Remlingen (Unterfranken)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Remlingen
Remlingen (Unterfranken)
Deutschlandkarte, Position des Marktes Remlingen hervorgehoben
Koordinaten: 49° 48′ N, 9° 42′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Würzburg
Verwaltungs­gemeinschaft: Helmstadt
Höhe: 261 m ü. NHN
Fläche: 20,44 km2
Einwohner: 1470 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 72 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 97280, 97292
Vorwahl: 09369
Kfz-Kennzeichen: WÜ, OCH
Gemeindeschlüssel: 09 6 79 177
Marktgliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Im Kies 8
97264 Helmstadt
Webpräsenz: www.remlingen.de
Bürgermeister: Klaus Elze
Lage des Marktes Remlingen im Landkreis Würzburg
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Remlingen ist ein Markt im unterfränkischen Landkreis Würzburg und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Helmstadt. Der Markt ist ein landwirtschaftlich geprägter Wohnort im Einzugsbereich der Städte Würzburg, Marktheidenfeld und Wertheim.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Remlingen liegt im Landkreis Würzburg an der B 8.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Remlingen besteht aus zwei[2] Ortsteilen:

Es gibt nur die Gemarkung Remlingen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem Namen Remlingen liegt ein Personenname zugrunde, der durch das Zugehörigkeitssuffix -ing abgeleitet wurde. Wegen der divergenten Überlieferung lässt sich dieser Personenname nicht mit Sicherheit bestimmen. Es kommen Romenus und Ramin infrage.[3]

Frühere Schreibweisen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[3]

  • 839 „Romininga“
  • 1156 „Remeningen“
  • 1286 „Ramelingen“
  • 1297 „Remelingen“
  • 1303 „Remlingen“

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf wurde zum ersten Mal unter dem Abt Rhabanus Maurus von Fulda erwähnt, der am 9. Juli 839 mit dem Gaugrafen Boppo von Henneberg einen Gütertausch vornahm, wobei Grafschaftsgüter in Remlingen an den Abt übergingen. Die königliche Bestätigungsurkunde wurde am 7. Juli 839 von König Ludwig dem Frommen ausgefertigt. Remlingen war auch im Mittelalter ein wichtiger Marktflecken. Weiter war Remlingen eine Poststation an der alten Handelsstraße Prag – Nürnberg – Frankfurt am Main – Brüssel, heute größtenteils identisch mit der Bundesstraße 8.

Das Ensemble umfasst den Ort etwa innerhalb seiner spätmittelalterlichen Befestigungslinie. Aus einem karolingisch-ottonischen Königshof an der wichtigen West-Ost-Straße Frankfurt – Würzburg erwachsen, befand sich der Ort während des Mittelalters im Besitz der Grafen von Wertheim; seit dem späten 16. bzw. dem frühen 17. Jahrhundert war er zwischen der Grafschaft Castell und dem Hochstift Würzburg geteilt; diese Teilung ist an den beiden Herrschaftsschlössern am Ortsbild heute noch erkennbar. Die Herrschaftsgerichte wurden im Reichsdeputationshauptschluss 1803 sowie in der Mediatisierung zwischen Bayern, Baden und dem Großherzogtum Würzburg geteilt, bis 1810 ganz Remlingen Teil des Großherzogtums wurde, mit dem es 1814 an das Königreich Bayern fiel. Im Jahr 1818 entstand die politische Gemeinde.

Castell'sches Schloss Remlingen

Ort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der rein bäuerliche Ort hat eine Hanglage. Den höchsten Punkt nimmt das über einer hohen Stützmauer errichtete ehemalige Schloss Remlingen der Grafen zu Castell-Remlingen ein; in der Talniederung am Bach liegt die einst regelmäßige Vierflügelanlage des ehemaligen würzburgischen Amtsschlosses Remlingen, die im heutigen Baubestand nur mehr bruchstückhaft nachwirkt.

