Remchingen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Remchingen
Remchingen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Remchingen hervorgehoben

Koordinaten: 48° 57′ N, 8° 33′ O

Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Enzkreis
Höhe: 160 m ü. NHN
Fläche: 24,06 km2
Einwohner: 11.979 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 498 Einwohner je km2
Postleitzahl: 75196
Vorwahl: 07232
Kfz-Kennzeichen: PF
Gemeindeschlüssel: 08 2 36 071
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 5
75196 Remchingen
Website: www.remchingen.de
Bürgermeister: Luca Wilhelm Prayon
Lage der Gemeinde Remchingen im Enzkreis
BirkenfeldEisingenEngelsbrandFriolzheimHeimsheimIllingenIspringenKieselbronnKnittlingenKnittlingenKnittlingenKnittlingenMaulbronnMönsheimMühlackerNeuenbürgNeuhausenNiefern-ÖschelbronnÖtisheimSternenfelsTiefenbronnWiernsheimWimsheimWurmbergWurmbergKelternRemchingenStraubenhardtNeulingenKämpfelbachÖlbronn-DürrnÖlbronn-DürrnÖlbronn-DürrnKönigsbach-SteinKarte
Über dieses Bild

Remchingen (Aussprache: [ʁe:mçɪŋən], Audio-Datei / Hörbeispiel anhören?/i) ist eine Gemeinde im Enzkreis in Baden-Württemberg an der Grenze zwischen Kraichgau und Nordschwarzwald.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Remchingen liegt im Pfinztal zwischen den Städten Karlsruhe und Pforzheim auf ca. 150 m bis ca. 275 m ü. NHN.

Natur und Landschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Umgebung von Remchingen

Remchingen liegt im Süden des Kraichgaus am Rande des Nordschwarzwaldes in einer Hügellandschaft. Der Nordschwarzwald endet etwa 10 km südlich in der Gemeinde Straubenhardt. Statt des im Schwarzwald typischen Tannenwalds prägt hier Laubwald die vielen Wälder. Das relativ milde Klima in Remchingen ist durch das Rheintal (Nähe zu Karlsruhe) sowie durch das Pfinztal geprägt. Dadurch kann hier Wein angebaut werden, was allerdings nur auf wenigen Parzellen geschieht.

Aufgrund ihrer landschaftlichen Schönheit, des typischen Streuobstbestandes und seltener Pflanzen sind drei Flächen als Landschaftsschutzgebiete ausgewiesen.[2][3][4]

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Remchingen besitzt ein relatives mildes Klima. Dieses ist geprägt durch das Pfinztal und das Rheintal.

Januar Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember
ø. Temperatur (°C) 0.9 2.4 6 10 14.2 17.4 19.3 18.7 15.8 10.6 5.4 2.1
Min. Temperatur (°C) -1.7 -0.8 1.6 4.9 8.7 12.1 13.8 13.3 10.5 6.3 2.3 -0.5
Max. Temperatur (°C) 3.6 5.7 10.5 15.2 19.7 22.8 24.9 24.2 21.1 15 8.5 4.7
Niederschlag (mm) 49 49 45 56 73 86 71 74 57 51 61 56

Quelle: climate-data.org[5]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Remchingen besteht aus den ehemaligen Gemeinden Nöttingen, Singen und Wilferdingen. Zur ehemaligen Gemeinde Nöttingen gehören die Dörfer Nöttingen und Darmsbach und die Häuser Dietenhäuser Mühle. Zu den ehemaligen Gemeinden Singen und Wilferdingen gehören jeweils nur die gleichnamigen Dörfer. Im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Wilferdingen liegen die Siedlung Sperlingshof (1977 von Kämpfelbach umgemeindet[6]) und die Wüstungen Remchingen (die Ortschaft wurde 1160 als Remchinga erstmals genannt, bereits im Hochmittelalter bestanden nur noch Burg und Kirche, 1784 wurde die Kirche abgebrochen)[7] und die der Wallfahrtskapelle Unserer lieben Frau zur Eich etwas nordwestlich des Sperlingshofs[8].

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nachbargemeinden der Gemeinde Remchingen sind Pfinztal, Königsbach-Stein, Kämpfelbach, Keltern und Karlsbad. Remchingen lag im ehemaligen Landesteil Baden, die Grenze zum ehemaligen Württemberg verläuft durch den Nachbarort Keltern, dessen Ortsteile Dietlingen, Ellmendingen und Dietenhausen badisch waren, Niebelsbach dagegen württembergisch[9].

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ältere Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1. Jahrtausend v. Chr. Keltische Besiedlung (Grabfunde 1947 in Singen)
  • Zwischen 80 und 90 n. Chr. Römische Besiedlung (Zahlreiche Funde, u. a. zwei Leugensäulen aus Nöttingen, zwei in die Kirchen Nöttingens eingemauerte Viergöttersteine, Inschriftenplatte von der Siedlung Vicus Senotensis)
  • Nach dem fluchtartigen Abzug der Römer um das Jahr 260 n. Chr. besiedelten Alamannen das Land rechts des Rheins, wurden aber etwas über zwei Jahrhunderte später nach einer großen Schlacht im Jahre 496 von dem Stamm der Franken gezwungen, den Kraichgau aufzugeben und die Landschaft bis zur Murg zu räumen.
  • Die ersten schriftlichen Nennungen von Remchinger Ortsteilen stammen aus dem 8. Jahrhundert: Am 1. Juni 769 schenkten in „Sigincheim im Pfinzgau“ (erstmalige Erwähnung von Singen) vier Franken dem Kloster Lorsch eine Hofraite, 34 Morgen Ackerland, eine Wiese und ein Stück Wald. Der Abt dieses Klosters vertauschte nun zwischen 888 und 893 weiteren Besitz dieses Klosters in „Vulvirincha“, dem heutigen Wilferdingen, gegen die gleiche Fläche in Illingen südöstlich von Maulbronn (erstmalige Erwähnung von Wilferdingen).
  • Um 825 schenkte ein gewisser Noting, vermutlich mit den Grafen von Calw verwandt, nach einer Quelle des 16. Jahrhunderts dem Kloster Reichenau Güter in Nöttingen, Dietenhausen und Singen, die damals wie das ganze nördliche Pfinztal im Ufgau lagen.
  • 1160: Erste Nennung der Herren von Remchingen, einem Niederadelsgeschlecht. Sie erbauten vermutlich eine Wasserburg, die Burg Remchingen, aus Holz auf dem Gelände des heutigen Freibads.
  • 1278: Erste Erwähnung von Darmsbach, eine erst im Hochmittelalter entstandene Ausbausiedlung
  • kurz nach 1300: Die Herren von Remchingen verkauften ihre Wasserburg. Später erwarben sie zeitweilig wieder Anteile an der Burg zurück, verkauften diese dann aber 1568 endgültig an die Markgrafen von Baden.
  • Um 1460 wurde nahe dem heutigen Sperlingshof die Wallfahrtskapelle unserer lieben Frau zur Eich erbaut, aber zwischen 1520 und 1540 bereits wieder aufgegeben. 1568 gingen Rechte der ehemaligen Kapelle vom Kloster Herrenalb an die Markgrafschaft Baden-Durlach über. Von den einstigen Gebäuden (Kapelle und Nebengebäude) zeugen heute nur noch Bodenfunde im Gewann „Kloster“.[8]
  • 16. Jahrhundert: Nöttingen, Singen und Wilferdingen beteiligten sich am Bundschuhaufstand (1502) und am Bauernkrieg (1525)
  • 14. April 1604: Markgraf Ernst Friedrich von Baden starb bei einem calvinistisch-lutherischen Glaubenskriegszug gegen Pforzheim bei der Burg Remchingen an einem Schlag. Auslöser für den Streit war das Stafforter Buch von 1599 und die frühere Verlegung der badischen Residenz nach Durlach.

