Renaud Lavillenie

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Renaud Lavillenie Leichtathletik
Renaud Lavillenie Helsinki 2012.jpg

Renaud Lavillenie bei den Europameisterschaften 2012

Nation FrankreichFrankreich Frankreich
Geburtstag 18. September 1986
Geburtsort Barbezieux-Saint-Hilaire
Größe 176 cm
Gewicht 69 kg
Karriere
Disziplin Stabhochsprung
Bestleistung 6,05 (Freiluft)
6,16 m (Halle) Aktueller Weltrekord
Verein Cognac AC
Status aktiv
Medaillenspiegel
Olympische Spiele 1 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
Weltmeisterschaften 0 × Gold 2 × Silber 2 × Bronze
Hallen-WM 1 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
Europameisterschaften 3 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
Hallen-EM 3 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
Olympische Ringe Olympische Spiele
Gold London 2012 5,97 m
Logo der IAAF Weltmeisterschaften
Bronze Berlin 2009 5,80 m
Bronze Daegu 2011 5,85 m
Silber Moskau 2013 5,89 m
Bronze Peking 2015 5,80 m
Logo der IAAF Hallenweltmeisterschaften
Gold Istanbul 2012 5,95 m
Logo der EAA Europameisterschaften
Gold Barcelona 2010 5,85 m
Gold Helsinki 2012 5,97 m
Gold Zürich 2014 5,90 m
Logo der EAA Halleneuropameisterschaften
Gold Turin 2009 5,81 m
Gold Paris 2011 6,03 m
Gold Göteborg 2013 6,01 m
Gold Prag 2015 6,04 m
letzte Änderung: 24. August 2015

Renaud Lavillenie ([ʁə.no la.vi.lə.ni]; * 18. September 1986 in Barbezieux-Saint-Hilaire) ist ein französischer Stabhochspringer und mit in der Halle übersprungenen 6,16 m aktueller Weltrekordhalter. Er ist fünffacher Gewinner im Stabhochsprung bei der IAAF Diamond League (von 2010 bis 2014).

Biografie[Bearbeiten]

Der Sohn eines früheren Stabhochspringers und Leiters eines Pferdesportzentrums begann seine sportliche Laufbahn im Alter von sieben Jahren beim Cognac Athlétique Club (Cognac AC). Parallel zur Leichtathletik ging Lavillenie wie sein Vater auch dem Voltigieren nach. Als 15-Jähriger begann er mit dem systematischen Leichtathletiktraining bei Georges Martin. Herausragende Siege oder Medaillen konnte Lavillenie auf Juniorenebene nicht erzielen.[1]

Lavillenie startet weiterhin für den Cognac AC. 2006 übersprang er mit 5,25 m in der Halle und 5,22 m im Freien erstmals die Fünfmetermarke. Im Jahr darauf konnte er sich zwar auf 5,58 m in der Halle und 5,45 m im Freien steigern, belegte aber bei den U23-Europameisterschaften nur den zehnten Platz. 2008 nahm er an den Hallenweltmeisterschaften in Valencia teil und schied dort als 13. in der Qualifikation aus.

Ein Jahr später siegte er mit 5,81 m bei den Halleneuropameisterschaften in Turin. Am 14. Juni 2009 sprang Lavillenie mit 5,96 m in Clermont-Ferrand an die Spitze der Freiluft-Weltjahresbestenliste. Eine Woche später, am 21. Juni 2009, überquerte er in Leiria, Portugal, 6,01 m und gewann damit den Wettbewerb beim Europapokal für Nationalmannschaften. Gleichzeitig verbesserte er den französischen Rekord von Jean Galfione um drei Zentimeter. Bei den Weltmeisterschaften 2009 in Berlin gewann Lavillenie mit 5,80 m die Bronzemedaille hinter dem Australier Steven Hooker und seinem Landsmann Romain Mesnil. 2010 reiste Lavillenie als europäischer Jahresbester zu den Europameisterschaften nach Barcelona, dort gewann er den Titel mit 5,85 m.

