Renate Jaeger

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Renate Jaeger (* 30. Dezember 1940 in Darmstadt) ist eine deutsche Richterin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jaeger studierte Rechtswissenschaften an der Universität zu Köln, Ludwig-Maximilians-Universität München und Université de Lausanne. Nach dem zweiten Staatsexamen trat sie 1968 in den Justizdienst des Landes Nordrhein-Westfalen ein und war bis 1974 Richterin am Sozialgericht Düsseldorf, von wo sie für die Jahre 1970 und 1971 als wissenschaftliche Mitarbeiterin zum Bundessozialgericht abgeordnet wurde. 1974 wurde Jaeger zur Richterin am Landessozialgericht berufen, wo sie bis 1987 tätig war. In den Jahren 1976 bis 1979 war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an das Bundesverfassungsgericht abgeordnet. 1986 wurde sie zur Vorsitzenden Richterin am Landessozialgericht ernannt, 1987 folgte die Ernennung zur Richterin am Bundessozialgericht.

Neben ihrer Tätigkeit beim Bundessozialgericht wurde sie 1988 zum Mitglied des Verfassungsgerichtshofs für das Land Nordrhein-Westfalen gewählt, 1992 wurde sie daneben Mitglied der Verfassungs-Enquête-Kommission Rheinland-Pfalz. Von 1991 bis 1994 nahm sie außerdem einen Lehrauftrag der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster wahr.

Am 24. März 1994 schließlich wurde Jaeger zur Richterin des Bundesverfassungsgerichts ernannt, wo sie bis zum 29. Oktober 2004 Mitglied des Ersten Senats war. Zudem war sie Verbindungsbeamtin des Bundesverfassungsgerichts zur Venedig-Kommission des Europarats.

Am 28. April 2004 wurde Jaeger von der Parlamentarischen Versammlung des Europarats zur Richterin am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gewählt. Bevor sie dieses Richteramt am 1. November 2004 antrat, wurde sie am 14. Oktober 2004 von der Juristischen Fakultät der Universität Münster mit der Ehrendoktorwürde ausgezeichnet. Im Herbst wurde ihr das Große Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Renate Jaeger ist Mitglied des Kuratoriums von Aktion Deutschland Hilft e. V., dem Bündnis der Hilfsorganisationen.

Nachfolger Jaegers am Bundesverfassungsgericht ist Reinhard Gaier und am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ist ihr Anfang 2011 Angelika Nußberger gefolgt.

Seit 12. Januar 2011 ist Jaeger Vorsitzende des Disziplinarrates der Europäischen Kommission.[1] Von 2011 bis 2015 leitete sie ferner die Schlichtungsstelle der Rechtsanwaltschaft, die bei Streitigkeiten zwischen Mandanten und Rechtsanwälten vermittelt.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. EU-Kommission ernennt Renate Jäger zur Vorsitzenden des Disziplinarrates. Europäische Kommission, 12. Januar 2011, abgerufen am 3. April 2014.
  2. Pressemitteilung anlässlich des 75. Geburtstags Jägers, Bundesverfassungsgericht, 29. Dezember 2015