Renutet

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Renutet in Hieroglyphen
r
n
Z7 t
t

Renutet
Rnwtt
Die Nährende
N11
Z1
S N35B

1-nu-schemu

1-nw-šmw
Erster Monat der Periode Schemu
F13
X1
G17 G1 O34
Aa1
M17 M17
X1
M33

Wepet-em-asech-ati

Wpt-m-3sḫ-jtj
Beginn der Gerstenernte
Illustration Hordeum vulgare0.jpg

Renutet (Die Nährende) bezeichnete im ägyptischen Kalender die beginnende Erntezeit und den ersten Monat der Schemu-Periode als nährenden Monat. Von der prädynastischen Zeit bis zum Ende des Mittleren Reiches repräsentierte Renutet als ursprünglich neunter Monat des Sothis-Kalenders die Zeitspanne von Anfang Februar bis Anfang März.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alan Gardiner wie auch Richard-Anthony Parker vermuten, dass Renutet im Laufe der Kalendergeschichte die Jahresform wechselte, weshalb sich Renutet spätestens ab dem Neuen Reich auf den achten Monat verschob.

Im Ebers-Kalender um 1517 v. Chr. lag Renutet auf dem dritten Peret-Monat und datierte vom 14. Februar bis 15. März (Elephantine) beziehungsweise vom 19. Februar bis 20. März (Memphis).

Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Renutet beziehungsweise Renenutet galt als „Herrin der Scheune“, „Herrin des Fruchtlandes“ und „Herrin des Erntesegens“. Während der Ernte brachten die Ägypter ihr Opfer dar. Stelen in Kornspreichern und an Feldrändern belegen diesen Kult. Das Renenutet-Fest wurde später am 27. Pharmouthi, dem „Tag der Messung der Gerste“, gefeiert; im thebanischen Kalender am 1.Pachon. Weiter ist sie in ihrer Funktion als Fruchtbarkeitsgöttin auch für das „Hervorkommen des Flachses“ belegt. Daher galt sie auch als „Herrin der Gewänder“ und „Vorsteherin des Kleidergemachs im Tempel“, da die Götter in ein „Gewand der Renenutet“ gekleidet wurden. Die Erntezeit der Gerste ist in den Aufzeichnungen des Sonnenheiligtums von Niuserre für die Monate Februar und März angesetzt.[1]

Namensänderung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name des ersten Schemu-Monats änderte sich später in Pachon.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rolf Krauss: Sothis- und Monddaten: Studien zur astronomischen und technischen Chronologie Altägyptens. Gerstenberg, Hildesheim 1985, ISBN 3-8067-8086-X
  • Richard-Anthony Parker: The calendars of ancient Egypt. Chicago Press, Chicago 1950
  • Siegfried Schott: Altägyptische Festdaten. Verlag der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz/Wiesbaden 1950

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Elmar Edel: Zu den Inschriften auf den Jahreszeitenreliefs der „Weltkammer“ aus dem Sonnenheiligtum des Niuserre, Teil 2. In: Nachrichten der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, Nr. 5. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1964, S. 200.