Reppichau

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Reppichau
Wappen von Reppichau
Koordinaten: 51° 48′ 33″ N, 12° 4′ 37″ O
Höhe: 64 m
Fläche: 10,96 km²
Einwohner: 478 (31. Dez. 2008)
Bevölkerungsdichte: 44 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2010
Postleitzahl: 06386
Vorwahl: 034909
Informationszentrum Spegel der Sassen
Dorfkirche
Eike-von-Repgow-Denkmal

Reppichau ist ein Ortsteil der Gemeinde Osternienburger Land im Landkreis Anhalt-Bitterfeld in Sachsen-Anhalt. Ortsbürgermeister ist seit Juli 2019 Christian Berger.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reppichau liegt zwischen Dessau-Roßlau und der Kreisstadt Köthen (Anhalt) am Rande des Biosphärenreservates Mittelelbe.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmalige Erwähnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf Ripechove wurde erstmals im Jahr 1159 urkundlich erwähnt.[1] Wie bei fast allen Orten der Umgebung ist der ursprüngliche Ortsname Repgow slawischen Ursprungs.

Eike von Repgow[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Ort Reppichau nannte sich ein vom 12. bis frühen 19. Jahrhundert nachgewieses adeliges Geschlecht, dessen berühmtester Vertreter Eike von Repgow ist.[2] Im ersten Drittel des 13. Jahrhunderts verfasste dieser im Auftrag des Grafen Hoyer von Falkenstein das erste mittelalterliche Rechtsbuch, den Sachsenspiegel – eine bis dahin nicht kodifizierte Sammlung vorwiegend sächsischen Gewohnheitsrechts.[3]

Zusammenschluss mit anderen Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 2010 schlossen sich die bis dahin selbstständigen Gemeinden Reppichau, Chörau, Diebzig, Dornbock, Drosa, Elsnigk, Großpaschleben, Kleinpaschleben, Libbesdorf, Micheln, Osternienburg, Zabitz, Trinum und Wulfen zur Einheitsgemeinde Osternienburger Land zusammen.[4] Gleichzeitig wurde die Verwaltungsgemeinschaft Osternienburg, zu der diese Gemeinden gehörten, aufgelöst.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1844 lebten 433 Menschen in Reppichau.[5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der letzte Bürgermeister der Gemeinde war Erich Reichert (CDU) und wurde erstmals am 28. April 1992 gewählt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Grün ein schwarz konturiertes silbernes Rebhuhn, das rechte Bein vorgestreckt, mit dem linken auf einem aufgeschlagenen goldenen Buch stehend.“

Im Jahre 1999 beauftragte der Gemeinderat den Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch mit der Erarbeitung eines ortstypischen Wappens. Reppichau besitzt indes keine herausragende geschichtliche Bedeutung. Es war in früheren Jahrhunderten eine Landgemeinde mit Gutshof, deren Bewohner sich neben gering verbreitetem Handwerk hauptsächlich von der Landwirtschaft ernährten. Auch ist der Ort nicht mit Sagen und Mythen verbunden, es sei denn, man stellt die Verbindung zu Eike von Repgow her, dem Verfasser des „Sachsenspiegels“. Diese Verbindung beruht jedoch einzig auf eine Namensgleichheit.

Die Familie von Repgow trug in ihrem Wappen das Rebhuhn, wie es im Wappen des alten Landkreises Dessau-Köthen vom Jahre 1937 vorkommt. Und da Eike ein anhaltischer Schöffe war, war es Beschluss der Gemeinde, die Person Eikes im Wappen zu symbolisieren. Da die Abbildung realer Personen (außer der Ikonografie entlehnt), heraldisch unzulässig ist, erfolgte eine Anlehnung an das Repgowsche Wappen wie an den „Sachsenspiegel“. Das braune Rebhuhn der erloschenen Familie von Repgow wurde von Mantzsch tingistisch korrekt in Silber auf grünen Schild dargestellt. Es steht auf einem aufgeschlagenen goldenen Buch, dem Sachsenspiegel, der seinen Ursprung in der Diözese Halberstadt (dem späteren Anhalt) hatte.

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flagge der ehemaligen Gemeinde Reppichau ist weiß-grün gestreift (Querflagge: Streifen waagerecht, Hissflagge: Streifen senkrecht verlaufend). Das Wappen ist mittig auf die Flagge aufgelegt.

Mühlenmuseum

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Freilichtmuseum „Kunstprojekt Sachsenspiegel“ auf der Straße der deutschen Sprache; Informationszentrum Spegel der Sassen, Mühlenmuseum

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südlich von Reppichau verläuft die Bundesstraße 185 (DessauKöthen).

Durch den Ort verläuft der Europaradweg R1, der das französische Boulogne-sur-Mer mit Sankt Petersburg in Russland verbindet. Auf derselben Routenführung verläuft auf diesem Abschnitt ebenfalls der Radweg Deutsche Einheit sowie der D11.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Reppichau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Otto von Heinemann (Hg.): Codex diplomaticus Anhaltinus. Erster Theil: Zweite Abtheilung: 1123–1170, Dessau 1869, S. 330 f., Nr. 453.
  2. Heiner Lück: Eike von Repgow. In: ders., Der Sachsenspiegel. Das berühmteste deutsche Rechtsbuch des Mittelalters. Wissenschaftlich Buchgesellschaft, Darmstadt 2017 ISBN 978-3-650-40186-1, S. 22–25.
  3. Mirror of the Saxons. In: World Digital Library. 1295–1363. Abgerufen am 13. August 2013.
  4. StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2010
  5. Günther Hoppe, Domänen, Drescher und Kossaten, Köthen 1983, S. 30