Reitzengeschwenda

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Reitzengeschwenda
Gemeinde Drognitz
Koordinaten: 50° 35′ 33″ N, 11° 32′ 21″ O
Höhe: 503 m ü. NN
Einwohner: 180 (31. Dez. 2012)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1997
Postleitzahl: 07338
Vorwahl: 036737
Reitzengeschwenda (Thüringen)
Reitzengeschwenda

Lage von Reitzengeschwenda in Thüringen

Kirche in Reitzengeschwenda
Kirche in Reitzengeschwenda
Dorfmuseum

Reitzengeschwenda ist ein Ortsteil von Drognitz im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt. Erfüllende Gemeinde für Drognitz ist die Gemeinde Kaulsdorf in Thüringen.

Geografie und Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reitzengeschwenda liegt westlich von Drognitz auf einer Hochfläche des Südostthüringer Schiefergebirges links vom Stausee Hohenwarte der Saale. Diese Flächen besitzen durch den hohen Feinerdeanteil und den hohen Humusgehalt eine gute Bodenfruchtbarkeit. Vom Hermannsfelsen hat man eine gute Sicht in das Land. An den Straßenverkehr ist der Ort mit drei Verbindungen gut angeschlossen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort ist ein planmäßig angelegtes fränkisches Rodungsdorf aus dem 12./13. Jahrhundert mit Siedlern aus dem Raum Kronach und Arnstadt. Das Dorf wurde 1378 urkundlich erstmals als "Richtingswende" erwähnt.[2] Der Namensteil "swende" steht für "roden". Der Ort gehörte bis 1815 zum kursächsischen Amt Ziegenrück und kam nach dessen auf dem Wiener Kongress beschlossenen Abtretung an den preußischen Landkreis Ziegenrück, zu dem der Ort bis 1945 gehörte.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 15. Januar 1996 durch das Thüringer Landesverwaltungsamt genehmigt.

Blasonierung: In Silber eine grüne Lilie; im Schildhaupt ein silbernes, schwebendes Kreuz, beseitet von je einem schwebenden silbernen Pfahl.

Ortsbild[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf hat in seiner Mitte einen großen Anger. Die traditionellen Fachwerkhäuser mit Blumenschmuck an den renovierten Fassaden zeigen ihre Giebelseite zur Straße hin.

1983 eröffnete der Ort ein Volkskundemuseum. Es zeigt eine Bohlenstube, Flachs- und Leinenkammer, eine Sammlung zu Bergbau und Mineralien der Region, eine Museumsscheune, Modellbahnanlage, ein Sägewerk und eine Darstellung der Saale-Flößerei.

In Ortsmitte steht die schiefergedeckte Kirche mit Deckenmalereien, Doppelemporen, barockem Kanzelaltar, alter Orgel und beachtlichem Taufstein.

Am 1. Januar 1997 wurde Reitzengeschwenda nach Drognitz eingemeindet.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schieferbergschutzhütte kann der Gast besuchen.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nahverkehrsplan Zweckverband ÖPNV Saale-Orla – Bevölkerungsverteilung im Gebiet des Zweckverbandes. (PDF) In: Landkreis Saalfeld-Rudolstadt. S. 45, abgerufen am 30. Oktober 2021.
  2. Wolfgang Kahl: Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer. Ein Handbuch. 5., verbesserte und wesentlich erweiterte Auflage. Rockstuhl, Bad Langensalza 2010, ISBN 978-3-86777-202-0, S. 230.
  3. Einheitsgemeinde Kaulsdorf - Reitzengeschwenda. Abgerufen am 30. Oktober 2021.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Reitzengeschwenda – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien