Rekommandeur

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Rekommandeur auf einem Volksfest in den USA 1941

Ein Rekommandeur (über französisch recommander, deutsch ‚jemand etwas heftig einreden‘, ‚empfehlen‘ von lateinisch recommendare, deutsch ‚empfehlen‘, ‚anbieten‘; auch: Anpreiser, Ausrufer[1]) ist eine Person, die das Geschehen bei einem Fahrgeschäft mit lustigen Sprüchen begleitet und auf diese Weise die passierenden Volksfestbesucher zur Mitfahrt/Nutzung animieren soll.[2] Meist ist der Rekommandeur auch für die Steuerung des Fahrgeschäftes sowie das Verkaufen der Fahrchips zuständig. Häufig übernimmt er außerdem die Beschallung des Fahrgeschäftes als DJ.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rekommandeure lockten bis weit ins 20. Jahrhundert hinein vor allem in die Vorstellungen der Schaubuden, darunter Menagerien, Panoptiken, Jahrmarkt-Varietés, Abnormitäten-Shows, Zauberbuden. Auf dem Podium vor der Schaubude versuchten die Rekommandeure lautstark die vorbeischlendernden Volksfestbesucher zunächst zum Stehenbleiben und anschließend zum Besuch der Shows zu animieren. Hierbei bedienten sie sich des Mittels der Übertreibung, oft aber auch eines volkstümlichen, derb-ironischen Humors.

Gute Rekommandeure, die genau auf das Publikum des jeweiligen Festplatzes eingehen konnten, waren für den wirtschaftlichen Erfolg einer Schaustellung entscheidend. Nicht selten traten die Schaubuden-Prinzipale selbst als Rekommandeure in Erscheinung.[3] Auch die „Anheizer“ größerer offener Verlosungsgeschäfte sind zu den Rekommandeuren zu rechnen, sofern sie mit entsprechenden Bemerkungen das Publikum zum Loskauf animieren. Auch vor Kinos standen früher Rekommandeure, um Zuschauer anzulocken.[1]

Wissenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Ansgar Schlichter: Rekommandeur. In: Lexikon der Filmbegriffe. Bender 17. September 2012, ISSN 1610-420X (filmlexikon.uni-kiel.de [abgerufen am 23. Oktober 2016]).
  2. Kirmes-Job: Rekommandeur. Deutsche Welle, abgerufen am 23. Oktober 2016.
  3. Susanne Blumesberger: Wien 1938 – Das Ende zahlreicher Karrieren. Am Beispiel der Übersetzerin Marie Franzos (1870–1941). Universität Wien, Wien Dezember 2006, S. 47, Salten, Felix (PDF [abgerufen am 23. Oktober 2016]): „Tatsächlich handelte es sich jedoch häufig um die Besitzer der Kinos und Schaubuden selbst, und talentierte Rekommandeure schafften, wie aus zeitgenössischen Berichten in Filmzeitschriften hervorgeht, gelegentlich auch den Aufstieg zum „Akteur“ (Schauspieler) an einer Theaterbühne, manchmal sogar noch mehr.“