Ereignisse im 19. und 20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindereformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Remchingen wurde am 1. Januar 1973 durch Vereinigung der beiden Gemeinden Singen und Wilferdingen gebildet.[10] Der Name der ehemaligen Herren von "Remchingen" wird zum Ortsnamen der neuen Gemeinde gewählt.

Am 1. Januar 1975 wurde die Gemeinde Nöttingen nach Remchingen eingemeindet.[11]

Es wurden keine Ortschaftsräte eingerichtet, im Gemeinderat sind die Ortsteile verschieden stark repräsentiert.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
17. Mai 1939 3.913
13. September 1959 5.096
6. Juni 1961 6.054
27. Mai 1970 7.650
25. Mai 1987 9.409
30. Juni 2000 11.407
30. Juni 2005 11.655
31. Dezember 2008 11.846
31. Dezember 2010 11.713
31. Dezember 2013 11.698
30. Juni 2015 11.695
30. Juni 2016 11.943
30. Juni 2017 11.855
30. Juni 2018 11.773
31. Dezember 2019 11.998
30. Juni 2020 12.055

Einwohnerverteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsteil Einwohner
Wilferdingen 5.218 (30. Juni 2020)
Singen 3.807 (30. Juni 2020)
Nöttingen 2.472 (30. Juni 2020)
Darmsbach 558 (30. Juni 2020)
Gesamt 12.055 (30. Juni 2020)

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Remchingen besitzt vier Ortsteile.

Wilferdingen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wilferdingen ist mit 5.218 Einwohnern der größte Ortsteil von Remchingen. In Wilferdingen findet sich die Carl-Dittler-Realschule, die Peter-Härtling-Grundschule und mehrere Kindergärten vor. Außerdem besitzt Wilferdingen mit der Kulturhalle und dem Rathaus Remchingen die Remchinger Stadtmitte. In Wilferdingen ist ebenfalls der Remchinger Bahnhof und Busbahnhof. In Wilferdingen gibt es mehrere Kirchen und einen Fußballverein. Mit dem Schlossbad Remchingen existiert in Wilferdingen ebenfalls ein Freibad. Das Römermuseum Remchingen und das Telefonzellenmuseum liegt ebenfalls in Wilferdingen. Wilferdingen liegt an den Grenzen von Darmsbach und Singen.

Singen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Singen besitzt 3.807 Einwohner und ist damit der zweitgrößte Ortsteil von Remchingen. In Singen gibt es mehrere Kirchen. Außerdem gibt es mit der Bergschule Singen, welche eine Grund- und Werkrealschule ist, und dem Gymnasium Remchingen zwei Schulen in Singen. Singen hat einen Fußballverein und ein Hallenbad. Singen liegt direkt neben Wilferdingen im Norden Remchingens.

Bundesweit sorgte der Remchinger Ortsteil für Aufsehen, als im Juli 2015 eine geplante Flüchtlingsunterkunft nach einem Brandanschlag niederbrannte. Hierzu äußerten sich Politiker wie Heiko Maas oder Winfried Kretschmann.

Nöttingen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bertha-Benz-Schule Nöttingen
Bertha-Benz-Schule Nöttingen

Nöttingen ist mit 2.472 Einwohnern der drittgrößte Ortsteil von Remchingen. Er ist der südlichste Ortsteil von Remchingen. Nöttingen ist in der Geschichte ein wichtigere Durchgangspunkt zwischen Karlsruhe und Stuttgart gewesen. Nöttingen besitzt eine Kirche und mit der Bertha-Benz-Schule eine Grundschule. Am Bekanntesten ist der Nöttinger Fußballverein FC Nöttingen, welcher in der Oberliga Baden-Württemberg spielt. 2004/05 spielte der Verein in der damals drittklassigen Regionalliga Süd. Mit Spielen wie gegen den FC Bayern München erreichte der Club bundesweit Aufmerksamkeit.

Darmsbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Darmsbach ist der kleinste Ortsteil in Remchingen. Er hat 558 Einwohner und liegt direkt an der BAB 8 im Südwesten von Remchingen. Darmsbach besitzt einen Fußballverein, einen Kindergarten und eine Ortsmitte.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dreieinigkeitsgemeinde der SELK am Sperlingshof

1556 wurde die Reformation in Remchingen eingeführt. Heute existieren drei Kirchengemeinden, die zum Kirchenbezirk Badischer Enzkreis der unierten Evangelischen Landeskirche in Baden gehören: Nöttingen (Martinskirche), Singen (Kreuzkirche) und Wilferdingen (Christuskirche). Darüber hinaus gibt es die lutherische Dreieinigkeitsgemeinde Sperlingshof, die dem Kirchenbezirk Süddeutschland der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche angehört.

Katholiken sind erst nach dem Zweiten Weltkrieg wieder in nennenswerter Zahl nach Remchingen gekommen. Den inzwischen über 2 500 Gläubigen steht die 1957 eingeweihte Kirche St. Peter und Paul in Wilferdingen zur Verfügung. Die Gemeinde gehört zur Seelsorgeeinheit Kämpfelbachtal im Dekanat Pforzheim des Erzbistums Freiburg.

In Nöttingen und Singen gibt es je eine Gemeinde der Neuapostolischen Kirche Süddeutschland, in Singen außerdem die Christus-Gemeinde, die dem Mülheimer Verband Freikirchlich-Evangelischer Gemeinden angehört.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sitzverteilung 2019 Gemeinderat Remchingen
     
Insgesamt 22 Sitze

Der Gemeinderat besteht aus 22 gewählten ehrenamtlichen Gemeinderätinnen und -räten sowie dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Die Kommunalwahl am 29. Mai 2019 führte zu folgendem Endergebnis:[12]

Partei / Liste Stimmen Sitze Ergebnis 2014
CDU 35,1 % 8 45,5 %, 10 Sitze
Freie Wählervereinigung 19,7 % 4 24,9 %, 5 Sitze
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 16,4 % 4 08,9 %, 2 Sitze
SPD 14,0 % 3 20,6 %, 5 Sitze
Bürgerliste für Umwelt, Transparenz und Fortschritt 14,8 % 3

Die Wahlbeteiligung lag 2019 bei 63,4 % (2014: 52,4 %).

Parteien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Remchingen gibt es Ortsverbände mehrerer Parteien. Die Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU), Bündnis 90 / Die Grünen, die Sozialdemokratische Partei Deutschland (SPD), eine Freie Wählervereinigung sowie die Lokalpartei Bürgerliste für Umwelt, Transparenz und Fortschritt sitzen im Gemeinderat.[13] Neben diesen Parteien gibt es noch Ortsverbände der Freien Demokratischen Partei (FDP), der Alternative für Deutschland (AfD) sowie der Partei Die PARTEI.[14]

Jugendorganisationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Remchingen gibt es einen Ortsverband der Jungen Union, welche eine Jugendorganisation der CDU/CSU ist.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im November 2009 wurde Luca Wilhelm Prayon mit 68,7 Prozent der gültigen Stimmen im ersten Wahlgang zum neuen Bürgermeister gewählt, er wurde 2017 mit 96 % bei 34 % Wahlbeteiligung wiedergewählt[15]. Sein Vorgänger war Wolfgang Oechsle mit beachtlichen 42 Amtsjahren.

Wappen von Remchingen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beschreibung: In Rot zwei silberne gekreuzte Glevenstangen überdeckt mit einem silbernen Schild, darin eine grünbespitze, rote Rose mit blauen Butzen.

Wappen der ehemaligen Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnerstädte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ungefähr 300 Menschen aus San Biagio Platani leben in Remchingen. Weitere 100 ehemalige Einwohner von Remchingen leben in San Biagio Platani.[17]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wilferdingen liegt an der Bertha Benz Memorial Route, von Mannheim über Wilferdingen (die historische Strecke verlief durch Singen) nach Pforzheim, die an zahlreichen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt.

