René Cagnat

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René Louis Victor Cagnat (* 10. Oktober 1852; † 27. März 1937 in Paris) war ein französischer Epigraphiker.

René Cagnat widmete sich ab 1880 in seinen ersten wissenschaftlichen Arbeiten den Munizipalmilizen im Römischen Reich, 1882 den indirekten Steuern bei den Römern. 1886 veröffentlichte er eine Einführung in die lateinische Epigraphik, die mehrere Auflagen erlebte. Seine nachhaltigste Leistung war die Begründung der Zeitschrift L’Année épigraphique, in der bislang weit verstreute Berichte zur Epigraphik gesammelt veröffentlicht werden. Seit den 1880er-Jahren widmete Cagnat sich auch insbesondere den Inschriften Nordafrikas. Auf Bitten Theodor Mommsens bearbeitete er zunächst mit Johannes Schmidt, später mit Hermann Dessau die nordafrikanischen Inschriften für das Corpus Inscriptionum Latinarum. Die französische Regierung übergab ihm in den 1890er-Jahren die Aufsicht über die nordafrikanischen Museen und die dortige epigraphische Forschung. Zwischen 1906 und 1927 hatte Cagnat maßgeblichen Anteil an der Veröffentlichung der Inscriptiones Graecae ad res Romanas pertinentes (Zusammenstellung von griechischen Inschriften mit thematischem Bezug auf das römische Reich).

Cagnat war seit 1887 Professor am Collège de France, 1895 wurde er in die Académie des inscriptions et belles-lettres gewählt, 1904 auf Antrag Otto Hirschfelds und Ulrich von Wilamowitz-Moellendorffs zum korrespondierenden Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Cours d'épigraphie latine. Paris 1886; 3. Auflage 1898 (Digitalisat); 4. Auflage 1914.
  • L'armée romaine d'Afrique et l'occupation militaire de l'Afrique sous les empereurs. Paris 1892 (Digitalisat).
  • Lambèse. Leroux, Paris 1893 (Digitalisat).
  • Musée de Lambèse. Leroux, Paris 1895 (Digitalisat).
  • mit Émile Boeswillwald und Albert Ballu: Timgad. Une cité africaine sous l'Empire Romain. Leroux, Paris 1905 (Digitalisat).
  • Carthage, Timgad, Tebessa et les villes antiques de l'Afrique du Nord. Paris 1909; 3. Auflage 1927 (Digitalisat).
  • mit Victor Chapot: Manuel d'archéologie romaine. Paris 1916–1920 (Digitalisat Band 1, Band 2).
  • Inscriptions latines d'Afrique, Paris 1923.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christa Kirsten (Hrsg.): Die Altertumswissenschaften an der Berliner Akademie. Wahlvorschläge zur Aufnahme von Mitgliedern von F.A. Wolf bis zu G. Rodenwaldt. Akademie-Verlag, Berlin 1985 (Studien zur Geschichte der Akademie der Wissenschaften der DDR, Band 5), S. 128–129.