Republik (Magazin)

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Republik
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Beschreibung Schweizer Online-Magazin
Verlag Project R Genossenschaft
Erstausgabe 2018
Chefredaktoren Constantin Seibt, Christof Moser
Herausgeber Republik AG
Geschäftsführerin Susanne Sugimoto
Weblink www.republik.ch

Die Republik ist ein Online-Magazin, das ab 2018 herausgegeben wird. Gründer sind die Journalisten Constantin Seibt (früher Tages-Anzeiger) und Christof Moser (früher SonntagsZeitung). Täglich sollen ein bis drei Artikel publiziert werden.

Das Magazin soll nicht von Verlagen, sondern von der Leserschaft abhängig sein, die in Form einer Genossenschaft den Verlag bilden. Die Initianten versprechen, die Republik werde ein unabhängiges Magazin für die öffentliche Debatte sein – für Politik, Wirtschaft, Gesellschaft –, das für Leute, die dafür keine Zeit haben, Informationen grundsätzlich einordne. Es soll ausschliesslich leserfinanziert sein und ohne Werbeeinnahmen auskommen.

Vorbild ist das wie die Republik 2013 ebenfalls mit Crowdfunding gegründete holländische Online-Magazin De Correspondent.[1]

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Notwendigkeit für ein solches Magazin sehen die Initianten unter anderem darin, dass die Schweizer Grossverlage den Journalismus vernachlässigten und die Trennung von Werbung und redaktionellem Text zu wenig beachteten.

Diese Analyse stösst teils auf Kritik. Gerade heute werde in der Schweiz hervorragender Journalismus gemacht, und der Journalismus sei schon lange nicht mehr derart unabhängig von Werbung gewesen wie heute.[2] Zudem wird aufgrund der gewählten Mitarbeiter und der Unterstützer erwartet, dass das Magazin linke Schlagseite haben werde.[3] Nach Ansicht der Medienwoche ist die Kritik allerdings eine Spätfolge von Auseinandersetzungen bei der Neubesetzung des Chefredaktorenpostens beim Magazin im Jahr 2007.[4]

Die Initianten Constantin Seibt und Christof Moser gaben das Projekt am 12. April 2017 bekannt, wobei das Datum offensichtlich eine Anspielung auf die Gründung der Helvetischen Republik am 12. April 1798 war. Die Idee für den Namen Republik stammt von Christof Moser, der schon 2010 an einem – damals gescheiterten – Projekt unter dem Titel Republik beteiligt war, das ein «neues Magazin für eine neue Zeit» herausgeben sollte.[5]

Die Finanzierung erfolgt durch Investoren und durch mittels Crowdfunding akquirierte Abonnenten. Die Investoren, unter ihnen die als Unterstützer der (klar abgelehnten) Bundes-Erbschaftssteuer von 2015 bekannt gewordenen Brüder Daniel, Marcel und Martin Meili[6] und die St. Galler Immobiliengesellschaft Mettiss AG, brachten zusammen mit den Initianten 3,5 Mio. CHF auf, die sie an die Bedingung knüpften, dass sich mindestens 3000 Abonnenten anmelden. Als Unterstützer bekannt wurden auch Jacqueline Badran (SP), Balthasar Glättli (GPS), Min Li Marti (SP), Kathy Riklin (CVP), Ulrich E. Gut (früher persönlicher Berater des SVP-Bundesrats Leon Schlumpf, Zürcher Kantonsrat und früherer Verleger/Chefredaktor der Zürichsee-Zeitung), Felix Gutzwiller (FDP.Die Liberalen), Veit Dengler (ehemaliger CEO der NZZ)[7], der Kabarettist Viktor Giacobbo und Christian Dorer (Chefredaktor der Blick-Gruppe).

