Rennwegkaserne

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Die ehemalige Rennweg-Kaserne

Die Rennwegkaserne im 3. Wiener Gemeindebezirk Landstraße am Rennweg 89–93 wird oft auch als Rennweger Artilleriekaserne oder Waisenhauskaserne bezeichnet. Sie ist eine der beiden Namensgeberinnen des sieben Zählsprengel umfassenden Zählbezirks Rudolfspital-Rennwegkaserne.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ehemaliges Waisenhaus am Rennweg mit Kirche

1785 wurde das Waisenhaus am Rennweg in eine Artilleriekaserne umgebaut. Ab 1880 belegte das Infanterie-Regiment Hoch- und Deutschmeister Nr. 4, eines der beiden Wiener Hausregimenter, die Kaserne. In der Zwischenkriegszeit wurde die Kaserne vom Bundesheer genutzt, während des Zweiten Weltkrieges vom II. Bataillon des Schützen-Regiments 2 der Wehrmacht. Nach Kriegsende zogen hier britische Besatzungstruppen ein (Kitchener Barracks).

Anschließend wurde die weitläufige Anlage als Finanzschule, Gendarmeriekaserne, als Sicherheitsdirektion für Niederösterreich und als Bauhof der Bundesgebäudeverwaltung II verwendet. Bekannt wurde die Kaserne auch, nachdem es dort bei Vernehmungen in jüngerer Zeit gleich zweimal Schwerverbrechern gelungen war zu entkommen (1973: Ernst Dostal und 1988: Johann Kastenberger). Schon 1813 war der Räuberhauptmann Grasel in diesem Gebäude aus der Gefangenschaft entflohen.

Auch heute noch befinden sich Dienststellen des Innenministeriums im Gebäude. Entlang der Landstraßer Hauptstraße wurden die Kasernentrakte abgerissen und durch Wohnhäuser ersetzt. Von der Argentinierstraße übersiedelte eine Höhere Technische Lehranstalt hierher.

Bestandteil der ehemaligen Rennweger Kaserne ist die so genannte Waisenhauskirche.[1]

Ehemalige Reithalle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen den Wohnhaustrakten der Landstraßer Hauptstraße und der Schule am Rennweg befindet sich die ehemalige Reitschule der Kaserne. Sie wurde um 1854 von Sicardsburg und van der Nüll errichtet und ist ein basilikal aufgebauter Backsteinbau in romanisierendem Stil, der unter anderem Tondi mit Pferdedarstellungen aufweist. Sie wird heute von der HTL Wien 3 Rennweg als Turnsaal benutzt.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Waisenhauskaserne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. DEHIO Wien – II. bis IX. und XX. Bezirk. Anton Schroll & Co, Wien 1996, ISBN 3-7031-0680-8, S. 69ff
  2. HTL Rennweg. September 2011, S. 22, abgerufen am 14. Januar 2017.

Koordinaten: 48° 11′ 23″ N, 16° 23′ 58″ O