Renteneintrittsalter

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung. Näheres ist auf der Diskussionsseite angegeben. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.
Durchschnittliches Renteneintrittsalter 2006 Deutschland[1]
Ost West Gesamt
Männer 62,8 63,3 63,2
Frauen 61,5 63,3 63,2

Das Renteneintrittsalter, auch Rentenzugangsalter, beschreibt in der Bundesrepublik Deutschland das Lebensalter, in dem eine Person erstmals eine Rente wegen Alters aus der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) in Anspruch nimmt. Auch der Beginn des Bezugs einer vorzeitiger Altersrente im Sinne einer Frührente bzw. Frühpension wird dabei als Renteneintritt gewertet.

Die entsprechende Bezeichnung lautet in der Schweiz Rentenalter und in Österreich Pensonsantrittsalter.

In Abgrenzung zum Begriff des Renteneintrittsalters wird in Deutschland das Lebensalter, ab dem eine Person dem Grunde nach eine Altersrente oder eine Pension beziehen kann ohne eventuelle Möglichkeiten für eine vorzeitige Altersrente im Sinne einer mit Abschlägen behafteten Frührente bzw. Frühpension im Vorruhestand in Anspruch zu nehmen, als Rentenalter oder Pensionsalter bezeichnet.

Das Renteneintrittsalter als statistische Größe[Bearbeiten]

Das statistische Renteneintrittsalter wird als Durchschnitt des Erstbezugs aller Neurentner eines Jahres berechnet. Diese Gruppe der Neuzugänge setzt sich aus Personen verschiedener Jahrgänge zusammen. Dabei können Untergruppen für Männer und Frauen oder für Angestellte und Arbeiter oder für regionale Gruppierungen separat betrachtet werden.

Im Jahr 2004 betrug das durchschnittliche Renteneintrittsalter in Deutschland bei Männern 63,1 Jahre, bei Frauen 63,0 Jahre. 2004 lag es in den neuen Bundesländern bei Männern bei 62,4 Jahre, in den alten Bundesländern bei 63,3 Jahren, bei Frauen waren es 61,2 Jahre gegenüber 63,4 Jahren. Die Werte liegen alle etwa ein Jahr über denen vom Jahr 2000.

Die Anzahl der Rentner hat sich von 1990 mit 21,5 Millionen im Jahr 2005 auf 26,8 Mio. erhöht. Diese Zunahme wird sich in den nächsten Jahren so fortsetzen. Im Vergleich dazu ist das genannte durchschnittliche Renteneintrittsalter recht stabil geblieben bei nur geringfügig ansteigender Tendenz. Dabei wird etwa 1/10 der Bevölkerungsgruppe Rentner, nämlich nur die Neuzugänge eines Jahres, betrachtet.

Individuelles Renteneintrittsalter[Bearbeiten]

Das individuelle Renteneintrittsalter hat Einfluss auf die Rentenhöhe: Wer vor Erreichen der gesetzlichen Regelaltersgrenze Rente beansprucht, dessen Rente vermindert sich um 0,3 % je vorgezogenem Monat. Wer trotz erfüllter Wartezeit erst nach deren Erreichen eine Rente in Anspruch nimmt, dessen Altersrente erhöht sich um 0,5 % für jeden Kalendermonat der späteren Inanspruchnahme.

Diese Rentenabschläge oder -zuschläge werden dadurch bewirkt, dass der Zugangsfaktor in der Formel zur Berechnung der Rente entsprechend niedriger oder höher als 1,0 ist (§ 77 SGB VI). Abschläge sollen die höheren Kosten ausgleichen, die der Rentenversicherung durch die längere Rentenbezugszeit entstehen, wenn Altersrenten vorzeitig bezogen werden.[1]

Das tatsächliche Renteneintrittsalter wirkt sich außerdem insoweit rentenmindernd/-steigernd aus, als in Abweichung zur Regelaltersrente entweder weniger oder mehr Rentenversicherungsbeiträge bezahlt wurden und damit Entgeltpunkte beziehungsweise Anteile von Entgeltpunkten verloren gehen beziehungsweise dazugewonnen werden.

Zukunft[Bearbeiten]

Der Gesetzgeber strebt mit der Erhöhung der Regelaltersgrenze (von 65 auf 67 Jahre) und den Altersgrenzen für weitere Altersrententatbestände, wie die "Altersrenten für (besonders) langjährig Versicherte", "Altersrente für Schwerbehinderte Menschen", "Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeit" beziehungsweise "Altersrente für Frauen" an, die infolge der höheren Lebenserwartung steigenden Rentenkosten kompensieren zu können. Es ist aber noch völlig offen, ob auch das durchschnittliche Renteneintrittsalter in gleicher Weise ansteigen wird.

2014 wurde die Altersgrenze für die Rente für besonders langjährig Beschäftigte vorübergehend wieder auf 63 Jahre gesenkt.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Rentenzugangsalter (PDF-Datei; 2,47 MB)

Weblinks[Bearbeiten]

Rechtshinweis Bitte den Hinweis zu Rechtsthemen beachten!