Das Crowdfunding startete am 26. April 2017 und erreichte die geforderte Summe schon am ersten Tag. Bis zum Schluss am 31. Mai 2017 wurden die Erwartungen mit 3,4 Mio. CHF von 13'845 Abonnenten weit übertroffen.[8] Ziel sind 22'000 Abonnenten innert fünf Jahren, das Minimum, um das Projekt selbsttragend zu machen.

Das Projekt ist zweigeteilt in die Project R Genossenschaft, die für alles Gemeinnützige wie Open-Source-IT und Veranstaltungen zuständig ist, und die Aktiengesellschaft Republik AG, die sich ausschliesslich um den Journalismus kümmert. Die Project R Genossenschaft ist gleichzeitig die grösste Aktionärin der Republik AG.

Abonnent und gleichzeitig Mitglied der Genossenschaft wird man durch Abschluss eines Jahresabonnements zu 240 Franken, womit man Zugriff auf die Artikel erhält, die passwortgeschützt sind, aber geteilt werden dürfen.

Das Projekt fand auch ausserhalb der Schweiz Beachtung, so in der Zeit[9][10], der taz[11], der Tiroler Tageszeitung[12] und im Standard[13].

Auch in der Westschweiz etablierte sich mit Bon pour la tête ein neues Online-Magazin mit Crowdfunding. Dahinter stehen unter anderen ehemalige Journalisten des im Januar 2017 eingestellten Magazins L’Hebdo.[14]

Mitarbeiter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Crew der Republik besteht aus Journalisten, Start-up-, Kommunikations-, Organisations- und IT-Spezialisten. Den Initianten gelang es, einige bekannte Journalisten zu gewinnen:

Administration
  • Susanne Sugimoto (Geschäftsführung)
  • Laurent Burst (Strategie)
  • Richard Höchner (Netzwerk-Organisation)
  • Nadja Schnetzler (Prozesse und Zusammenarbeit)
IT
  • Clara Vuillemin (Head of IT)
  • Lukas Bünger (Software-Entwickler)
  • Daniel Pfänder (Software-Entwickler)
  • Thomas Preusse (Software-Entwickler)
  • Patrick Recher (Software-Entwickler)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Website des holländischen Online-Magazins De Correspondent.
  2. Michael Furger: Medienkritik: Die Rebellen der «Republik» und ihre Werbelüge. In: NZZ am Sonntag. 30. September 2017.
  3. Peer Teuwsen: Medienkritik: So begeht man ideologischen Selbstmord. In: NZZ am Sonntag. 30. September 2017.
  4. Angriffe auf «Magazin» und «Republik»: Was man über die grössten Kritiker wissen sollte. In: Medienwoche. 19. Oktober 2017.
  5. Das digitale Magazin heisst «Republik». In: persoenlich.com. 12. April 1798.
  6. Marcel Amrein: Drei Erben kämpfen für die Erbschaftssteuer. In: Neue Zürcher Zeitung. 22. Mai 2015.
  7. Pascal Ritter: Nach Crowdfunding-Erfolg: Wie links wird die «Republik»? In: Aargauer Zeitung. 29. April 2017.
  8. Neues Medienprojekt überzeugt 13 845 Abonnenten. In: Neue Zürcher Zeitung. 1. Juni 2017.
  9. Constantin van Lijnden: Project R: Ein Fläschchen Hoffnung. In: Die Zeit. 26. April 2017.
  10. Jürg Altwegg: Journalisten gründen «Republik». In: Frankfurter Allgemeine Zeitung.
  11. Eine Sache der Öffentlichkeit. In: taz.de. 12. Mai 2017.
  12. Millionen für eine neue «Republik». In: Tiroler Tageszeitung. 2. Mai 2017.
  13. Sebastian Fellner: Mitbegründer Seibt: «Natürlich ist ‹Republik› ein Elitenprojekt». In: Der Standard. 23. Mai 2017 (Interview).
  14. Le nouveau média «Bon pour la tête» est né. In: Le Temps. 21. Juni 2017.