[1] In 2016 wurde die Reis GmbH & CO. KG Maschinenfabrik zur KUKA Industries GmbH & CO. KG umfirmiert. Im gleichen Jahr erfolgte die vollständige Übernahme der verbliebenen Anteile durch KUKA.[2]

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Portalroboter RL130
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Robotersteuerung Reis ROBOTstar VI Linearroboter und Sonderkinematiken in einem weiten Bereich von Traglasten (6–600 kg), Knickarmroboter (KUKA-Mechanik) Flächenportale für hochpräzise Bearbeitung (Laser, Fräsen) Roboter-Brückenportale mit Arbeitsräumen von bis zu 135 m Länge Verfahreinheiten und Portale zum Positionieren des Roboters in großen Arbeitsräumen Drehmodule, Kippmodule und viele unterschiedliche Peripherieeinheiten zur Bereitstellung von Bauteilen in Vorzugslagen (z.B. für das Schweißen) Tuschierpressen und Entgratpressen Stanzentgratwerkzeuge Nachbearbeitungstationen für Gussteile Automationskomponenten wie z.B. Rahmungs- und Tapestationen für die PV-Produktion

Roboter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den relativ bekannten (Vertikal-) Knickarmrobotern stellt Reis Robotics auch Horizontalknickarmroboter, Hybridkinematikroboter (Knickarm auf einem Linearroboter montiert), Linearkinematikroboter (vereinfacht Linearroboter), Palettierroboter, Hybrid-Roboter (Kombination von Linear- und Knickarmroboter), Laserroboter und einige Spezialausführungen her.

Niederlassungen und Tochterfirmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Niederlassungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Reis Group Holding mit Hauptsitz in Obernburg hatte 18 Niederlassungen rund um den Globus.

Tochterfirmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tochterfirmen:

  • Reis Tschechien, Chomutov – Zulieferant für mechatronische Automationskomponenten und Pressen
  • Reis Mechatronik Tools, Obernburg – Zulieferant für Greifern und kleinere Automationskomponenten
  • Reis Lasertec, Würselen bei Aachen – High-Tech-Unternehmen auf dem Gebiet der Laseranwendung in Verbindung mit Robotern, Entwicklung von Optiken und Lasersicherheitskomponenten
  • Reis Extrusion, Golzheim bei Düren – High-Tech-Unternehmen auf dem Gebiet der Klebetechnik, Entwicklung von Automationskomponenten für Klebstoff- und Tapeanwendungen
  • Reis China, Shanghai – Produktion von Automationskomponenten, Systemintegration von Automationsanlagen, Vertrieb, Service und Wartung von Automationsanlagen
  • Reis Frankreich, Paris – Vertrieb, Service und Wartung von Automationsanlagen
  • Reis Italien, Mailand – Vertrieb, Service und Wartung von Automationsanlagen
  • Reis Spanien, Barcelona – Vertrieb, Service und Wartung von Automationsanlagen
  • Reis USA – Vertrieb, Service und Wartung von Automationsanlagen
  • Reis Mexico – Vertrieb, Service und Wartung von Automationsanlagen
  • IRT, Schweiz, Neuchatel – Entwicklung von elektronischen Komponenten und Servotechnik

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Reis Robotics – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Kuka übernimmt 51 Prozent von Reis Robotics. Main-Echo, 13. Dezember 2013, abgerufen am 26. August 2015.
  2. a b Kuka erwirbt Reis-Anteile. Main-Echo, 27. Oktober 2016, abgerufen am 13. Januar 2017.