Rennrudern

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Achter-Rennen

Rennrudern ist eine Ausprägung des Rudersports, bei der in möglichst kurzer Zeit eine vorgegebene Strecke zurückgelegt werden soll.

Meistens treten die Ruderer bei Wettkämpfen, Regatta genannt, direkt gegeneinander auf einer Regattastrecke an. Dabei beträgt die olympische Distanz im Rudern 2000 Meter, auf den meisten DRV-Regatten wird jedoch nur eine Streckenlänge von 1000 Metern gefahren. Es gibt jedoch auch Sprintrennen, meistenz über eine Distanz von 350 Metern, wie zum Beispiel die Ruder-Bundesliga, aber auch Langstreckenrennen über eine längere Distanz wie der Rheinmarathon von Leverkusen nach Düsseldorf.

Wettkämpfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Ruderregatta

Die meisten im Rudern ausgetragenen Wettkämpfe werden Regatten genannt. Zusätzlich zu den Wettbewerben auf dem Wasser werden – meistens im Winter – Ergometerwettkämpfe auf Ruder-Ergometern ausgetragen. Der wahrscheinlich bekannteste Ruderwettkampf ist das Boat Race zwischen den Achtern der Universitäten Oxford und Cambridge.

Internationale Wettkämpfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rudern finden jährlich Weltmeisterschaften und Europameisterschaften. Des Weiteren findet seit 1997 ebenfalls jährlich der Ruder-Weltcup statt, jedes Jahr an drei verschiedenen Stationen. Rudern ist auch eine olympische Sommersportart, alle vier Jahre finden also Ruderwettkämpfe in den 14 olympischen Bootsklassen statt. Diese Wettkämpfe sowie weitere internationale Regatten werden nach den Wettkampfregeln der FISA, meist über eine Strecke von 2000 Metern bzw. 1500 Metern im Juniorenbereich, ausgetragen.

Nationale Wettkämpfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regatten in Deutschland werden meist nach den „Ruder-Wettkampfregeln“ (RWR) des DRV ausgetragen, für Kinder bis 14 Jahre gelten die „Bestimmungen für Dürchführung von Jungen- und Mädchenwettbewerben“, Veranstalter können jedoch die bestehenden Regeln (den Gegebenheiten entsprechend) anpassen. Auf den meisten Regatten beträgt die Streckenlänge 1000 Metern, es werden jedoch auch Sprintregatten (meist über 350 Meter) sowie Langstreckenregatten über 6 Kilometer bzw. 3 Kilometer im Jugendbereich ausgetragen.

Beispiele:

Bootsklassen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rennruderboote unterscheiden sich von Wanderruderbooten dadurch, dass sie deutlich leichter gebaut sind und einen kleineren Querschnitt haben. Dadurch können mit Rennruderbooten deutlich höhere Geschwindigkeiten erreicht werden.

Im Rennrudern wird zwischen den olympischen Bootsklassen, die auch bei der olympischen Ruderregatta ausgefahren werden, und den nichtolympischen Bootsklassen, die nur auf Weltmeisterschaften ausgefahren werden, unterschieden.

Olympische Bootsklassen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leichtgewichts-Männervierer ohne Steuermann (LM4-) bei den Olympischen Sommerspielen 2004

Es existieren insgesamt 14 olympische Bootsklassen, darunter acht bei den Männern und 6 bei den Frauen.[1]

Männer:

Frauen:

Nichtolympische Bootsklassen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oksana Masters und Rob Jones, Bronzemedaillengewinner im TAMix2x bei den Sommer-Paralympics 2012

Es gibt insgesamt 7 nichtolympische Bootsklassen, 5 bei den Männern und 2 bei den Frauen.[1]

Männer:

  • Leichtgewichts-Einer (LM1x), (Skiff)
  • Leichtgewichts-Zweier ohne Steuermann (LM2-)
  • Zweier mit Steuermann (M2+)
  • Leichtgewichts-Doppelvierer (LM4x)
  • Leichtgewichts-Achter (LM8+)

Frauen:

  • Leichtgewichts-Einer (LW1x), (Skiff)
  • Leichtgewichts-Doppelvierer (LW4x)

Para-Bootsklassen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Pararudern

Rudern ist erst seit 2008 paralympisch und damit die jüngste paralympische Sportart. Es werden auf internationaler Ebene (Weltmeisterschaften und Paralympics) vier Bootsklassen ausgefahren. Im Gegensatz zur olympischen Regatta werden die paralympischen Rennen über eine Distanz von nur 1000 Metern entschieden.[2]

AW/AM 1x[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In dieser Bootsklasse rudern die Athletin beziehungsweise der Athlet im Einer (Skiff) nur mit Armen und Schultern, da die Rumpfstabilität bei diesen Sportlern beeinträchtigt ist oder fehlt. Aus diesem Grund wird der Ruderer am Oberkörper fest am Boot fixiert. Schwimmkörper unter den Auslegern des Bootes sind vorgeschrieben.

TA 2x[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mannschaft besteht aus einer Ruderin und einem Ruderer, die an den Oberschenkeln am Boot fixiert sind. Der Vortrieb erfolgt also zusätzlich zu Armen und Schultern auch mit dem Oberkörper.

LTA 4+[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der gemischte Vierer ist das einzige paralympische Riemenboot. Es rudern jeweils zwei Männer und Frauen mit eingeschränkten Sehvermögen oder leichten Amputationen. Der Steuermann muss die Einschränkungen der Klasse LTA nicht erfüllen.

Distanzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da viele Regatten auf Naturstrecken stattfinden, gibt es Regatten über äußerst viele Distanzen. Im Folgenden sind die häufigsten aufgeführt.

