Resilienz (Psychologie)

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Resilienz (von lateinisch resilire ‚zurückspringen‘ ‚abprallen‘) oder psychische Widerstandsfähigkeit ist die Fähigkeit, Krisen zu bewältigen und sie durch Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen als Anlass für Entwicklungen zu nutzen. Mit Resilienz verwandt sind Entstehung von Gesundheit (Salutogenese), Widerstandsfähigkeit (Hardiness), Bewältigungsstrategie (Coping) und Selbsterhaltung (Autopoiesis).

In der Medizin bezeichnet Resilienz auch die Aufrechterhaltung bzw. rasche Wiederherstellung der psychischen Gesundheit während oder nach stressvollen Lebensumständen und wird als Ergebnis der Anpassung an Stressoren definiert.[1]

Das Gegenteil von Resilienz ist Verwundbarkeit (Vulnerabilität).

Begrifflichkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Begriff Resilienz hat sich im Laufe der Zeit gewandelt: Früher bezeichnete Resilienz auch eine spezielle Eigenschaft von Personen (besonders Kindern), die ihre psychische Gesundheit unter Bedingungen erhielten, unter denen die meisten Menschen zerbrochen wären. In diesem Sinne wurde der Begriff zum Beispiel von Emmy Werner[2] benutzt. Um ein Kind als „resilient“ zu definieren, wurden oft Merkmale der Lebensführung miteinbezogen. Häufig wurden etwa Kinder so bezeichnet, die – trotz Bedingungen wie Armut oder Flüchtlingssituation in der Kindheit – im Erwachsenenalter eine qualifizierte Berufstätigkeit ausübten, nicht mit dem Gesetz in Konflikt kamen und psychisch unauffällig waren. Später wurde die Bedeutung ausgeweitet. Dies ist mit der Erkenntnis verbunden, dass psychische Widerstandsfähigkeit nicht nur in Extremsituationen, sondern immer von Vorteil ist. Heute werden Menschen mit diesem Merkmal allgemein als resilient bezeichnet. Der Begriff wird nun zum Beispiel auch für Menschen verwendet, die mit Belastungen der Arbeitswelt in angemessener Weise umgehen und so ihre psychische Gesundheit erhalten.

Resilienz wird bei Kindern oder Jugendlichen in der Regel als Reaktion auf schädliche Umgebungen verstanden.[3] So werden zum Beispiel Kinder als resilient bezeichnet, die in einem sozialen Umfeld aufwachsen, das durch Risikofaktoren, wie zum Beispiel Armut, Drogenkonsum oder Gewalt, gekennzeichnet ist, und als Erwachsene dennoch zu einer erfolgreichen Lebensführung in der Lage sind. Die Resilienz von Erwachsenen ist dagegen häufiger eine Frage der Bewältigung eines einmaligen und normalerweise kurzen traumatischen Ereignisses.[3] So werden auch Menschen, die nach einem Trauma, wie etwa Vergewaltigung oder Kriegserlebnissen nicht aufgeben, sondern die Fähigkeit haben, weiterzumachen, als resilient bezeichnet. Kinder und Jugendliche benötigen mehr langfristige Anpassungslösungen als Erwachsene, um Widrigkeiten zu überwinden.[3]

Resiliente Personen haben gelernt, dass sie selbst es sind, die über ihr eigenes Schicksal bestimmen (sogenannte interne Kontrollüberzeugung). Sie vertrauen nicht auf Glück oder Zufall, sondern nehmen die Dinge selbst in die Hand und haben ein realistisches Bild von ihren Fähigkeiten.

In der heutigen Persönlichkeitspsychologie werden auch Menschen als resilient bezeichnet, die eines der drei häufigsten Big-Five-Persönlichkeitsprofile aufweisen, mit niedrigem Neurotizismus-Wert und leicht überdurchschnittlichen Werten in den vier übrigen Dimensionen.[4] In der Längsschnittstudie von Asendorpf und van Aken wurden resiliente Kinder von ihren Erzieherinnen als anpassungsfähig, belastbar, aufmerksam, tüchtig, gescheit, neugierig und voller Selbstvertrauen beschrieben.

Das negative Gegenstück zur Resilienz wird Vulnerabilität genannt. Vulnerabilität bedeutet, dass jemand besonders leicht durch äußere Einflüsse seelisch zu verletzen ist. Vulnerable Personen neigen besonders stark dazu, psychische Erkrankungen zu entwickeln.[5]

Geschichte der Resilienzforschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Begriff der Resilienz wurde in den 1950er Jahren von dem US-amerikanischen Psychologen Jack Block (1924–2010) geprägt, der in einer (erst 1971 zum Abschluss gekommenen) Langzeitstudie zum ersten Mal die Resilienz bei Kleinkindern feststellte.