Der Ortskern von Nöttingen ist geprägt von stattlichen Fachwerkhäusern.

Bertha Benz Memorial Route in Wilferdingen
Bertha Benz Memorial Route in Wilferdingen

In Nöttingen ist der Ingenieur Johann Gottfried Tulla aufgewachsen, der durch die Begradigung des Rheins bekannt wurde.

Funde und Ausgrabungen: Nöttingen – Bedeutende Funde aus der Römerzeit wurden in und um die Nöttinger Kirche St. Martin und im Ranntal gemacht, diese sind heute zum Teil in der Kirche zu sehen, zum Teil auch in einem Karlsruher Museum. Der Kirchturm der Nöttinger Kirche besteht im unteren Teil vermutlich aus den Resten eines römischen Wachturms.

Ein Beispiel für zeitgenössische Kunst stellt der Brunnen in der Königsbacher Straße des Ortsteils Wilferdingen dar. Die Brunnenfigur, die eine Wäscherin darstellt, wurde von der Künstlerin Helga Sauvageot aus Karlsruhe entworfen und in der ortsansässigen Gießerei Casper gegossen.

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Römermuseum Remchingen

Im Neubaugebiet „Niemandsberg“ am Ortsrand von Wilferdingen befindet sich die archäologische Ausgrabungsstätte eines alten römischen Gutshofes, über die 2009 eine Glasabdeckung gebaut wurde. Daraus entstand das Römermuseum Remchingen. Im Buchwald in Wilferdingen wurden Reste einer Römerstraße gefunden.

Außerdem gibt es in Remchingen-Wilferdingen das Telefonmuseum. Das direkt an den Bahngleisen (altes Stellwerk 1) liegende Museum stellt Telefonzellen, Fernmeldetechnik und Telefone aus verschiedensten Zeiten aus.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fußballverein FC Nöttingen, im gleichnamigen Ortsteil beheimatet, spielte in der Saison 2004/05 in der Regionalliga Süd. Aus dieser ist der FC noch in derselben Saison abgestiegen und spielt seitdem in der Oberliga Baden-Württemberg. Der FC Alemannia Wilferdingen und der FC Germania Singen stiegen beide 2008 in die Fußball-Landesliga Mittelbaden auf. Die Mannschaft spielt in der Kleiner Arena.

Die Basketballabteilung des FC Nöttingen, welche unter dem Namen Rutronik Stars Keltern firmiert, spielt in der 1. Damen-Basketball Bundesliga. Außerdem qualifizierte sich der Verein für die Euroleague Women.

Mit dem TV Nöttingen, dem TV Singen 1898 und dem TB Wilferdingen 1896 (TBW) gibt es in Remchingen drei weitere Breitensportvereine. Beim TBW wird Rhönradsport angeboten; einige Turner sind landesweit bekannt. Der TV Nöttingen turnt in der Trampolin-Bundesliga.

Dasas Motorsportteam HCB Rutronik Racing stammt aus Remchingen. Das 2010 gegründete Team trat 2018 als Audi Sport Team Rutronik beim FIA GT World Cup an. 2019 stieg das Team in die ADAC GT Masters ein. Das Team ist ein Kundensport Team von Audi Sport Customer Racing und nutzt 10 GT3-Fahrzeuge der Marke Audi in zwei Meisterschaften. Der Südafrikaner Kelvin van der Linde, der Schweizer Patric Niederhauser, die Deutsche Carrie Schreiner und Dennis Marschall sind die Fahrer des Teams.[18]

Außerdem ist im Ortsteil Singen der der Tennisclub TC Remchingen ansässig.

Ebenfalls im Ortsteil Singen ist der Kleinkaliber-Schützenverein mit etwa 100 Mitgliedern ansässig; die Luftpistolenmannschaft betätigt sich in der Kreisoberliga des SK13 des Badischen Sportschützenverbandes. Die Luftgewehrschützinnen sind bis auf Landesebene erfolgreich.

