Remlingen (Niedersachsen)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Remlingen
Remlingen (Niedersachsen)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Remlingen hervorgehoben
52.11666666666710.666666666667138Koordinaten: 52° 7′ N, 10° 40′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Wolfenbüttel
Samtgemeinde: Elm-Asse
Höhe: 138 m ü. NHN
Fläche: 21,59 km²
Einwohner: 1798 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 83 Einwohner je km²
Postleitzahl: 38319
Vorwahl: 05336
Kfz-Kennzeichen: WF
Gemeindeschlüssel: 03 1 58 024
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Markt 3
38170 Schöppenstedt
Bürgermeister: Klaus-Günter Warnecke (SPD)
Lage der Gemeinde Remlingen im Landkreis Wolfenbüttel
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Remlingen ist eine Gemeinde im Landkreis Wolfenbüttel. Remlingen ist ein alter Bergarbeiterort an der Asse und Mitgliedsgemeinde der Samtgemeinde Elm-Asse.

Geografie[Bearbeiten]

Remlingen liegt etwa 12 km südöstlich der Kreisstadt Wolfenbüttel in der Remlinger Lößmulde, eines Teil-Naturraums des Ostbraunschweigischen Hügellands. Die Gemeinde gliedert sich in drei Ortsteile:

  • Remlingen (1.370 Einwohner)
  • Groß Biewende (372 Einwohner)
  • Klein Biewende (250 Einwohner)

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahre 1022 wird der an der Südspitze der Asse gelegene Ort Remlingen zum ersten Male in der schriftlichen Überlieferung erwähnt, und zwar als Remninge. In den nächsten Jahren erscheinen immer wieder mal andere Schreibweisen des Ortes, wie beispielsweise Ramnigge, Remnigge, Remmelinghe, Remminghe, usw. Im Jahre 1359 tritt die heute übliche Schreibweise Remlingen auf. Das Pfarrdorf Remlingen war Sitz einer Superintendentur mit Aufsicht über die Pfarren von Semmenstedt, Hedeper, Seinstedt, Winnigstedt, Achim, Kissenbrück, Neindorf, Groß Denkte und Groß Biewende. Der Berghauptmann und Stallmeister Georg Engelhard von Löhneysen betrieb bis Ende des 16. Jahrhunderts eine bedeutende Buchdruckerei, in der herzogliche Schriften und Arbeiten über das Bergwesen gedruckt wurden. Der Edelhof der von Löhneyseschen Familie steht in der Rittermatrikel. Vor dem Dorf stand eine zum Gut gehörende hölzerne Bockwindmühle.

Von besonderer Bedeutung für Remlingens Entwicklung war der Asseschacht, der ab 1898 abgetäuft wurde. 1906 wurde mit der Errichtung der Schachtanlage begonnen. In den Jahren 1908 bis 1926 wurde vor allem das carnallitische Kalilager nördlich des Schachtes abgebaut. Die Kali-Rohsalzförderung wurde später zugunsten des Steinsalzes beendet. Im Jahre 1964 wurde der Betrieb des Werkes eingestellt. Nach seiner Stilllegung wurde der Schacht zur Forschungsstätte und Endlagerungsstätte für radioaktive Rückstände ausgebaut. Das Ortswappen bezeugt diese Entwicklung: Im Blau eine goldene Spitze mit blauem Schlegel und blauem Eisen, schräg gekreuzt, stellt den Bergbau dar, oben rechts ein goldenes Zahnrad steht für Gewerbe, Industrie und Handwerk, oben links eine goldene Pflugschar für Landwirtschaft und Garten.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. März 1974 wurden die Gemeinden Groß Biewende und Klein Biewende eingegliedert.[2]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat, der am 10. September 2006 gewählt wurde, setzt sich wie folgt zusammen:

(Stand: Kommunalwahl am 10. September 2006)

Bürgermeister ist Klaus-Günter Warnecke (SPD). Ortsvertrauensfrau ist Heike Wiegel (SPD).

