Rektumprolaps

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Rektumprolaps bei einem Hund mit Perinealhernie

Der Rektumprolaps („Mastdarmvorfall“, engl. prolapse of the rectum) ist ein Vorfall des Mastdarms bzw. eine Invagination der gesamten Mastdarmwand oder nur der Mastdarmschleimhaut in die Mastdarmlichtung und durch den After nach außen. Es handelt sich hier um den Prolaps aller Schichten des Rektums. Der Rektumprolaps tritt eventuell kombiniert mit dem Afterprolaps, genannt Analprolaps oder Prolapsus ani et recti, auf. Als teilweise begrenzter Schleimhautvorfall, z. B. nach Verödung von Hämorrhoiden, wird er als Rektummetropium bezeichnet. Im weiteren Sinne spricht man auch von einer Gleithernie des Beckenbodens. Der Rektumprolaps kommt häufig bei Frauen und Mehrgebärenden vor. Auch chronische Obstipation wird als begünstigender Faktor vermutet.[1]

Symptome[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rektumprolaps bei einem Menschen
  • Darmvorfall
  • Nässen
  • Blutverlust
  • Schleimabgang

Mögliche Therapieformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • transabdominale Rektopexie bzw. Resektionsrektopexie
    • Resektion des Invaginats (bei Inkarzeration)
  • transperineale (transanale) Rektosigmoidresektion nach Altemeier
  • transperineale (transanale) Mukosaresektion nach Rehn-Delormes
  • sublevatorische Implantation eines Drahtrings nach Tiersch (bei Risikopatienten)

Arten des Rektumprolaps[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Rektumprolaps wird zwischen dem inneren Prolaps einerseits und dem Äußeren Prolaps andererseits unterschieden. Der „Innere Rektumprolaps“ ist eine zylindrische Einstülpung der Schleimhaut oberer Mastdarmabschnitte in die Mastdarmlichtung ohne Vortreten aus dem After. Er führt zur Obstipation, aber auch zu flüssigen, fetthaltigen, eventuell auch blutigen Stühlen. Unter einem „Äußeren Prolaps“ hingegen versteht man dagegen eine zirkuläre Ausstülpung sämtlicher Darmschichten aus dem Anus hinaus.[2]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch. 257. Auflage. Verlag Walter de Gruyter, Berlin/ New York 1994, ISBN 3-11-014183-3.

Weiterführende Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stefan Eisoldt: Fallbuch Chirurgie. Thieme, Stuttgart 2014, ISBN 978-3-13-132214-2, Fall 29.
  2. Wolfgang F. Caspary, Joachim Mössner, Jürgen Stein (Hrsg.): Therapie gastroenterologischer Krankheiten. Springer, Heidelberg 2005, ISBN 3-540-44174-3, S. 369.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rektumprolaps – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien