Republik Dahomey

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Republik Dahomey
République du Dahomé
1958–1975
Flag of Benin.svg
Coat of arms of Dahomey (1958–1964).svg
Flagge Wappen
Benin in its region.svg
Amtssprache Französisch
Hauptstadt Porto-Novo
Staats- und Regierungsform Republik
Staatsoberhaupt Präsident
Regierungschef Premierminister
Fläche 112.622 km²
Einwohnerzahl ca. 2.830.000 (1974)[1]
Bevölkerungsdichte ca. 25[1] Einwohner pro km²
Währung CFA-Franc BCEAO (XOF)
Gründung 11. Dezember 1958
Unabhängigkeit 1. August 1960 (von Frankreich)
Auflösung 30. November 1975
(Umbenennung in Benin)
National­hymne L’Aube Nouvelle
Zeitzone UTC+1
Kfz-Kennzeichen DY
ISO 3166 DY, DHY, 204
Telefonvorwahl +229
VorgängerNachfolger
Französisch-WestafrikaVolksrepublik Benin
Vorlage:Infobox Staat/Wartung/NAME-DEUTSCH

Die Republik Dahomey oder Dahome (französisch République du Dahomé) war der Vorläuferstaat Benins. Sie wurde am 11. Dezember 1958 als eine autonome Republik etabliert. Bevor das Land die Autonomie erhielt, war es als Kolonie Französisch-Dahomey Teil der Französischen Union, die wiederum aus dem Königreich Dahomey und anderen kolonialisierten Staaten und Gebieten gebildet wurde. Am 1. August 1960 erhielt es die volle Unabhängigkeit von Frankreich.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Präsident des unabhängigen Dahomey wurde Coutoucou Hubert Maga. Er wandelte das demokratische Land unter der Herrschaft der Einheitspartei Rassemblement Démocratique du Dahomé allmählich in eine persönliche Diktatur um.

Am Ende des Jahres 1963 fand der erste Militärputsch unter Leitung von Oberst K. Soglo im Land statt. Es wurde eine neue Verfassung angenommen und das Mehrparteiensystem wiederhergestellt; zudem fanden Präsidentschafts- und Parlamentswahlen statt. Sourou-Migan Apithy wurde zum Präsidenten gewählt und verkündete den Verlauf des sozialistischen Weges.

Zwei Jahre später kam 1965 der zweite Militärputsch – diesmal erfolgte er durch eine Gruppe hochrangiger Offiziere. 1968 wurde Émile Derlin Henri Zinsou zum Präsidenten gewählt, der nun einen prowestlichen Kurs führte. Im Dezember 1969 kam es zu einem dritten Militärputsch. Als Folge wurde die Macht an Maga und Apithy zurückgegeben.

Am 26. Oktober 1972 führte der stellvertretender Stabschef der Armee, Major Mathieu Kérékou, einen weiteren Putsch gegen den Präsidenten Justin Ahomadegbé-Tomêtin durch. Ahomadegbé-Tomêtin und die beiden anderen Mitglieder des Präsidialrates, neben Maga auch Ex-Präsident Sourou-Migan Apithy, wurden bis 1981 inhaftiert. Kérékou ernannte sich selbst zum Präsidenten und regierte das Land mit einer marxistisch-leninistischen Ausrichtung. Im Benin sollte das Afrikanische Kuba entstehen. Im November 1974 wurde er zusätzlich Vorsitzender des neu gebildeten Politbüros. Ihm gelang es, im Land die seit der Unabhängigkeit des Landes weitgehend zusammengebrochene zivile Ordnung wiederherzustellen. Als Einheitspartei gründete er die Parti de la révolution populaire du Bénin.

Im Dezember 1975 wurde das Land von Kérékou in Volksrepublik Benin umbenannt, nach der Bucht von Benin (die wiederum benannt ist zu Ehren des Königreichs Benin mit der Hauptstadt Benin im modernen Nigeria), da der Name „Benin“, im Gegensatz zu „Dahomey“, als politisch neutral für alle ethnischen Gruppen im Land galt.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Bibliographisches Institut (Hrsg.): Meyers Jahreslexikon 1973/74. Was war wichtig? 1.7.1973–30.6.1974. Meyers Lexikonverlag, Mannheim/Wien/Zürich 1974, ISBN 3-411-00980-2, S. 111.
  2. Geschichte bei Beninensis (Memento vom 22. Juli 2011 im Internet Archive) (französisch)
  3. Chronologie der Geschichte Dahomeys bzw. der Volksrepublik Benin 1960 bis 2000 (Memento vom 28. Juli 2003 im Internet Archive) (französisch)