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus Remchingen stammt die Folk-Punk-Band Across the Border. Ebenfalls kommt aus Remchingen die Punk-Band Ferdich Ab. Der Popsänger Max Giesinger wuchs teils in Remchingen auf. Außerdem finden sich in der Gemeinde verschiedene Musikvereine, -schulen und Gesangsvereine. Ebenso sind mehrere Posaunenchöre der verschiedenen Kirchengemeinden vertreten.

Veranstaltungszentren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Remchinger Wettplatz
Remchinger Wettplatz

In Remchingen gibt es mehrere Orte für Veranstaltungen. Die Kulturhalle Remchingen ist wohl das größte Veranstaltungszentrum in Remchingen. Die Kulturhalle liegt in Remchingen-Wilferdingen. Der Innenraum bietet Platz für rund 1500 Menschen. Hier finden Konzerte, Messen, Vorträge, Filmvorführungen, Theaterauftritte etc. statt. Außerdem bietet die Kulturhalle neben einer Kartenvorverkaufstelle noch viele weitere Räumlichkeiten für zB. Tagungen. Auf dem Kulturhallenplatz finden Messen, Märkte und weitere Veranstaltungen statt. Die größte Veranstaltung auf dem Kulturhallenplatz ist der Remchinger Weihnachtsmarkt.

Neben der Kulturhalle gibt es in Remchingen-Nöttingen den Löwensaal. Hier finden Konzerte und Lesungen statt. Außerdem findet man in Remchingen noch das Zentrum am Kreisel vor. Hier werden Seminare veranstaltet.

Bibliotheken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Remchingen gibt es aktuell eine Zentralbibliothek. Bis in das Jahr 2020 konnte man in Remchingen drei Bibliotheken vorfinden. Diese waren die Gemeindebücherei Wilferdingen, Gemeindebücherei Singen und Gemeindebücherei Nöttingen. 2020 wurde entschieden, dass diese drei Gemeindebüchereien zu einer Zentralbibliothek zusammengelegt werden sollen. Diese Gemeinde-Bibliothek Remchingen ist in der Stadtmitte von Remchingen entstanden und befindet sich im 2. Obergeschoss des Rathauses, das barrierefrei erreichbar ist. Sie wird von 10 ehrenamtlichen Mitarbeitern geführt. Sie verfügt über 11.000 Buchtitel, von denen 8.500 ständig in den Regalen verfügbar sind. Außerdem gibt es DVDs und Hörbücher.[19][20]

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Remchingen gibt es drei Betriebe, welche Beherbergung im Reiseverkehr anbieten. Diese drei Betriebe können insgesamt 51 Schlafgelegenheiten vorweisen. Die Auslastung der Schlafgelegenheiten liegt bei 23,1 %. Remchingen liegt an der Bertha Benz Memorial Route. Außerdem liegt Remchingen zentral zwischen Karlsruhe und Pforzheim. Beide Städte können von hier sehr gut angefahren und besucht werden.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Firmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Remchingen bietet etwa 3.000 Arbeitsplätze[21].

Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Remchingen ist Mittelpunkt der Entwicklungsachse Karlsruhe-Pforzheim und im Landesentwicklungsplan zusammen mit Königsbach-Stein als Unterzentrum ausgewiesen. Durch großzügige Erschließungen von Gewerbegebieten und Wohngebieten in ruhigen Lagen, mit dem Bau von Sport- und Freizeiteinrichtungen, einem beheizten Freibad mit drei Becken und der Fertigstellung der Kulturhalle und des Altenpflegeheims in der Neuen Ortsmitte, hat sich die Gemeinde auf die ihr übertragenen Funktionen eingestellt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßenbahn in Remchingen
Straßenbahn in Remchingen

Über die Bundesstraße 10, die durch den Ortsteil Wilferdingen und zur BAB 8 führt, ist Remchingen an das überregionale Straßennetz angebunden. Die nächsten Autobahnanbindungen befinden sich in Karlsbad und Pforzheim-West: BAB 8 (Richtung BAB 5 / Dreieck Karlsruhe) und BAB 81 (Leonberger Dreieck sowie Stuttgarter Kreuz) in jeweils 10 min Entfernung. Außerdem verläuft durch Remchingen die BAB 8. Die Pfinztalbrücke, welche 470 Meter lang ist, verläuft durch den Remchinger Ortsteil Nöttingen.

Eisenbahnverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Bahnhof Wilferdingen-Singen

Remchingen liegt an der Bahnstrecke Karlsruhe–Pforzheim–Mühlacker mit dem Bahnhof Wilferdingen-Singen. Neben der Stadtbahn S5 und S51 des Karlsruher Verkehrsverbundes (KVV), die im 30-Minuten-Takt verkehrt, halten auch zweistündlich verkehrende Interregio-Express-Züge von Go-Ahead zwischen Karlsruhe und Aalen. Der ÖPNV wird durch den Verkehrsverbund Pforzheim-Enzkreis und den KVV gewährleistet. Die nächsten Fernverkehrsbahnhöfe sind Karlsruhe mit Anschluss an das ICE-Netz und den französischen TGV nach Paris bzw. Lyon und Marseille sowie Pforzheim.

Linie Strecke Takt Betreiber
S 5 Wörth Badepark–Pforzheim Hbf

Wörth am Rhein – MaxauKnielingen – Lameyplatz – Entenfang – Yorckstraße – Marktplatz – Durlacher Tor – Tullastraße / VBK – Durlach – Grötzingen Oberausstraße – Pfinztal – Pforzheim

halbstündig AVG,

DB Regio

S 51 Germersheim – Pforzheim Hbf

Germersheim – BellheimRülzheimRheinzabernJockgrim – Wörth am Rhein – Maximiliansau – Knielingen Rheinbergstraße – Karlsruhe Entenfang – Europaplatz – Durlacher Tor – Durlach Bahnhof – Grötzingen – Berghausen – Söllingen – Pforzheim

halbstündig
IRE1 KarlsruhePforzheimMühlackerStuttgart (– SchorndorfAalen) zweistündig Go-Ahead
RE/RB17 StuttgartPforzheimKarlsruheHeidelberg 2× morgens Go-Ahead
Bahnhof Remchingen

Busverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Remchingen besitzt 22 Bushaltestellen. Diese werden von der Linie 722 des Verkehrsverbundes Pforzheim-Enzkreis angefahren. Eine Station wird auch von der Buslinie 721 bedient. Nachts wird der Busverkehr über Anrufsammeltaxis geregelt. Zentraler Punkt des Busverkehrs in Remchingen ist der Busbahnhof am Remchinger Bahnhof.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Remchingen gibt es ein eigenes Online-Magazin namens Remchingen Prima, welches Nachrichten und weitere Artikel rund um die Gemeinde veröffentlicht. Außerdem berichtet die Pforzheimer Zeitung, das Mühlacker Tageblatt, sowie die BNN. Im Bereich Hörfunk liegt Remchingen im Empfangsbereich des öffentlich-rechtlichen Südwestrundfunks, ferner gehört Remchingen auch zum Sendegebiet des privaten Bereichssenders Antenne 1 und Die neue Welle. Außerdem berichtet die Karlsruher Online-Tageszeitung Ka-news.

In Remchingen fanden Dreharbeiten zum Tatort Das erste Opfer statt.[22]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kinder- und Jugendhilfe-Zentrum Sperlingshof

Remchingen verfügt über eine Realschule (Carl-Dittler-Realschule) in Wilferdingen. Außerdem gibt es noch ein Gymnasium, das auf Wilferdinger Gemarkung liegt (direkt an der Grenze zu Singen), eine Grund- und Werkrealschule in Singen. In Wilferdingen und Nöttingen gibt es zudem je eine Grundschule. In Darmsbach existiert eine Kindertagesstätte[23]. Das Heilpädagogische Kinder- und Jugendhilfe-Zentrum Sperlingshof liegt an der B 10 zwischen Wilferdingen und Pforzheim.