Der Schizophrenieforscher und Begründer der Entwicklungspsychopathologie Norman Garmezy (1918–2009), der über die Auswirkungen von Stress auf die kindliche Entwicklung forschte, wird oft als „Großvater der Resilienztheorie“ bezeichnet. Er entdeckte in den frühen 1960er Jahren, dass sich viele Kinder schizophrener Eltern zu erfolgreichen, glücklichen Erwachsenen entwickelten.[6] Seine engste Mitarbeiterin Ann Masten führte an der Universität von Minnesota Garmezys Arbeit weiter. Masten bezeichnete Resilienz als „gewöhnliche Magie“ und sagte: „Wir sind in einem Maß reprogrammierbar, wie es sich die Resilienzpioniere nicht einmal vorstellen konnten. Wir sind dynamische Systeme; wir können uns verändern.“[7]

Der Soziologe und Psychologe Glen Elder führte den Resilienzbegriff in die Pädagogik ein. Er forschte über negative und positive Auswirkungen von Armut auf die Entwicklung von Kindern. In seinem wichtigsten Werk aus dem Jahr 1974 Children of the Great Depression (gemeint war die Wirtschaftskrise der 1930er Jahre)[8] führt er aus, dass resiliente Kinder sich nicht als passiv begriffen, sondern als kompetente Akteure ihres eigenen Lebens. Insbesondere Mittelschichtskinder wurden durch Armut zu gefestigten Persönlichkeiten. Auch Garmezy kam zu ähnlichen Aussagen über die Rolle der Armut.[9]

Der Durchbruch des Resilienzbegriffs wird häufig mit dem Namen der US-amerikanischen Forscherin Emmy Werner und dem ihrer Kollegin Ruth Smith verbunden. Werner legte 1971 eine Studie über die Kinder der Insel Kauaʻi vor, die als eine der Pionierstudien zum Thema Resilienz gilt. Im Rahmen dieser Studie wurden 698 Kinder des Jahrgangs 1955 aus schwierigen Verhältnissen von ihrer Geburt an über 40 Jahre beobachtet und getestet. Ein Drittel dieser Kinder wuchs trotz erschwerter Bedingungen zu lebenstüchtigen Erwachsenen heran, wobei die Resilienz sich im Zeitablauf und unter verschiedenen Umweltbedingungen veränderte. Werner zog daraus den Schluss, dass Resilienz erlernbar ist. Ihre Studie war jedoch nicht die erste zum Thema Resilienz. Sie selbst macht in ihrem Buch The children of Kauai bereits auf andere Studien zum gleichen Thema aufmerksam.[10][11]

Der französische Ethologe, Neurologe und Psychiater Boris Cyrulnik, der kamerunische Erziehungswissenschaftler an der Universität in Hamburg Louis Henri Seukwa, die Schweizer Pädagogin Corina Wustmann, die indische Psychologin an der staatlichen Universität in Arizona Suniya S. Luthar und viele weitere Forscher haben sich intensiv mit Resilienz beschäftigt. Seit etwa 2000 hat das Forschungsthema Resilienz im Zusammenhang mit Migration international an Bedeutung gewonnen.[12] Im Zusammenhang mit ökonomischen und ökologischen Krisen des 21. Jahrhunderts[13] und insbesondere während der COVID-19-Pandemie trat die Untersuchung der Resilienz von Erwachsenen in den Vordergrund.

An der Universität Mainz gibt es seit 2014 ein „Deutsches Resilienz-Zentrum“, in dem Neurowissenschaftler, Psychologen und Soziologen Strategien entwickeln, wie Menschen mit steigendem Leistungsdruck umgehen. Der Entwicklungspsychologe Klaus Fröhlich-Gildhoff im Jahr 2004 das Zentrum für Kinder- und Jugendforschung an der Evangelischen Hochschule Freiburg, das sich mit dem Thema Resilienz befasst.

Resilienzfaktoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wesentliche Faktoren, die die Resilienz einer Person beeinflussen, sind personale Faktoren, Umwelteinflüsse und Prozessfaktoren.

Zu den positiven, die Resilienz stärkenden Faktoren gehören

  • Umweltfaktoren: Unterstützung durch die Familie, die eigene Kultur, die Gemeinschaft, das soziale Umfeld und die schulische Umgebung.
  • Personale Faktoren: kognitive Fähigkeiten (z. B. Intelligenz, Deutungs- und Sinngebungs-Modelle der Realität, Religiosität) wie auch emotionale Fähigkeiten (z. B. Emotions- und Handlungskontrolle), eine hohe Selbstwirksamkeitserwartung, Toleranz für Ungewissheit, die Fähigkeit, Beziehungen aktiv gestalten zu können oder die positive Einstellung gegenüber Problemen (Problemlösungsorientierung).
  • Prozessfaktoren: die Fähigkeit, in der Krise Chancen und Perspektiven zu erkennen, die Akzeptanz des Unveränderbaren und die Konzentration aller Energien auf das als nächstes zu Bewältigende und die dabei entwickelten Strategien.[14]

Negative Faktoren sind z. B. unsichere Bindungen, geringe kognitive Fertigkeiten und eine geringe Fähigkeit zur Selbstregulation von Anspannung und Entspannung sowie Fixierung auf Probleme

Auch Gruppen oder Gemeinschaften können sich hinsichtlich ihrer Resilienz unterscheiden. Resilient sind in der Regel Gruppen, die einen starken Zusammenhalt haben, eher kollektivistisch als individuell orientiert sind und sich durch starke Werte auszeichnen, die von den meisten Leuten aus der entsprechenden Gruppe geteilt werden (in der Resilienzforschung als shared values bezeichnet).

Resilienz darf nicht statisch interpretiert werden. Wie der Prozess der Traumatisierung ist auch die Entwicklung von Resilienz sequenziell interpretierbar. Außerdem können Faktoren oder Strategien, die in einer bestimmten Situation Resilienz fördern, in anderen Situationen eher hinderlich für die Entwicklung von Resilienz sein. So spielt Armut eine ambivalente Rolle für die Entwicklung von Resilienz. Auch können positive Anpassungsleistungen, die als Ausdruck von Resilienz und Wachstum von Ressourcen interpretiert werden, mit Selbstberuhigungs-, Vermeidungs- und Verdrängungsstrategien einhergehen, hinter denen sich erhebliches Leid verbirgt.[15]

Allerdings zeigen verschiedene der häufiger in der Literatur genannten Resilienzfaktoren eine zumindest ambivalente Wirkung. So zeigen Erfahrungen in der COVID-19-Pandemie, dass gut vernetzte Menschen, die immer andere Menschen finden, die ihnen zuhören, möglicherweise größere Anpassungsschwierigkeiten an den Lockdown haben als Introvertierte, die eine asynchrone Kommunikation bevorzugen. Zwar sind sie seltener sozial isoliert, aber in Krisensituationen haben sie größere Probleme, klar zu denken und Ruhe zu bewahren.[16] Faktisch sind Introvertierte (von denen nach einer Studie der Durham University 60 % Lesen als Lieblingstätigkeit und z. B. 52 % Alleinsein als drittliebste oder 40 % Nichtstun als als fünftliebste Tätigkeit angeben)[17] ohnehin besser vor Infektionen geschützt.

Einflussfaktoren für personens- und gruppenpezifische Resilienz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Armut[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kinder, die in Armut aufwachsen, sind häufiger Risiken und Frustrationen ausgesetzt als ihre besser gestellten Altersgenossen. Folgen davon sind unter anderem schlechtere Schulleistungen, häufigere kriminelle Auffälligkeit oder Drogenabhängigkeit und häufigeres Auftreten von Erkrankungen, wie zum Beispiel ADS (bei Kindern und Erwachsenen) oder Schizophrenie (bei Erwachsenen).

Forscher wie Emmy E. Werner, Haan, Moriaty und Toussing, Nuechterlein, Garmezy und Scarr untersuchten Kinder, die in großer Armut aufwuchsen, und kamen zu dem Ergebnis, dass bei vielen aller arm aufgewachsenen Kinder im Erwachsenenalter große Probleme bestanden. Elder und Garmezy fanden jedoch, dass eine starke Minderheit der betroffenen Kinder durch die Erfahrung von Armut als Erwachsene größere Resilienz zeigen.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Familien resilienter Kinder unterscheiden sich signifikant von denen nicht resilienter Kinder:

  • Eltern resilienter Kinder haben häufiger eine bessere Bildung als Eltern nicht-resilienter Kinder und sind häufiger berufstätig als Eltern nicht-resilienter Kinder; auch schlecht bezahlte Berufstätigkeit der Eltern scheint die Kompetenzen der Kinder zu stärken.
  • Resiliente Kinder haben häufig weniger Geschwister als nicht-resiliente Kinder. Sie wachsen aber seltener in Ein-Eltern-Familien auf als nicht-resiliente Kinder. In Ein-Eltern-Familien scheint es im Hinblick auf die Resilienzentwicklung schwieriger zu sein, bei einer alleinerziehenden Mutter aufzuwachsen als bei einem alleinerziehenden Vater, wobei Letzteres deutlich seltener vorkommt. Töchter alleinerziehender Mütter werden häufiger als Teenager schwanger, Söhne werden häufiger kriminell oder drogensüchtig. Ohne Vater aufzuwachsen, scheint für Jungen problematischer zu sein als für Mädchen.
  • Eltern resilienter Kinder sind trotz ihrer Probleme meist freundlich, einfühlsam, unterstützend und nehmen Anteil am Leben ihrer Kinder.

Bei aller Vielfalt und Kontextspezifik von Schutzfaktoren zeigt sich, dass eine kontinuierliche, sichere Bindung zu einer Bezugsperson als ein entscheidender Schutzfaktor gewertet werden kann. Wenn eine solche familiäre Bezugsperson nicht vorhanden ist, suchen sich resiliente Kinder oft Bezugspersonen außerhalb der Familie. In diesem Fall verlassen sie nach der Schulzeit oft das negative Milieu ihrer Familie und suchen sich eine „bessere“ Umgebung.[18][19][20][21][22][23][24]

Migration[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Flüchtlingswellen, die seit den 1990er Jahren in Europa, Afrika und Nahost zu verzeichnen sind, spielt neben der Trauma- die Resilienzforschung eine immer größere Rolle, weil sie individuelles und soziales verantwortliches Handeln miteinschließen. Intakte soziale Beziehungen, Gesundheitsvorsorge und Gesundheitsförderung sind für die Resilienz von Bewohnern der Herkunftsländer von großer Bedeutung.[25][26]

Einfluss von Ideologien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine resilienzsteigernde Wirkung wird dem ideologischen Commitment junger Israelis zugeschrieben, das ihre mögliche Traumatisierung durch politisch-militärische Unsicherheit verhindert.[27]

Genetische Einflüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ergebnisse von drei Zwillingsstudien von 2008, 2012 und 2014 deuten darauf hin, dass Resilienz-Eigenschaften zu 31–52 % genetisch bedingt sein können.[28] Bei männlichen Personen ist die Erblichkeit höher als bei weiblichen.[3]

So untersuchte eine Zwillingsstudie die Erblichkeit von Resilienz bei Heranwachsenden anhand der Auskünfte von Müttern, Vätern und der Kinder in über 1300 Familien mit über 2600 Zwillingen. Es zeigte sich, dass Unterschiede in der psychometrisch gemessenen Resilienz zu etwa 40 % durch genetische Faktoren erklärbar seien. Die verbleibenden 60 % seien auf innerhalb eines Zwillingspaars unterschiedliche (d. h. individuell erlebte) Umweltfaktoren zurückzuführen.[29]

Gen MAO-A[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt Anzeichen dafür, dass die Anfälligkeit, nach Misshandlungen antisoziale Symptome zu entwickeln, nicht nur durch das Trauma, sondern auch durch genetische Veranlagung beeinflusst werden kann. Jungen mit X-chromosomal vererbter niedriger MAO-A-Aktivität haben nach mehreren Studien eine höhere Wahrscheinlichkeit, infolge traumatischer Erlebnisse im Laufe ihres Lebens Verhaltensstörungen zu entwickeln, als Jungen ohne diese genetische Variante. Die Gen-Umwelt-Interaktion auf diesem Gebiet ist jedoch hochkomplex und (Stand 2020) erst sehr wenig verstanden.[30]

Das Gen für niedrige MAOA-Aktivität scheint darüber hinaus besonders bei Männern mit hohem Testosteron-Spiegel zu antisozialem Verhalten zu führen; bei Männern mit niedrigem Testosteron-Spiegel ist der Zusammenhang nicht so stark. Bei Männern ohne das Gen führte ein erhöhter Testosteron-Level hingegen nicht zu antisozialem Verhalten. (siehe auch: Warrior Gene)[31]

Resilienz und psychische Gesundheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einer Meta-Analyse von 60 Studien wurde der Zusammenhang zwischen psychischer Gesundheit und Resilienz untersucht. Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass höhere Resilienz mit einer höheren psychischen Gesundheit einhergeht. Resilienz und psychische Gesundheit hingen dabei mit einer mittleren Effektstärke zusammen, was aber von weiteren Faktoren beeinflusst wurde. So verringerte sich mit zunehmendem Alter dabei der Zusammenhang zwischen Resilienz und negativen Indikatoren für psychische Gesundheit wie z.B. Ängsten und Depressionen. Bei männlichen Personen hatte die Resilienz einen geringeren Effekt auf die psychische Gesundheit als bei weiblichen. Belastenden Lebenssituation oder Notlagen verringerten ebenfalls den Zusammenhang.[3]

Merkmale kindlicher Resilienz und Möglichkeiten ihrer Förderung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Big Brothers/Big Sisters, Freiwillige

Resiliente Kinder unterschieden sich durch eine Reihe von Eigenschaften von nicht-resilienten Kindern:[18][19][20][21][22][23][24]

  • Es sind häufiger Mädchen als Jungen. Resiliente Jungen sind eher „untypische“ Jungen. Sie sind weniger aggressiv und mehr auf andere bezogen als nicht resiliente Jungen.
  • Intelligente Kinder sind tendenziell resilienter als weniger intelligente Kinder.
  • Resiliente Kinder sind oft Überleister, d. h. sie bringen bessere Schulleistungen, als es von ihrer Intelligenz her zu erwarten wäre.
  • Sie haben ihre Impulse eher unter Kontrolle als nicht resiliente Kinder und sind disziplinierter.
  • Sie sind eher in der Lage zum Belohnungsaufschub als nichtresiliente Kinder.
  • Resiliente Kinder sind anderen Menschen zugewandt, sie reagieren positiv auf Aufmerksamkeit.
  • Resiliente Kinder sind einfühlsamer und emotionaler als nichtresiliente Kinder.
  • Sie sprechen eher über ihre Gefühle.
  • Sie sind vertrauensvoller und weniger aggressiv.
  • Entgegen dem Vorurteil, das viele Leute vielleicht hegen, sind resiliente Kinder nicht hart im Nehmen oder „zäh“. Das Gegenteil ist der Fall, sie ersuchen andere eher um Hilfe als nichtresiliente Kinder und geben Schwächen eher zu.
  • Resiliente Kinder haben eine realistische Selbsteinschätzung und realistische Zukunftsvorstellungen.
  • Sie sind sozial angepasster als nichtresiliente Kinder, „leichter zu lenken“ und versuchen, den Erwartungen Erwachsener gerecht zu werden.
  • Sie sind interessiert an Menschen, Sachen und Ideen und lernen gerne. In der Regel gehen sie gerne zur Schule.
  • Sie haben eine stärkere internale Kontrollüberzeugung.

Eltern und ältere Geschwister können laut Studien dazu beitragen, dass ein Kind Resilienz entwickelt. Nathan Caplan und andere beschäftigten sich mit Flüchtlingsfamilien in den USA, die in Armut lebten und deren Eltern eine geringe Bildung hatten. Sie stellten fest, dass sich die Mehrheit ihrer Kinder als resilient erwies. Emotional am stabilsten und schulisch am erfolgreichsten waren jedoch Untersuchungen zufolge die Kinder aus den Familien, wo sowohl von Eltern (obwohl diese Eltern selbst keine gute Bildung hatten) als auch von älteren Geschwistern viel Wert auf Bildung gelegt wurde und Bildung außerdem nicht als Mittel zum Zweck betrachtet wurde, sondern als Selbstzweck. Einen ganz besonders positiven Einfluss hatte es, wenn die Eltern den Kindern vorlasen. In 45 % der Flüchtlingsfamilien war dies der Fall. Dabei spielte es keine Rolle, ob sie englische Bücher oder Bücher in ihrer Heimatsprache vorlasen. Es kommt, laut Caplan und Choy, eher darauf an, dass das Vorlesen die emotionale Bindung zwischen Eltern und Kindern stärkt.[32] Kinder profitieren von Eltern, die sich nicht isolieren, sondern aktiv den Kontakt zu Gleichgesinnten suchen und (etwa in sozialen Gruppen) Verantwortung übernehmen.[33]

Freiwilliger Mentor (Big Brothers/Big Sisters)

Auch die Großeltern könnten eine Rolle spielen: Kinder ohne Kontakt zu ihren Großeltern mussten häufiger als „vulnerabel“ eingestuft werden.[33] Bei Kindern und Jugendlichen ist es Studien zufolge möglich, Resilienz im schulischen Kontext mit Hilfe verschiedener Programme zu fördern, dazu zählen zum Beispiel Head Start und das Big-Brothers-Big-Sisters-Programm. Wie Tierney u. a. und Werner belegen konnten, sind beide Programme erfolgreich: Sie vermindern Lernprobleme unter jüngeren Kindern sowie Drogensucht und Straffälligkeiten bei Jugendlichen. So zeigte sich in einer Längsschnittstudie, die ein Head Start Programm evaluierte, dass der Anteil der geförderten Kinder im Alter von 15 Jahren, welche eine Klasse wiederholen mussten, bei nur 30 % gegenüber 56 % in der Kontrollgruppe lag; außerdem lag der Anteil der Kinder, die das Äquivalent einer Förderschule oder Förderklasse besuchten, bei 12 % gegenüber 48 % bei den nicht geförderten Kindern.[34]

Das sogenannte Foster-Grandparent-Programm hat sich ebenfalls als erfolgreich bei der Förderung von Resilienz erwiesen. Es bringt ältere Leute mit deprivierten Kindern und Jugendlichen in Kontakt. „Foster-Großmütter“ arbeiten mit schwangeren jungen Mädchen und ihren Säuglingen und helfen Kleinkindern in Vorschulprogrammen wie Head Start. „Foster-Großväter“ helfen straffälligen Jugendlichen bei ihren Schularbeiten. Die freiwilligen Helfer versorgen auch kranke Kinder in Kinderkliniken und arbeiten mit traumatisierten Flüchtlingskindern. Außerdem helfen sie Grundschülern mit Lernproblemen. Dabei konnten positive Effekte nachgewiesen werden. Kleinkinder, die eine „Foster-Großmutter“ hatten, zeigten in ihrer motorischen und sozialen Entwicklung deutliche Fortschritte. Vorschulkinder verbesserten sich in ihrer Intelligenzentwicklung und sozialen Kompetenz. Bei Schulkindern konnten Verbesserungen in der Lesefähigkeit und im Sozialverhalten festgestellt werden.[35]

Kinder sollten darüber hinaus die Möglichkeit erhalten, Verantwortung in der jeweiligen Schule oder in anderen Gruppen zu übernehmen. Kinder, denen diese Möglichkeit gegeben wird, neigen weniger zu deviantem Verhalten.[33]

Ein Spiel-Lern-Programm zur Förderung der Resilienz ist Opstapje.[36]

Beispiele für erhöhte gruppenspezifische Resilienz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Psychologie, Pädagogik und Soziologie werden nicht nur Einzelpersonen, sondern auch Bevölkerungsgruppen, die erschwerte Bedingungen ohne Beeinträchtigung durchstehen, als resilient bezeichnet. Im Fokus steht hier die Widerstandskraft bzw. Verwundbarkeit von Gruppen angesichts sozialer und sozialpsychologischer Risikofaktoren, wie z. B. mangelnder Schulbildung, Kinderarmut, zerrütteter Elternhäuser, Heimbetreuung, Migration usw. sowie neuerdings die Diskussion um gezielte Resilienzförderung in Sozialisationseinrichtungen (Zander 2011) und um Präventivangebote, die über das Training der Fähigkeiten des Einzelnen hinausgehen. Dabei spielt die Einbindung in soziale Netzwerke eine große Rolle.[37] Allerdings existieren nur wenige Längsschnittstudien über die langfristige Wirkung dieser Faktoren; die meisten Forschungsprojekte wurden in den USA durchgeführt.

