Rentamt München

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Franz Johann Joseph von Reilly: Des Herzogthums Oberbayern ... Rentamt München südlicher Teil (1792)
Franz Johann Joseph von Reilly: Des Herzogthums Oberbayern ... Rentamt München nördlicher Teil (1792)

Das Rentamt München mit Sitz in München bestand von 1507 bis 1802 und war neben Landshut, Straubing und Burghausen einer der vier Verwaltungsbezirke des Herzogtums Bayern. Die Rentmeisterämter München und Burghausen bildeten dabei das „Oberland“. Das Rentamt Amberg wurde mit dem Gewinn der Oberpfalz 1628 der fünfte Verwaltungsbezirk des Kurfürstentums Bayern. Zwischen 1802 und 1919 war das Rentamt eine reine Finanzbehörde und damit Vorläufer des heutigen Finanzamts.

Zugehörige Pfleggerichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Rentamt München gehörten 1792 im südlichen Teil die Pfleggerichte Landsberg, Schongau, Hohenschwangau, Weilheim, Starnberg, Wolfratshausen, Tölz, Auerburg, Aibling, Schwaben, Wasserburg, Rosenheim, Marquartstein, Traunstein und Reichenhall sowie im nördlichen Teil die Pfleggerichte Dachau, Kranzberg, Pfaffenhofen, Mainburg, Neustadt, Abensberg, Altmannstein, Riedenburg, Kösching, Kohburg, Ingolstadt, Schrobenhausen, Rain, Donauwörth, Wemdingen, Aicha, Friedberg und Möringen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits seit dem 13. Jahrhundert amtierten im Herzogtum Bayern Vitztume (vom lateinischen vicedominus), die die Rechte des Herzogs in Teilen des Landes wahrnahmen, wo der Herzog nicht dauerhaft präsent war. Da die Aufgaben dieser Viztume im Laufe der Zeit immer weiter zunahmen, bekamen diese Rentmeister als unterstützende Beamte zugeordnet. Da diese u.a. das Finanzwesen der herzoglichen Landgerichte und anderer Unterbehörden kontrollierten und mit diesen Aufgaben zunehmend bedeutender wurden als die Viztume selbst, wurden die Viztumämter um 1500 als Rentämter oder Rentmeisterämter bezeichnet.

Nach der Wiedervereinigung des Herzogtums Bayern durch den Kölner Spruch nach Ende des Landshuter Erbfolgekrieges kam es um 1507 zu einer Verwaltungsreform. Dabei wurde Bayern ins vier Rentämter eingeteilt. Da der Herzog in München als Haupt- und Residenzstadt ständig präsent war, wurde hier kein Viztum als Stellvertreter eingesetzt. Auch auf die Bildung einer Regierung, die in den anderen Rentämtern die Aufgaben einer Mittelbehörde in administrativen, juristischen und finanziellen Angelegenheiten hatte, wurde verzichtet. Diese Aufgaben wurden in München von den Zentralbehörden (etwa Hofrat und Hofkammer) übernommen. Im Rentamt München amtierte damit lediglich der Rentmeister sowie der Rentschreiber als sein Stellvertreter. Der Rentmeister war dafür verantwortlich, die Arbeit der ihm untergeordneten Behörden und Gerichte zu kontrollieren und für deren ordentliche Ausführung zu sorgen. Dazu trat er regelmäßige Inspektionsreisen zu den Behörden an, die sogenannten Rentmeisterumritte. Außerdem übte der Rentmeister die Viztumswändel aus, also die Umwandlung von Leibes- in Geldstrafen.

Früher als in den anderen Rentämtern wurde das Amt des Rentmeisters in München bereits 1779 abgeschafft und durch eine Kameral-Rentdeputation bei der Hofkammer ersetzt. Im gleichen Jahr erhielt es die Landgerichte Dorfen, Erding, Isareck und Moosburg vom aufgelösten Rentamt Landshut, die es aber schon 1784 bei der Wiedergründung des Rentamtes Landshut wieder abgeben musste. 1802 wurden im Zuge der Verwaltungsreformen durch Maximilian von Montgelas alle Rentämter abgeschafft. An ihre Stelle trat für die Provinz Baiern (Ober- und Niederbayern) zunächst die Generallandesdirektion (ab 1803: Landesdirektion) in München, bevor das Königreich Bayern 1808 in Kreise eingeteilt wurde, wobei die Gebiete des ehemaligen Rentamtes München zu einem großen Teil dem Isarkreis zugeordnet wurden.

Außerdem existierte weiter ein Rentamt München, bei dem es sich aber um eine reine Unterbehörde der Finanzverwaltung für München und Umgebung handelte und die damit mit dem alten Rentamt im Wesentlichen nur den Namen gemein hatte. Aus diesem Rentamt ging 1920 das Finanzamt München hervor.

Rentmeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name Amtszeit
Simon Stettner 1535/1541[1]
Jörg Labermair 1542 – 1550
Christoph Kneittinger 1550 – 155?[2]
Benedikt von Pirching 1557 – 1567
Ulrich Romung 1567 – 1574
Jeremias Lauginger 1574 – 1580
Sebastian Pren 1580 – 1581
Heinrich Langenmantel 1582
Hans von Geisberg 1583
Christoph Neuburger 1583 – 1589
Theodor Viebeck 1590 – 1595
Johann Schrenckh 1595 – 1597
Albrecht Pronner 1597 – 1598
Ernst Romung[3] 1598 – 1601
Bernhard Barth 1601 – 1604
Christoph Ulrich Elsenhaymer 1604 – 1609
Bernhard Barth[4] 1609 – 1616
Hans Christoph Thanner 1616 – 1624
Hans Christoph Neuburger[5] 1625 – 1630
Wilhelm Hofer 1630 – 1635
Hans Albrecht von und zu Haimhausen 1635 – 1659
Marquart Pfettner 1659 – 1661
Albrecht Heinrich Everhardt 1661 – 1668
Hans Sigmund Herwarth 1664 – 1668
Hans Felix Scharfseder 1669 – 1689
Johann Georg Mändl 1689 – 1693
Mathias Albrecht von Mayr 1694 – 1729
Franz Joseph von Packhenreit 1730 – 1735
Ferdinand Anton Pistorini 1735 – 1740
Joseph Ignaz von Frenau 1740 – 1757
Joseph Maria von Packhenreit[6] 1757 – 1779

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genaue Amtszeit ist unklar.
  2. Jahr des Ausscheidens aus dem Amt ist unbekannt.
  3. Sohn von Ernst Romung.
  4. Barths zweite Amtszeit.
  5. Sohn von Christoph Neuburger.
  6. Sohn von Franz Joseph von Packhenreit und Stiefsohn von Joseph Ignaz von Frenau.