Einen eigenen abgeschlossenen Bezirk bildet die Pfarrkirche mit dem sie umgebenden Kirchhof, am Hang ebenfalls hochgelegen. Der Ortsgrundriss ist unregelmäßig und wird nur am Rand durch die Fernwege getragen, die sich hier kreuzen: die West-Ost-Straße bildet beim Talübergang einen Knick um das Würzburgische Amtsschloss (Marktheidenfelder und Würzburger Straße); die Nord-Süd-Straße führt vom ehemaligen Oberen Tor entlang der Stützmauer des Castell'schen Schlosses zum Marktplatz; sie verbindet sich dann mit der Würzburger Straße, von der sie sich erst außerhalb des Ortes in Richtung Holzkirchen wieder trennt. Der Ort besaß drei Tore, von denen keines mehr steht. Der Hauptteil des Dorfes entwickelte sich, von den Fernwegen abgewandt, entlang unregelmäßiger Gassenführungen nach Osten (Untere, Lange und Hintere Gasse); es hat seine Mitte in dem kleinen, steil ansteigenden, vom barocken Rathausbau beherrschten Marktplatz. Die Gassen sind ausnahmslos von Bauernhöfen gesäumt, die der Straße jeweils ihr Wohngebäude in Giebelstellung zuwenden. Es handelt sich um heute meist verputzte Fachwerkhäuser des 18. Jahrhunderts. Die häufig auftretende Jahreszahl 1710 lässt auf einen Wiederaufbau nach einem Ortsbrand schließen. Die noch relativ hohe Anzahl historischer Häuser zeichnet den Ort aus.

Der auf Remlinger Gemarkung liegende Höhberg ist einer der ältesten Weinberge in Franken, zum ersten Mal urkundlich erwähnt im Jahre 839.

Remlingen war und ist bekannt für seine drei R: Rinder, Rösser und Runkelrüben. Remlinger Rinder wurden in die ganze Welt exportiert, unter anderem nach Kanada, Südafrika und Frankreich. Bis vor kurzem existierte ein Runkelrübenzuchtverein, dessen Rübensorte Remling sehr begehrt war. Der Pferdesport wird aktiv und erfolgreich vom örtlichen Reit- und Fahrverein betrieben. Im Abstand von zwei Jahren findet an Pfingsten ein überregional bekanntes Reitturnier auf dem Gelände des Vereins statt.

Den männlichen Rübenzüchter nannte man im Volksmund auch „Remmler“. Aus der Hochblüte des Rübenanbaus ist eine fast skurrile Inschrift am Giebel eines von der B 8 aus sichtbaren Hauses übrig geblieben: „Remlinger Runkelrüben-Zuchtverein“.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnergemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Remlingen pflegt eine Partnerschaft mit der Gemeinde Effingen in der Schweiz. Bereits seit 1992 gab es freundschaftliche Verbindungen zwischen den Teilnehmern sowie Veranstaltern des Effinger Eierleset und des Remlinger Eierlauf. Diese verfestigten sich im Laufe der Jahre durch gegenseitige Besuche. Am 15. Juli 2007 wurde auf politischer Ebene eine Partnerschaft geschlossen.

Allianz Waldsassengau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 20. November 2014 ist Remlingen zusammen mit zwölf weiteren Gemeinden in der Allianz Waldsassengau organisiert.[4] Der Verein dient der interkommunalen Zusammenarbeit.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Weihnachtsmarkt am 3. Advent
  • Der im September stattfindende Saatmarkt
  • Reitturnier an Pfingsten
  • Eierlauf am Ostermontag

Lokale Bräuche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein TTC Remlingen spielte in der Saison 1974/75 in der Tischtennis-Bundesliga.

Wissenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Vorfahren des ehemaligen Premierministers von Alberta, Ralph Klein, stammen aus Remlingen. Im Jahr 2005 besuchte er deshalb das unterfränkische Dorf, als er auf dem Weg nach Südafrika, zu einer OPEC-Konferenz, in Deutschland einen Zwischenstopp einlegte.
  • Einer der ältesten Weinberge in Franken, der Höhberg, wurde im Jahre 839 erstmals urkundlich erwähnt. Dessen Weinrebe spiegelt sich heute im Remlinger Wappen wider.
  • Der Ortsneckname Pfaangl kommt von der besonderen Aussprache dieses Wortes durch die Remlinger, das in den Nachbargemeinden nur mit einem kurzen A ausgesprochen wird.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Remlingen (Unterfranken) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111110/205729&attr=OBJ&val=1814
  3. a b Wolf-Armin von Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken. C. H. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 186 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. Allianz Waldsassengau im Würzburger Westen. Verein. Abgerufen am 20. Januar 2016.