US-Amerikaner japanischer Abstammung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine der ersten Arbeiten zu diesem Thema stammt aus dem Jahr 1956 und beschäftigt sich mit US-Amerikanern japanischer Abstammung. William Caudill und George DeVos stellten sich die Frage, wie es diese schafften, mit Rassismus und Vorurteilen in den Schulen umzugehen. Obwohl in der Arbeit das Wort Resilienz nicht gebraucht wird, werden hier schon die Faktoren genannt, die später von der Resilienzforschung thematisiert wurden. Caudill und DeVos stellten eine starke Leistungsmotivation und ein starkes elterliches Engagement fest.[38] Heute werden ihre Arbeiten aus methodischen Gründen kritisiert, jedoch sollten sie hier als Vorläufer genannt werden.[39]

Vietnamesen (Boat People) in den USA[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Boat-People-Familie auf amerikanischem Schiff
Gerettete Boat People auf amerikanischem Schiff

Caplans Hauptinteresse gilt jedoch den Kindern der Boat People. Als „Boat People“ wurden in den 1970er und Anfang der 1980er Jahre vietnamesische Flüchtlinge bekannt, die nach dem Vietnamkrieg aus Angst vor dem neuen kommunistischen Regime[40] (dem Vietcong) mit Booten über das südchinesische Meer flohen. Viele dieser Flüchtlinge suchten eine bessere Zukunft in den USA. Sie schienen chancenlos, besaßen oft nur die Kleidung, in der sie ankamen, und sprachen kein Englisch. Über die Hälfte der Eltern hatte nur fünf Jahre lang oder kürzer die Schule besucht. Diese Flüchtlinge lebten oft in den ärmsten Wohngegenden der großen Städte. Gemäß dem Einkommen der Eltern gingen die Kinder auf die (unterfinanzierten) öffentlichen Schulen. Die Wissenschaft war erstaunt, als die Flüchtlingskinder bei allen Leistungstests besser abschnitten als Kinder aus der Mittelschicht.

Nathan Caplan, Marcella H. Choy und John K. Whitmore suchten nach Gründen dafür. Sie betrachteten eine zufällige Stichprobe von 200 Familien der Boat People. Diese Familien hatten zusammen 536 Kinder im Schulalter. Zuerst wurde getestet, ob die Beobachtung, dass die Kinder der Boat People besonders leistungsstark sind, auch auf diese Kinder zutraf. Die Kinder wurden mit einem Leistungstest, dem CAT (Computergestütztes Adaptives Testverfahren), getestet. Wie erwartet schnitten auch die Kinder dieser Stichprobe in fast allen Bereichen besser ab als Kinder aus der weißen Mittelschicht, besonders im mathematischen Bereich. Lediglich im sprachlichen Bereich schnitten die Kinder etwas schlechter ab als Kinder der weißen Mittelschicht.

Eines der auffälligsten Ergebnisse der Studie war, dass Kinder mit vielen Geschwistern sich als leistungsstärker erwiesen als Kinder mit wenigen Geschwistern oder gar Einzelkinder. Um das zu verstehen, muss man die Rolle verstehen, die die Familie in der vietnamesischen Kultur spielt. Die vietnamesische Kultur ist eher kollektivistisch orientiert geprägt: Die Wünsche des Individuums sind weniger wichtig als die Bedürfnisse der Familie als Gruppe.

Von älteren Geschwistern wird erwartet, dass sie ihren jüngeren Geschwistern bei den Hausaufgaben helfen. Davon profitieren die Kinder gewaltig. Sie lernten von ihren Geschwistern nicht nur Fakten, sondern auch akademische Strategien und Werthaltungen. Oft waren auch jüngere, noch nicht schulpflichtige Kinder anwesend. Auch sie lernten anscheinend spielerisch, indem sie ihre Geschwister beobachteten.

Die Hausaufgaben wurden meist in der Küche am Küchentisch gemacht; ein eigenes Kinderzimmer oder einen eigenen Schreibtisch gab es nur in den wenigsten Fällen. Doch nicht die materiellen Bedingungen, sondern die Liebe zum Lernen scheinen wichtig für die Schullaufbahn zu sein. Es konnte nachgewiesen werden, dass die Kinder der Boat People pro Tag durchschnittlich drei Stunden und zehn Minuten mit Lernen und Hausaufgaben verbrachten. Im Durchschnitt verbrachten amerikanische Schüler dagegen nur eine Stunde und 30 Minuten pro Tag mit diesen Tätigkeiten.