Schulart Schüler
Grundschulen 441
Werkreal-/Hauptschulen 189
Realschulen 369
Gymnasien 480
Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentren 30
Gesamt 1.509

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Gottfried Tulla (1770–1828), Ingenieur; bekannt für die Rheinbegradigung; wuchs in Nöttingen auf.
  • Hans-Peter Hörner (* 1951), Politiker (AfD)
  • Uwe Hück (* 1962), ehemaliger Betriebsratsvorsitzender und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Porsche AG; wuchs im Kinderheim Sperlingshof auf.
  • Fabian Rahn (* 1986), Duathlet und Triathlet
  • Max Giesinger (* 1988), Sänger, Songwriter und Musikproduzent, wuchs teilweise in Remchingen auf
  • Simon Gegenheimer (* 1988), Mountainbiker und zweifacher Vize-Weltmeister
  • Jeff Klotz (* 1990), Autor und Verleger in Remchingen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Otto Bickel u. a.: Remchingen – Geschichte seiner Ortsteile und der Adelsfamilie gleichen Namens, Remchingen, 1993.
  • Günther Wieland: Vicus Senotensis. Neue Untersuchungen in der römischen Siedlung von Remchingen-Wilferdingen. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 32. Jg. 2003, Heft 4, S. 316–320 (Online)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Remchingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Remchingen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2020 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Schutzgebietssteckbrief - Landschaftsschutzgebiet Bocksbachtal. Abgerufen am 13. August 2019.
  3. Schutzgebietssteckbrief - Landschaftsschutzgebiet Kelterner Obst- und Rebengäu. Abgerufen am 13. August 2019.
  4. Schutzgebietssteckbrief - Landschaftsschutzgebiet Remchingen - Mittleres Pfinztal. Abgerufen am 13. August 2019.
  5. https://de.climate-data.org/location/22196/ Klima Remchingen (Deutschland), auf de.climate-data.org
  6. Otto Bickel, u. a.: Remchingen : Geschichte seiner Ortsteile und der Adelsfamilie gleichen Namens. Remchingen 1993, S. 252–253.
  7. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2. S. 576–578
  8. a b Die Ausgrabungen am Sperlingshof : das RMR-Interview. In: RMR aktuell : Geschichte und Archäologie im Enzkreis (2/2016) S. 12–13
  9. Dipl.-Ing. Ulrich Stieler: Vermessungsbüro Stieler + Stieler - Ehemalige Landesgrenze zwischen Baden und Württemberg. Abgerufen am 7. Oktober 2018.
  10. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 478.
  11. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 491.
  12. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Ergebnis der Gemeinderatswahlen 2019 – Remchingen
  13. Remchingen: Parteien. Abgerufen am 26. September 2020.
  14. Die PARTEI, Berlin Germany: Die PARTEI. Abgerufen am 26. September 2020 (deutsch).
  15. Luca Wilhelm Prayon in Remchingen mit 96 Prozent erneut zum Bürgermeister gewählt - Nachrichten aus dem Enzkreis und dem Landkreis Calw | PZ-news.de - Pforzheimer Zeitung. (pz-news.de [abgerufen am 7. Oktober 2018]).
  16. Gradovi prijatelji. Abgerufen am 14. September 2020.
  17. Remchingens Partnergemeinde San Biagio Platani. Abgerufen am 14. September 2020.
  18. About. In: HCB Rutronik Racing. 26. März 2019, abgerufen am 14. September 2020 (deutsch).
  19. Burg voller Bücher: Neue Gemeindebibliothek in Remchingen macht Lust aufs Lesen, bnn.de, 1. Oktober 2020
  20. Gemeinde-Bibliothek Remchingen, www.bibliothek-remchingen.de, abgerufen am 22. Oktober 2020
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