Republik Danzig

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt die 1807 von Napoleon Bonaparte errichtete Freie Stadt (Republik) Danzig, für die nach dem Ersten Weltkrieg errichtete Freie Stadt Danzig siehe dort.
Republik Danzig
Flagge Danzigs
Wappen der Republik Danzig
Flagge Wappen
Amtssprache Deutsch
Hauptstadt Danzig
Staatsform Republik
Regierungschef de facto: französischer Gouverneur
Unabhängigkeit 1807
Republik Danzig nach dem Frieden von Schönbrunn (1809)
Republik Danzig nach dem Frieden von Schönbrunn (1809)

Die Republik Danzig war ein von Napoleon errichteter, von 1807 bis 1814 existierender Staat, der als Stadtstaat das Gebiet Danzigs und dessen Umgebung sowie die Exklave Halbinsel Hela umfasste.

Geschichte[Bearbeiten]

Nach der Niederlage Friedrich Wilhelms III. gegen Napoleon I. in der Schlacht bei Jena und Auerstedt musste Preußen das erst mit der Zweiten Polnischen Teilung erworbene Danziger Territorium im Tilsiter Friedensvertrag vom 7. und 9. Juli 1807 Frankreich zur Verfügung stellen. Das geschah nach einer Belagerung der Stadt durch französische Truppen von Mitte März bis zum 27. Mai 1807, dem Tag der Übergabe.

Am 21. Juli 1807 wurde die Stadt Danzig nebst angrenzendem Gebiet an der Weichselmündung zur Republik Danzig ausgerufen. Nach Artikel 19 des Tilsiter Friedensvertrages war Danzig in einem Umkreis von zwei deutschen Meilen von Napoleon I. zur Freien Stadt unter dem Schutz der Könige von Preußen und Sachsen erklärt worden. Der sächsische König Friedrich August I. war dabei zugleich Herzog des Herzogtums Warschau. Faktisch lag die Macht bei dem französischen Gouverneur Jean Rapp. Die Aufgabe der Stadt bestand jetzt im Wesentlichen darin, französische Einquartierungen zu ertragen und unmäßige Kontributionen aufzubringen.

Nach dem Scheitern von Napoleons Russlandfeldzug 1812 schloss die russische Armee Ende Januar 1813 die Festung Danzig ein. Etwa 40.000 französische Soldaten befanden sich zu diesem Zeitpunkt in der Stadt. Nach deren Abzug am 2. Januar 1814 wurde nach den Regelungen des Wiener Kongresses die Freie Stadt Danzig noch im selben Jahr mit der preußischen Provinz Westpreußen wieder vereinigt.

Grenzen[Bearbeiten]

Der Gränztractat vom 6. Dezember 1807 umschrieb die Abgrenzung gegenüber Preußen. Danach umschloss das Gebiet der Freien Stadt Danzig etwa das der späteren preußischen Kreise Danziger Höhe und Danziger Niederung. Im Nordosten umfasste es noch den Ort Polsk (= Narmeln) auf der Frischen Nehrung, während im Westen Zoppot preußisch blieb.

Da Danzig gehalten war, auf eigene Kosten einen Leuchtturm an der Spitze der Halbinsel Hela und bei Rukokowa zu unterhalten, gehörte auch der südöstliche Teil dieser Halbinsel zum Gebiet der Freien Stadt Danzig.

Herzog von Danzig[Bearbeiten]

Neben den preußischen und sächsisch-polnischen Schutzpatronen bzw. dem französischen Gouverneur und trotz des republikanischen Charakters der Freien Stadt gab es im Französischen Kaiserreich den mit keiner realen Macht in Danzig verbundenen Titel eines Herzogs von Danzig (duc de Dantzig), den Marschall François-Joseph Lefebvre erhalten hatte. Ein Herzogtum Danzig existierte (abgesehen von 1215–1295) nicht.

Literatur[Bearbeiten]

  • Werner Hahlweg: Zur Geschichte der ersten Restauration der Freien Stadt Danzig 1808–1814. In: Mitteilungsblatt für die Mitglieder des Bundes der Danziger Jhrg. 1 (1949) und Rest in Unser Danzig. für die Mitglieder des Bundes der Danziger (Namenserweiterung des gleichen Blattes ab 1950) Jhrg. 2 (1950). (Scans) (PDF; 2,26 MB)
  • Der Gränztractat vom 6. Dezember 1807. In: Unser Danzig (… s. o.) Jhrg. 2, Nummer 12 (1950). (Scans) (PDF; 835 kB)