Es konnte nachgewiesen werden, dass für die Kinder der Boat People Bildung ein wichtigerer Wert war als für die Kinder der weißen Amerikaner. In Vietnam galt Bildung früher als Privileg, nur wenige reiche Familien konnten es sich leisten, ihren Kindern eine gute Ausbildung zu ermöglichen. Laut Caplan, Choy und Whitmore ist dies einer der Gründe für den Erfolg der vietnamesischen Kinder. Obwohl man nicht davon sprechen kann, dass in Amerika die Herkunft bei der Bildung keine Rolle spielen würde, sahen sie hier ihre Chancen. Sie bemerkten, dass sie mehr Chancen hatten als ihre Eltern in Vietnam, und diese wollten sie nutzen. Auch die Eltern, welche in vielen Fällen nicht die Möglichkeit einer guten Bildung gehabt hatten, wünschten, dass es ihre Kinder einmal besser haben würden, sodass sie diese motivierten, da sie die Wichtigkeit guter Bildung erkannt hatten.[41]

US-amerikanische Mittelschicht in der Zeit der Großen Depression[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heimatlose Mutter (Dokumentarfoto, Dorothea Lange, 1936)

Glen Elder (1974) untersuchte den Lebenslauf von Kindern aus verschiedenen Schichten, deren Familien durch die Große Depression in Armut geraten waren. Dafür griff er auf Daten einer Längsschnittstudie der University of California, Berkeley zurück. Anscheinend hatte Armut auf Heranwachsende der amerikanischen Mittelschicht eher positive als negative Konsequenzen. Sie schienen daran zu wachsen und ihre Persönlichkeit schien stärker zu werden. Sie waren tendenziell sogar etwas erfolgreicher als Kinder aus nie verarmten Mittelschichtsfamilien. Arbeiterkinder aus verarmten Familien hingegen waren im späteren Leben weniger erfolgreich als Mittelschichtskinder. Auch zeigten sich hier deutliche Auswirkungen der Armut: Zum Beispiel erwarben sie seltener einen Hochschulabschluss als Arbeiterkinder aus nie verarmten Familien. Doch auch unter ihnen gab es viele Sozialaufsteiger. Sowohl unter Männern aus Arbeiterfamilien als auch unter Männern aus Mittelschichtsfamilien lässt sich ein starker Einfluss der Armut auf die Werthaltungen feststellen, der aber nicht unbedingt negativ sein muss. So sind in Armut aufgewachsene Männer etwa Kindern gegenüber positiver eingestellt als Männer, die nie arm waren. Sie haben starke Familienwerte und ein konservatives Familienbild.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Armut zur Zeit der großen Depression hatte erstaunlich wenig negative Auswirkungen auf das Leben dieser Jungen. Clausen macht ähnliche Beobachtungen.[42] Die Gründe dafür sind vielfältig.[43]

Folgende Tabelle vergleicht zwei Gruppen von Männern aus Oakland. Beide Gruppen kommen aus Elternhäusern, die vor der Zeit der Großen Depression zur Mittelschicht gehörten. Durch die Große Depression verarmten Teile der Mittelschicht. Es werden Männer, die wegen der Großen Depression unterhalb des Existenzminimums aufwachsen mussten, mit Männern verglichen, deren Familien niemals arm waren. Es zeigten sich keine negativen Auswirkungen der Armut. Tendenziell scheinen unterhalb des Existenzminimums aufgewachsene Männer beruflich etwas erfolgreicher zu sein.[44]

niemals arm unterhalb des Existenzminimums aufgewachsen
Alter bei der ersten Heirat in Jahren (Median) 23,8 23,3
Alter bei der Geburt des ersten Kindes (Median) 26,5 26,2
Erreichen eines Universitätsabschlusses 61 % 60 %
Berufsstatus im Jahre 1958 (1 = hoch, 7 = niedrig) 2,5 2,2
1958 Angehöriger der oberen Mittelschicht 39 % 45 %
1958 Angehöriger der unteren oder mittleren Mittelschicht 48 % 45 %
1958 Angehöriger der Arbeiterklasse 13 % 10 %

Kinder armer US-amerikanischer Farmer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In späteren Jahren beschäftigte Elder sich mit den Kindern US-amerikanischer Farmer. In den 1980er Jahren kam es zu einer Krise der amerikanischen Landwirtschaft. Ein Teil der Farmerfamilien musste nun unter der Armutsgrenze leben. Doch deren Kinder meisterten die damit verbundenen Härten. Sie waren sowohl auf akademischen Gebieten erfolgreich als auch sozial gut integriert. Elder und Conger sehen dafür folgende Gründe:

  • starke intergenerationale Bindungen,
  • Sozialisation in produktive Rollen,
  • starkes Engagement der Eltern,
  • Engagement der Kirchen, der Schulen und der ländlichen Gemeinschaft.[45]

