Repräsentation (Psychologie)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Repräsentationen (mentale Repräsentationen oder Repräsentanzen) sind Konstrukte der Psychologie, mit deren Hilfe Wissenschaftler verschiedener Disziplinen versuchen, psychische Prozesse zu beschreiben und messbar zu machen (zu operationalisieren). Die Repräsentation eines bestimmten Objektes (einschließlich seiner Funktionsweise, beispielsweise die Vorstellung, wie ein Computer arbeitet) oder Prozesses wird auch Mentales Modell genannt.

In der Psychoanalyse gelten Repräsentanzen als affektbesetzte innere Vorstellungen. Sie enthalten Erinnerungsspuren der Wahrnehmung von Selbst und Objekt. Aber auch die Art der Interaktion von Selbst und Objekt kann mental repräsentiert werden.[1][2] Neben der real erlebten Interaktion können aber auch fantasierte mit dem Objekt verbundene Begebenheiten oder Eigenschaften internalisiert werden.[3] In der Psychoanalyse dient die Beschreibung der Selbst- und Objektrepräsentanzen, aber auch Repräsentation der Bindungsbeziehung als wichtige Grundlage zur Beschreibung psychischer Vorgänge.[4] In der Verhaltenstherapie wird weitestgehend synonym von Selbst- und Beziehungsschema gesprochen.

In den Kognitionswissenschaften dient der Begriff der Repräsentation dazu, die Informationsverarbeitung im Gehirn zu beschreiben und zu verstehen.[5] Bei der Objektwahrnehmung wird die Übereinstimmung einiger Sinnesreize mit gespeicherten Repräsentationen verglichen. Mit zunehmender Erfahrung vereinfachen sich die mentalen Repräsentationen von Objekten der Außenwelt. Dies bedeutet, dass nur die zur Wahrnehmung benötigten Sinnesreize für die Identifikation eines Objektes verwendet werden. Die Wahrnehmung wird dadurch effizienter.[6]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Thomas Auchter, Laura Viviana Strauss: Kleines Wörterbuch der Psychoanalyse. Vandenhoeck & Ruprecht, 1999, ISBN 978-3-525-01453-0, S. 177 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. Timo Storck: Psychoanalyse nach Sigmund Freud. Kohlhammer Verlag, 2018, ISBN 978-3-17-030876-3 (google.de [abgerufen am 17. März 2019]).
  3. Guido Meyer: Konzepte der Angst in der Psychoanalyse Bd. 2/2: Band 2: 1950-2000 /2. Halbband. Brandes & Apsel Verlag, 2013, ISBN 978-3-86099-999-8, S. 26 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. P. Fonagy, G.S. Moran, R. Edgcumbe, H. Kennedy, M. Target: The roles of mental representations and mental processes in therapeutic action (1993). Psychoanal Study Child. 48, S. 9–48
  5. Mongi Metoui: Artikulation und „Mind“: Kognition, Motorik und mentale Repräsentation. Aachen: Shaker, 2005. ISBN 3832244387
  6. Hans-Werner Hunziker: Im Auge des Lesers: foveale und periphere Wahrnehmung – vom Buchstabieren zur Lesefreude. Transmedia Stäubli Verlag Zürich 2006 ISBN 978-3-7266-0068-6