Renale Clearance

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Renale Clearance bezeichnet die Clearance durch die Nieren, d. h. die Entfernung einer bestimmten exogenen oder endogenen Substanz aus dem Blut als spezifische Leistung der Nieren, und gibt das fiktive Plasmavolumen an, welches pro Zeiteinheit von der entsprechenden Substanz befreit wird. Den Begriff „Clearance“ schufen 1928 Möller, McIntosh und van Slyke für die Ausscheidung von Harnstoff.[1]

Aus der renalen Clearance bestimmter Indikatorsubstanzen, die tubulär weder sezerniert noch rückresorbiert werden, wie z. B. Kreatinin oder Inulin, kann auf die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) der Nieren geschlossen werden.

So gilt z. B. für die Kreatinin-Clearance:

C_\mathrm{Kreatinin} = \frac{\mathit{Kreatinin}_\mathrm{Harn}\cdot \mathit{Fluss}_\mathrm{Harn}}{\mathit{Kreatinin}_\mathrm{Plasma}}

Jedoch kann es bei Kreatininkonzentrationen im Blut von über 0,1 mmol/l zu einer Sekretion kommen, wodurch die Clearance falsch hoch erscheint.

Verlaufsbeurteilung einer chronischen Niereninsuffizienz
GFR Wertebereich
Normalbereich 95 – 160 ml/min
Leichte Einschränkung 50 – 95 ml/min
Deutliche Einschränkung < 50 ml/min (= Verminderung um mindestens 50 %)

Cockcroft-Gault-Formel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die einfache Version der Cockcroft-Gault-Formel hilft, die Kreatinin-Clearance [ml/min] aus den im Plasma gemessenen Kreatininkonzentrationen abzuschätzen.

  • mit der Einheit KreatininPlasma in mg/dl und Gewicht in kg

C_\mathrm{Kreatinin} = \frac { (140 - \mathit{Alter}) \times \mathit{Gewicht}} {\mbox{72} \times {\mathit{Kreatinin}_\mathrm{Plasma}}} \times {(0{,}85_\mathrm{bei\, Frauen})}


  • mit der Einheit KreatininPlasma in mmol/l und Gewicht in kg

C_\mathrm{Kreatinin} = \frac { (140 - \mathit{Alter}) \times \mathit{Gewicht}} {\mbox{815} \times {\mathit{Kreatinin}_\mathrm{Plasma}}} \times {(0{,}85_\mathrm{bei\, Frauen})}

Bei Frauen wird wegen des geringeren Muskelanteils der errechnete Wert mit 0,85 multipliziert.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Horst Kremling: Zur Entwicklung der Nierendiagnostik. In: Würzburger medizinhistorische Mitteilungen 8, 1990, S. 27–32; hier: S. 29 f.
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