Reparationskommission

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Die Reparationskommission, im Vertragstext Wiedergutmachungsausschuss genannt, war ein nach dem Ersten Weltkrieg mit Vertretern der Entente besetzter fünfköpfiger Ausschuss, der die deutschen Reparationsverpflichtungen festsetzte. Die Befugnisse der Kommission waren weitreichend: In ihrer Hand lag die Überwachung und Auslegung der Bestimmungen des Friedensvertrages von Versailles. Die Rechtsgrundlage der Kommission war Artikel 233 und 234 des Versailler Vertrags.

Zunächst wurde durch die Kommission die Gesamthöhe der Reparation beschlossen und ein Zahlungsplan aufgestellt, der ab dem 1. Mai 1921 wirksam war. Anschließend überwachte sie die Zahlungsfähigkeit der Weimarer Republik und entschied gegebenenfalls über einen Aufschub der Reparationszahlungen. Mit dem Inkrafttreten des Youngplans am 17. Mai 1930 stellte die Reparationskommission ihre Tätigkeit ein. Deren sowie die des zuvor eingesetzten Reparationsagenten Agenden übernahm die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (damals: Bank für den Internationalen Zahlungsausgleich).[1]

Die Reparationskommission war gemäß Artikel 179 des Vertrags von Saint-Germain auch für die Festsetzung der Reparationen Österreichs nach dem Ersten Weltkrieg zuständig.

Den Kommissionsvorsitz führte der jeweilige Vertreter Frankreichs, weiterhin waren Großbritannien, Italien und die USA ständig vertreten. Den letzten Sitz nahm in Fragen der Seeschäden Japan, in Balkanfragen Jugoslawien, ansonsten Belgien ein[2].

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Vertrag von Versailles – Quellen und Volltexte (englisch)
 Wikisource: Staatsvertrag von Saint-Germain-en-Laye – Quellen und Volltexte (deutsch)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eugen Mayer: Skizzen aus dem Leben der Weimarer Republik. Berlin 1962. S. 87. (online)
  2. Artikel "Reparationskommission" in: Der Große Brockhaus. Handbuch des Wissens in zwanzig Bänden., Leipzig: F.A. Brockhaus, 1928ff.