Wappen[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Biogasanlage[Bearbeiten]

Mitte 2007 wurde angefangen, in Remlingen an der Kreisstraße 20 in Richtung Klein Vahlberg, eine Biogasanlage, auf dem Feld eines ansässigen Bauern, zu bauen. Die Turbinenleistung soll bei 550 kWh liegen und im Winter öffentliche Gebäude sowie ein ansässiges Unternehmen beheizen. Im Sommer wird durch den ORC-Prozess ein Teil der erzeugten Wärme in elektrische Energie umgewandelt und ins Netz eingespeist. Mit einer kleinen Restwärme will man das Schwimmbad beheizen. Betreiber ist die Greenvironment GmbH in Berlin.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Schule[Bearbeiten]

Im Jahre 1961 wurde in Remlingen, in mehreren Bauabschnitten, das erste Schulgebäude errichtet. In den Jahren zuvor mussten die Schüler in das heutige Verwaltungsgebäude der Samtgemeinde Asse gehen und zusätzlich den heutigen Gemeinderaum der Kirche als zweiten Klassenraum nutzen. Auf Grund von steigenden Schülerzahlen wurde 1970 und 1971 das Schulgebäude ausgebaut. Im Jahre 1972 entstand die Turnhalle.

1999 wurden durch einen Neuanbau sechs weitere Klassenräume geschaffen. Der Vorderteil des Altbaus wird heute ausschließlich von der Grundschule benutzt. Der zum Sportplatz ausgerichtete Altbau sowie der Neuanbau wird von der Haupt- und Realschule geteilt.

Im Jahre 2003 wurden von seitens der Politik die Orientierungsstufen abgeschafft. 2004 begann man in Remlingen, die Schule wieder auszubauen. Es entstand ein Neubau, der sich über drei Stockwerke erstreckt und unter anderem auch noch Platz für naturwissenschaftliche Räumlichkeiten enthält. Die vorrangige Nutzung dieser Räume ist den fünften bis sechsten Klassen vorbehalten.

Die Schule beteiligt sich ebenfalls an regionalen Projekten wie: dem Comenius-Programm, der Umweltschule und dem Austausch mit den Franzosen.

In den Jahren 2004 und 2006 erhielt die Schule das Prädikat der Umweltschule. Mitte des Jahres 2007 wurden Solarzellen auf dem Hauptdach der Schule in Betrieb genommen. 2008 erfolgt ein direkter Anschluss an die neu erbaute Biogasanlage, die zusätzlich auch das Schwimmbad und andere Gebäude in Remlingen beheizen und in den Sommermonaten mit Strom versorgen soll.[3]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Rekonstruktion der Mauerkammer in Remlingen
Hauptartikel: Mauerkammer von Remlingen

1987 entdeckte der Remlinger Ortsheimatpfleger Norbert Koch bei einer Feldbegehung auf dem Hohberg die Mauerkammer von Remlingen. 1997 durchgeführte Ausgrabungen wiesen ein Mauerkammergrab nach. Im niedersächsischen Nordharzvorland konnte dieser Grabtyp hier erstmals nachgewiesen werden. Mit der noch bis zu 50 cm hohen Einfassungsmauer aus ortsfremden Gesteinen, der Steinpflasterung und den deutlich erkennbaren Resten von verkohltem Holz des eingestürzten Daches boten sich gute Möglichkeiten zur Rekonstruktion der Mauerkammer, die in Remlingen erfolgte.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Bundesstraße 79 von Wolfenbüttel in Richtung Halberstadt verläuft direkt durch den Ort. Neben dem Ort verläuft die Kreisstraße 20 nach Klein Vahlberg. Auf der anderen Seite vom Remlingen führt die Landstraße 513 über Klein Biewende, Groß Biewende, Kissenbrück und endet in Ohrum.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Remlingen (Niedersachsen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 102 Bevölkerung - Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2013 (Tabelle K1020014) (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 273.
  3. Schulhomepage mit Geschichte auf HRS-Remlingen.de (abgerufen am 2. April 2010)