Auch bei den Halleneuropameisterschaften des folgenden Jahres war er mit 6,03 m nicht zu schlagen. Bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2011 in Daegu gewann Lavillenie die Bronzemedaille mit einer Höhe von 5,85 m. Seinen ersten Weltmeistertitel gewann Renaud Lavillenie bei den Leichtathletik-Hallenweltmeisterschaften 2012 in Istanbul. Er siegte mit übersprungenen 5,95 m vor Björn Otto (GER - 5,80 m) und Brad Walker (USA - 5,80 m).

Bei den Leichtathletik-Europameisterschaften 2012 in Helsinki wurde Lavillenie Europameister mit einer übersprungenen Höhe von 5,97 m vor den beiden Deutschen Björn Otto (5,92 m) und Raphael Holzdeppe (5,77 m). Etwas mehr als einen Monat später gewann er bei den Olympischen Sommerspielen 2012 in London mit 5,97 m die Goldmedaille, erneut vor Otto (5,91 m) und Holzdeppe (5,91 m).

Am 3. März 2013 wurde er bei den Leichtathletik-Halleneuropameisterschaften 2013 im schwedischen Göteborg mit einer übersprungenen Höhe von 6,01 m zum dritten Mal Halleneuropameister im Stabhochsprung. Auch im Freien überzeugte er mit konstant guten Höhen wie den 5,95 m bei den französischen Meisterschaften. Nachdem er am 19. Juli in Monaco mit 5,96 m einen neuen Diamond-League-Rekord gesprungen war, verbesserte er diesen und auch seine persönliche Bestleistung am 27. Juli in London weiter auf 6,02 m. Damit kamen zwar die sechs besten Höhen des Jahres von Lavillenie, bei den Weltmeisterschaften in Moskau musste er sich aber mit 5,89 m überraschend Raphael Holzdeppe geschlagen geben, der bei derselben übersprungenen Höhe aufgrund der geringeren Anzahl an Fehlversuchen die Goldmedaille gewann.

Am 15. Februar 2014 überquerte Lavillenie im ukrainischen Donezk 6,16 m und überbot damit den 20 Jahre alten Hallenweltrekord von Serhij Bubka um einen Zentimeter.[2] Dieser hatte damals seinen Weltrekord bei demselben Meeting aufgestellt und war nun als Anwesender einer der ersten Gratulanten.[3] In seinem darauffolgenden ersten Versuch über 6,21 m wurde Lavillenie von seinem Stab zurück geschleudert und zog sich eine Risswunde am linken Knöchel zu, die mit zwölf Stichen genäht werden musste.[4] Bei den Europameisterschaften 2014 in Zürich gewann er mit 5,90 m auch im Freien seinen dritten EM-Titel in Folge. Obwohl er wieder als klarer Favorit galt, konnte Lavillenie auch bei der WM 2015 in Peking den Weltmeistertitel nicht gewinnen. Er scheiterte an 5,90 m und musste sich mit der Bronzemedaille begnügen.

Bei einer Körpergröße von 1,76 m beträgt sein Wettkampfgewicht 69 kg; Lavillenie ist der bislang kleinste Stabhochspringer, der die Sechsmetermarke übersprang.[5] (Stand 2009) Insgesamt war Lavillenie der siebzehnte Stabhochspringer, der die Sechsmetermarke übersprang, wobei dies Jean Galfione und Danny Ecker nur in der Halle gelang.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Renaud Lavillenie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Renaud Lavillenie. In: Internationales Sportarchiv 27/2011 vom 5. Juli 2011, ergänzt um Nachrichten durch MA-Journal bis KW 36/2012 (abgerufen via Munzinger Online).
  2. Leichtathletik - Lavillenie springt Stab-Weltrekord - 6,16 m, in: eurosport.yahoo.com (abgerufen am 15. Februar 2014).
  3. iaaf.org: Renaud Lavillenie sets pole vault world record of 6.16m in Donetsk, 15. Februar 2014
  4. spox.com: Lavillenie verletzt sich bei Weltrekord, 16. Februar 2014
  5. Leichtathletik-special vom 7. August 2009, Seite 40