Renzo Arbore

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Renzo Arbore 1995: Porträt - Augusto De Luca

Renzo Arbore (eigentlich Lorenzo Giovanni Maria Antonio Domenico Arbore; * 24. Juni 1937 in Foggia) ist ein italienischer Musiker, Moderator, Schauspieler, Drehbuchautor und Filmregisseur.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arbore begann nach seinem frühen Umzug nach Neapel, als Jazzklarinettist in Clubs aufzutreten. Bald wurde er jedoch als Radiosprecher landesweit bekannt, als er neben Gianni Boncompagni in Sendungen wie Bandiera gialla (1965), Per voi giovani (1967) und Alto gradimento (1970) zu hören war, die von Ironie und Satire geprägt waren. In der Spielzeit 1969/70 debütierte er auch in Speciale per voi, einer Fernsehversion der Show, in der u. a. auch über gerade aktuelle Musik diskutiert wurde. 1972 nahm er erstmals als Klarinettist eine Platte auf, zusammen mit der N.U. Orleans Rubbish Band. Großen Erfolg feierte er einige Jahre später wieder im Fernsehen, als er mit dem zwischen 1976 und 1979 ausgestrahlten Format L’altra Domenica teils ins Surrealistische reichende Sequenzen präsentierte und in dem eine große Anzahl junger Schauspieler wie Mario Marenco, Isabella Rossellini und Roberto Benigni mitwirkte.[1]

Für das Kino entstanden 1980 mit Il pap’occhio und drei Jahre später mit F.F.S.S. wilde, surreale Komödien, die zahlreichen Kollegen und Freunden Gelegenheit zum Auftritt gaben und die in Neapel spielten. Gelegentlich war Arbore auch selbst als Schauspieler zu sehen.[1] 1981 trat er im Titelsong der Sendung Telepatria International erstmals als Sänger in Erscheinung, noch im selben Jahr veröffentlichte er das Album Ora o mai più ovvero cantautore da grande. Im Rahmen der Fernsehsendung Quelli della notte erschienen 1985 gleich zwei Alben, auf denen Arbore zusammen mit dem New Pathetic “Elastic” Orchestra zu hören war, die große Verkaufsschlager wurden. 1986 gelang Arbore mit dem Lied Il clarinetto ein zweiter Platz beim Sanremo-Festival, worauf das ebenfalls erfolgreiche Album Prima che sia troppo tardi folgte.

Renzo Arbore und Mario Trevi (2017)

Das Album zur Musiksendung Indietro tutta!, Discao Meravigliao von 1988, brachte Arbore eine Nummer-eins-Platzierung in den italienischen Albumcharts ein; auch die Single Sì, la vita è tutta un quiz daraus verfehlte nur knapp die Spitzenposition. Nach der Veröffentlichung von Sanremix (1990) gründete Arbore 1991 das Orchestra Italiana, das in großer Besetzung neapolitanische Musik spielt. Die Big Band debütierte beim Montreux Jazz Festival und erreichte mit dem ersten Album Napoli punto e a capo (1992) sogleich die italienische Chartspitze. In den folgenden Jahren folgten weitere vier erfolgreiche Alben, auch begleitet von internationalen Tourneen, die u. a. lateinamerikanische Einflüsse im Repertoire des Orchestra nach sich zogen.

In den 2000ern formte Arbore neue Gruppen: 2002 veröffentlichte er ein Album mit den Swing Maniacs, 2005 eines mit den Arborigeni. Gleichzeitig blieb er aber auch mit dem Orchestra Italiana aktiv, mit dem er 2006 in der Carnegie Hall in New York auftrat, woraus ein doppeltes Livealbum hervorging. Es folgten weitere Alben mit verschiedenen Gruppen.

