report München

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Seriendaten
Originaltitel report München
Report münchen logo.png
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Jahr(e) seit 1962
Produktions-
unternehmen
Bayerischer Rundfunk
Länge 30 Minuten
Genre Politmagazin
Moderation Claudia Schick (seit 2006)
Erstausstrahlung 5. August 1962 auf
Deutsches Fernsehen

report München ist ein ARD-Fernsehmagazin zum aktuellen politischen Geschehen. Es steht unter der Federführung des Bayerischen Rundfunks und wird alle drei Wochen dienstags um 21.45 Uhr im rotierenden Wechsel mit den ARD-Politmagazinen[1] Fakt und Report Mainz ausgestrahlt,. Im Jahr 2014 hatte report München mit durchschnittlich 3,45 Millionen Zuschauern pro Sendung und einem Marktanteil von 12,4 Prozent die höchste Einschaltquote unter den deutschen Politmagazinen.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Der Vorgänger von report München war das Magazin „ANNO – Filmberichte zu Nachrichten von gestern und morgen“, das am 25. Oktober 1960 auf Sendung ging. ANNO war das erste politische Magazin der ARD.[3] Der Bayerische Rundfunk produzierte dieses Vorgängerformat gemeinsam mit dem Südwestfunk (SWF). Ab dem 5. August 1962 hieß diese Sendung Report. Seit 1966 produzieren BR und SWF (heute SWR) die Nachfolgeformate getrennt voneinander und eigenständig. Die Ausgabe des BR heißt report München, die des SWR heißt heute Report Mainz. 2006 wurde die Sendung im Zuge der Umstrukturierung der ARD-Politmagazine[4] von ursprünglich 45 Minuten auf 30 Minuten gekürzt.

Moderatoren und Redaktionsleiter[Bearbeiten]

Die Moderatoren und Redaktionsleiter waren:

Berichte mit großer Resonanz[Bearbeiten]

In der ersten Sendung berichtete das Politmagazin über die Verhaftung des SS-Obersturmbannführers Adolf Eichmann. Der Prozess gegen Eichmann und die Aufklärung über den Massenmord an Juden war ein Hauptthema in den ersten Sendungen.[5]

Am 7. August 1967 sendete report München einen Film über „Die Hippies von San Francisco“. In der 14-minütigen Reportage beleuchtet Dagobert Lindlau das Leben der Hippies im San Francisco der späten 1960er Jahre.[6] Das Fernsehmuseum Hamburg bemerkte dazu: „Mit eindrucksvollen Bildern zeigt Lindlau junge Menschen im Drogenrausch, fährt mit seinem Ford Mustang durch die berühmt-berüchtigte Haight-Ashbury und kauft sogar selbst problemlos LSD am Straßenrand.“ Der Film gilt als Beispiel dafür, wie politische Magazine wie report München in ihren Anfangsjahren das klassische Genre der Reportage geprägt haben.[7]

Ebenfalls 1967 strahlte report München ein Interview mit Max Horkheimer zum „faschistischen Antifaschismus“ aus, das als nachdenkliche Kritik am politischen Kampf und an einem Klima, in dem die RAF später mit Mord und Totschlag für eine gerechte Welt kämpfen wollte, Anerkennung fand. Der Bayerische Rundfunk erhielt für dieses Interview den Grimmepreis.[8]

1984 beschlagnahmte das Bundeskriminalamt in einer spektakulären Durchsuchungsaktion eine geheime Akte in der Report-Redaktion. Auslöser war ein Film über den geheimen „Bundeswehrplan 1985 – 1997“, der Mängel bei Bundeswehrprojekten aufgedeckt hatte.[9]

Im Januar 1992 löste die Rücktrittsforderung[10] von Moderator Heinz Klaus Mertes in der Sendung gegenüber dem Brandenburger Ministerpräsidenten Manfred Stolpe heftige Kritik in den Medien und auch in der ARD selbst aus. Vorausgegangen war eine SPIEGEL-Veröffentlichung mit Stolpes Bekenntnissen über seine früheren Stasi-Kontakte. Der WDR-Fernsehredakteur Nikolaus Brender bezeichnete den Vorgang damals „als lehrreichen CSU-Parteijournalismus“.[11] Im BR-Rundfunkrat wurde Mertes vorgeworfen, „untertänig“, „unterwürfig“, „kniefällig“ gegenüber der CSU zu sein. In der Folge wechselte Mertes 1993 als Informationsdirektor zum Privatsender Sat.1.[12]

Im Jahr 2000 trat der CDU-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Schäuble im Zuge der CDU-Spendenaffäre zwei Wochen nach dem Report-Bericht[13] über sein bis dato unbekanntes Treffen mit dem Lobbyisten Karlheinz Schreiber zurück.[14][15]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1967 erhielt der BR für den Report-Bericht Der faschistische Antifaschismus den Adolf-Grimme-Preis mit Bronze.[16]
  • Für den Film „Angriff aus dem Netz – Die Wirtschaft im Visier von Onlinekriminellen“ (Erstausstrahlung am 7. August 2011) erhielten die Report-Autorinnen Birgit Kappel und Sabina Wolf den Bayerischen Fernsehpreis 2012 in der Kategorie Information.[17]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Liste der ARD-Politmagazine, abgerufen am 14. April 2015
  2. „Report München holt sich die Führung zurück“. In DWDL.de, abgerufen am 13. April 2015
  3. Geschichte von Report auf BR.de, abgerufen am 14. April 2015
  4. Langer-Atem-Reform in Merkur-Online, abgerufen am 14. April 2015, abgerufen am 21. April 2015
  5. Die Affäre Eichmann von Helmut Hammerschmidt. in der Mediathek von BR.de, abgerufen am 27. April 2015.
  6. Videos der ersten Reportsendungen. Fernsehmuseum Hamburg, abgerufen am 17. April 2015.
  7.  Monika Estermann et alii: Mediengeschichtliche Veröffentlichungen 3. Otto Harrassowitz Verlag, Wiesbaden 2003, ISBN 3-447-04711-9, S. 239ff.
  8. Grimme-Institut: Report: Der faschistische Antifaschismus
  9. Report erregt Aufsehen. In: Report-Jubiläum-Zeitstrahl auf BR.de, abgerufen am 15. April 2015.
  10. Beitrag zu Rücktrittsforderung im O-Ton. auf BR.de, abgerufen am 29. April 2015.
  11. CSU-fromme Attacken. In: Spiegel.de, abgerufen am 13. April 2015.
  12. Interview mit H.K. Mertes. In: Stern.de, abgerufen am 15. April 2015.
  13. Wortlaut des Schäuble-Eingeständnisses. In: Spiegel.de, abgerufen am 1.Mai 2015.
  14. Schäuble gibt auf. In: Rheinzeitung.de, abgerufen am 1.Mai 2015.
  15. Beitrag zur Spendenaffäre in BR.de, abgerufen am 1.Mai 2015.
  16. Grimmepreisarchiv, abgerufen am 14. April 2015
  17. Bayerischer Fernsehpreis 2012 in BR.de, abgerufen am 27. April 2015