René Schneider (General)

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René Schneider

René Schneider Chereau (* 31. Dezember 1913 in Concepción; † 25. Oktober 1970 in Santiago de Chile) war ein deutschstämmiger chilenischer General und Oberbefehlshaber des Militärs. Er wurde 1970 von Gegnern der neugewählten Regierung Salvador Allendes bei einem Entführungsversuch erschossen.

Leben[Bearbeiten]

Schneider stand treu zur Verfassung und war Garant einer freien Abstimmung im Kongress über die Wahl Salvador Allendes zum Staatsoberhaupt. Am 22. Oktober 1970 wurde der General von einem von der CIA unterstützten Killerkommando überfallen und schwer angeschossen. Er stand den Putschisten im Wege, die die amerikanischen Interessen gewährleisten sollten (u. a. die des ITT-Konzerns). Die Empörung in der Bevölkerung über den Angriff auf Schneider und über die darin verdeutlichten Absichten der USA war einer der Gründe, die die Christdemokratische Partei dazu bewogen, Allende bei der Präsidentenwahl am 24. Oktober zu unterstützen. Schneider starb drei Tage nach dem Angriff im Krankenhaus, einen Tag nach der Wahl Salvador Allendes.

Schneiders Nachfolger als Oberbefehlshaber, General Carlos Prats, musste kurz vor dem Putsch vom 11. September 1973 zurücktreten und kam im Jahr darauf bei einem Attentat in Buenos Aires ums Leben.

Nach Dokumenten des US-amerikanischen Geheimdienstes soll Präsident Nixons Sicherheitsberater Kissinger 1970 die Ermordung von General René Schneider veranlasst haben.[1][2]

Literatur und Dokumentation[Bearbeiten]

Die Verwicklung der USA, insbesondere Henry Kissingers, in die Ermordung Schneiders wird in dem Buch Die Akte Kissinger und dem Dokumentarfilm „Angeklagt: Henry Kissinger“ thematisiert. Schneiders Sohn und Alexander Haig, die für den Dokumentarfilm interviewt wurden, äußern sich zu dessen Ermordung. Auf den Mord an General Schneider spielt auch der chilenische Sänger Víctor Jara in einer Strophe seines Liedes „Las casitas del barrio alto“ an.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mord in Chile: Kissinger verklagt. die tageszeitung, 11. September 2001
  2. Why the law wants a word with Kissinger - Sidney Magazine 2002. Smh.com.au. 30. April 2002. Abgerufen am 3. April 2010.