Länge Art Anmerkungen und Beispiel
350–500 m Sprintstrecke Ruder-Bundesliga, Vienna Nightrow, Deutsche Sprintmeisterschaften; Standardstrecke für Kinder unter 12 Jahren
1000 m Normale Distanz Standardmittelstrecke der 12- bis 14-jährigen Kinder, und der Masters sowie im Hochschulrudern
1500 m Normale Distanz Standardmittelstrecke für 15/16-Jährige (Junioren B)
2000 m Olympische Distanz Standardmittelstrecke der Senioren A (offene Klasse), Junioren A (U19) und Senioren B (U23)
3000 m Langstreckenrennen Standardlangstrecke für 12- bis 14-Jährige und Jüngere (Kinder)
6000 m Langstreckenrennen Standardlangstrecke für B-/A-Junioren und Senioren. Rennen gibt es in zum Beispiel in Dortmund (Zentrale Langstrecke) und Leipzig (Frühtest)
6800 m Langstreckenrennen Boat Race und Head of the River Race

Weltbestzeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis in die Mitte der 1950er Jahre gab es in den olympischen Ruderdisziplinen offizielle Weltrekorde. Da diese aber sehr stark von äußeren Einflüssen wie zum Beispiel Strömung, Wind und Wellen, aber auch von der Wassertiefe- und temperatur abhängen, werden heute keine offiziellen Weltrekorde mehr geführt. Um dennoch Vergleichsmaßstäbe zum Beispiel bei Weltmeisterschaften bieten zu können, führt die FISA offizielle Weltbestzeiten.

Altersklassen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wettkämpfe werden für verschiedene Altersklassen ausgeschrieben:[3]

  • Kinder (bis 14 Jahre, in Österreich heißt diese Altersklasse Schüler, in der Schweiz „Junioren C“ [Junioren C = 14 Jahre und Jünger]),
  • Junioren B (U17, werden im laufenden Kalenderjahr 15 oder 16 Jahre alt),
  • Junioren A (U19, werden im laufenden Kalenderjahr 17 oder 18 Jahre alt),
  • Senioren B (U23, werden im laufenden Kalenderjahr 19 bis 22 Jahre alt),
  • Senioren A (offene Altersklasse)
  • Masters (Mindestalter 27 Jahre).[4]

Das Rudern auf Regatten in der Masterskategorie beginnt für den Ruderer in dem Jahr, in dem er/sie das 27. Lebensjahr vollendet. Dabei gibt es folgende Altersklassen:

  • Masters A: Mindestalter 27 Jahre
  • Masters B: ab 36 Jahre, im Mannschaftsboot Mindestdurchschnittsalter 36
  • Masters C: ab 43 Jahre, im Mannschaftsboot Mindestdurchschnittsalter 43
  • Masters D: ab 50 Jahre, im Mannschaftsboot Mindestdurchschnittsalter 50
  • Masters E: ab 55 Jahre, im Mannschaftsboot Mindestdurchschnittsalter 55
  • Masters F: ab 60 Jahre, im Mannschaftsboot Mindestdurchschnittsalter 60
  • Masters G: ab 65 Jahre, im Mannschaftsboot Mindestdurchschnittsalter 65
  • Masters H: ab 70 Jahre, im Mannschaftsboot Mindestdurchschnittsalter 70

Im Mastersrudern gibt es mehrere Besonderheiten. Einerseits gibt es einen Altersausgleich zwischen den Ruderern, da das Durchschnittsalter gebildet wird (z. B. kann ein Masters-C-Zweier aus einem 60-jährigen und einem 28-jährigen Ruderer (Vater und Sohn) bestehen). Des Weiteren dürfen im Mastersbereich weibliche Steuerleute Männerboote (und umgekehrt) steuern.

Gewichtsklassen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Leichtgewicht (Rudern)

Neben den Altersklassen wird im Kinder-, Junior- und Seniorbereich auch noch in zwei Gewichtsklassen unterschieden, Leichtgewicht und Normalgewicht (auch Offene Klasse).[5] Für eine detaillierte Liste der zulässigen Gewichtsobergrenzen siehe: Leichtgewicht (Rudern)#Gewichtsgrenzen und Wiegen.

Training[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem Training auf dem Wasser gibt es für Rennruderer viele weitere Möglichkeiten, ihr Training zu gestalten. Die gebräuchlichsten sind im Folgenden kurz aufgeschlüsselt.

Ruderergometer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ruderergometer
Hauptartikel: Ruderergometer

Ein Ruderergometer ist ein Sportgerät, auf dem die Bewegung beim Rudern simuliert wird. Es wird hauptsächlich für das Ausdauertraining im Winter genutzt und eignet sich auch gut für einen Leistungsvergleich bei den Sportlern.

Das Ruderergometer erfreut sich inzwischen auch über den Rudersport hinaus, zum Beispiel in Fitnessstudios, großer Beliebtheit.

Krafttraining[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da Rudern eine Kraftausdauer-Sportart ist, ist Krafttraining, vor allem im Rennrudern unerlässlich.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Olympische Bootsklassen. In: www.rudern.de. Deutscher Ruderverband; abgerufen am 8. Februar 2016.
  2. Rudern (adaptive rowing). In: www.swissparalympic.ch. Swiss Paralympic Committee; abgerufen am 8. Februar 2016.
  3. Altersklassen. In: www.rudern.de. Deutscher Ruderverband; abgerufen am 8. Februar 2016.
  4. Ruderwettkampf-Regeln (RWR) des Deutschen Ruderverbandes; gültig ab 1. Januar 2016. In: www.rudern.de. Deutscher Ruderverband; abgerufen am 29. April 2016 (PDF; 666 kB).
  5. Leichtgewichtsrudern. In: www.rudern.de. Deutscher Ruderverband; abgerufen am 8. Februar 2016.