Bereits 1992 wurde Arbore mit dem Verdienstorden der Italienischen Republik in der Klasse Großoffizier aufgezeichnet.[2]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Charts[3] Anmerkungen
ItalienItalien IT
1985 Quelli della notte
3
(20 Wo.)
Fonit Cetra, LPX 143
mit New Pathetic “Elastic” Orchestra
Quelli della notte n. 2: meglio dal vivo che dal morto
11
(9 Wo.)
Fonit Cetra, LPX 146
mit New Pathetic “Elastic” Orchestra
1986 Prima che sia troppo tardi
6
(10 Wo.)
Fonit Cetra / Dischi Ricordi, STVL 6350
1988 Discao meravigliao
1
(14 Wo.)
Fonit Cetra, STLP 197
mit Nino Frassica und Paola Cortellesi
1992 Napoli punto e a capo
1
(23 Wo.)
Fonit Cetra, TLPX 336
mit L’Orchestra Italiana
1993 Napoli. Due punti & a capo
3
(13 Wo.)
Fonit Cetra, TCDL 367
mit L’Orchestra Italiana
1995 Napoli: punto esclamativo! “Internescional uei!”
5
(23 Wo.)
Fonit Cetra, TCDL 392
mit L’Orchestra Italiana
1996 Pecché nun ce ne jammo in America?
21
(10 Wo.)
Ricordi, TCDMRL 430222
mit L’Orchestra Italiana
1998 Sud(s)
15
(4 Wo.)
BMG Ricordi
mit L’Orchestra Italiana
2002 Tonite! Renzo Swing!
5
(25 Wo.)
CGD
mit Swing Maniacs
2005 Vintage! …ma non li dimostra
4
(21 Wo.)
Atlantic
mit Arborigeni
2006 At Carnegie Hall New York
9
(18 Wo.)
Atlantic
mit L’Orchestra Italiana
2014: Gold record icon.svg Gold (25.000+)[4]
2007 Dicottanni di… “canzoni napoletane” (…quelle belle)
22
(17 Wo.)
Gazebo Giallo / Warner
mit L’Orchestra Italiana
2015: Gold Gold (25.000+)[4]
2013 …my American way!
15
(12 Wo.)
Gazebo Giallo / Sony
mit The Arboriginals
2014 …e pensare che dovevo fare il dentista…
22
(9 Wo.)
Gazebo Giallo / Sony
(Renzo Arbore & Friends)
2017 Arbore Plus
25
(7 Wo.)
Sony

Weitere Alben

  • 1981 – Il pap’occhio (RCA, BL 31563)
  • 1981 – Ora o mai più ovvero cantautore da grande (Dischi Ricordi, SMRL 6284)
  • 1983 – F.F.S.S. cioè che mi hai portato a fare sopra a Posillipo se non mi vuoi più bene? (Mammouth, ZPGMU 33444; mit Roberto Benigni und Pietra Montecorvino)
  • 1985 – Cari amici vicini e lontani (Fonit Cetra, LPX 142; mit I Senza Vergogna und Gemelle Nete)
  • 1987 – Viaggiare oh… oh…! (Fonit Cetra, ALP 2019; mit Barilla Boogie Band)
  • 1990 – Sanremix (Fonit Cetra, TLPX 250; mit Lino Banfi, Stefano Palatresi und I Campagnoli Belli)

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel
Album
Charts[3] Anmerkungen
ItalienItalien IT
1988 Sì, la vita è tutta un quiz
Discao Meravigliao
2
(16 Wo.)
Dischi Ricordi, SRL 11068
B-Seite: Vengo dopo il tiggì
  • 1972 – She Was Not an Angel / The Stage Boy (Tickle, TSP 1307) – mit N.U. Orleans Rubbish Band
  • 1986 – Playback / Tu vecchia mutanda, tu (Fonit Cetra, JB 315)
  • 1989 – Cacao meravigliao / Cocco rock (Fonit Cetra, DLP632)

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Claudio Cavallaro: Renzo Arbore, ovvero quello della musica. Coniglio Editore, Rom 2007, ISBN 978-8860630957.
  • Gianni Garrucciu: Renzo Arbore, vita, opere e (soprattutto) miracoli. Rai Eri, Rom 2013, ISBN 978-8839715814.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Roberto Poppi: Dizionario del cinema italiano, I registi, Gremese 2002, S. 30/31.
  2. Arbore dott. Renzo. In: Quirinale.it. Presidenza della Repubblica, abgerufen am 18. August 2018 (italienisch).
  3. a b Chartquellen:
  4. a b Certificazioni, Renzo Arbore. FIMI, abgerufen am 22. August 2018.