Traumatisierte Adoptivkinder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Clark und Hanisee untersuchten die Entwicklung von aus Drittweltländern adoptierten Kindern, die unterernährt waren und traumatische Kindheitserfahrungen gemacht hatten. Die Kinder wurden von amerikanischen Familien aus der oberen Mittelschicht adoptiert. Entgegen der Annahme, dass diese Kinder unter schweren Beeinträchtigungen leiden würden, erwiesen sie sich als überdurchschnittlich intelligent und überdurchschnittlich sozial kompetent. Beim Peabody Picture Vocabulary Test erreichten sie einen Intelligenzquotienten (IQ) von 120, auf der Vineland Social Maturity Scale erreichten sie 137 Punkte (100 Punkte gelten als Durchschnitt, 137 als außerordentlich gut). Clark und Hanisee kamen zu dem Ergebnis, dass unterernährte und traumatisierte Kinder sich als erstaunlich resilient erweisen können.[46]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Main Street Missionary Baptist Church; Vorbereitungen für einen Straßengottesdient nach dem Hurricane Katrina in Biloxi, Mississippi
Betende Waisenkinder in Nyota, Kenia

Beispielsweise wurde festgestellt, dass nach den Verwüstungen durch den Hurricane Katrina in New Orleans die Nachbarschaft rund um die katholische Mary Queen of Viet Nam Church als eine der ersten wieder aufgebaut war. Dabei handelte es sich um eine der ärmsten Nachbarschaften von New Orleans. Die Kirche rief ein Programm namens Mary Queen of Viet Nam Community Development Corporation (MQVN CDC) ins Leben. Nachbarn halfen sich gegenseitig, nach den Verwüstungen ein neues Leben aufzubauen. Es stellte sich die Frage, wie es zu der großen Bereitschaft kam, an diesem Programm teilzunehmen und seinen Nachbarn zu helfen, selbst wenn man keinen direkten Nutzen davon hatte. Nachforschungen ergaben, dass durch den von vielen Nachbarn gelebten gemeinsamen Glauben ein eng geknüpftes soziales Netzwerk mit der Mary Queen of Viet Nam Church als Zentrum bestand.[47] Nach Studien von Caplan, Rumbaut und Ima sowie Bankston und Zhou waren katholische vietnamesischstämmige Amerikaner noch erfolgreicher als vietnamesischstämmige Amerikaner, die einer anderen Religionsgemeinschaft angehörten. Der häufige Besuch der katholischen Kirche führte zu einer stärkeren Einbindung in soziale Netzwerke, die zum einen Unterstützungsleistungen boten und zum anderen auch Werte vermittelten. Dies führte zu einer starken Aufwärtsmobilität.[47]

Spanische Einwanderer in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein weiteres Beispiel für Resilienz sind die Kinder der spanischen Arbeitsmigranten, die als Gastarbeiter nach Deutschland kamen. Die Frage, ob Migration an sich einen Risikofaktor darstellt, wird meist positiv beantwortet.[48] Erfolgreich bewältigte Migrationsrisiken können jedoch die Resilienz stärken. Wegen der verbreiteten Armut und der Diktatur des Francisco Franco kamen in den 1970er Jahren viele Spanier nach Deutschland, um dort eine bessere Zukunft zu finden. Die Masse der spanischen Einwanderer war relativ ungebildet und stammte aus benachteiligten Gegenden des Landes. Das Franco-Regime hatte das Bildungssystem wenig entwickelt, die Schulen boten nicht ausreichend viele Plätze für die Kinder. Die Kinder der spanischen Migranten hatten mit den typischen Gastarbeiterproblemen zu kämpfen. Heute sind sie in der Mitte der Gesellschaft angekommen und besetzen ähnliche Berufspositionen wie Deutsche. Erklärt werden kann dieser Aufschwung mit der starken Selbstorganisation der spanischen Einwanderer und einer gezielten Bejahung der vollen Integration in das deutsche Schulsystem. Das wurde zum Teil gegen die Behörden durchgesetzt, die Sonderklassen für Migranten bilden wollten.[49] Dies führte zu guten Schulabschlüssen, frühen Erfolgen bei der Vermittlung von Lehrstellen und entsprechenden Berufserfolgen.[50] Kaum ein spanischer Schüler verlässt die Schule ohne Abschluss.[51]

Training[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt zahlreiche Hinweise darauf, dass Resilienz zumindest begrenzt trainierbar ist. Viele psychotherapeutische Ansätze und Managementtraining argumentieren, dass negative Lebensereignisse als Chance zu emotionalem Wachstum begriffen werden müssen „(Posttraumatisches Wachstum)“. Allerdings gelten viele, die das nicht können, schnell als „psychisch unreif“. „Sei resilient!“ werde so zur „Aufforderung, die eigene Sensibilität zu verlernen und sich gegen die Zumutungen unzumutbarer Lebensbedingungen zu immunisieren“.[52]

Initiationsriten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch Initiationsriten können als eine Art von Resilienztraining verstanden werden. Sie haben eine psychische Schutzfunktion und können eventuell kindliche Traumata auslöschen und zur Bewusstwerdung der eigenen Stärke führen. Selbst der Krieg stellte für viele junge Männer einen solchen Initiationsritus dar, auch wenn er oft zu neuen Traumatisierungen führte. Heute fallen insbesondere in westlichen Gesellschaften zahlreiche Initiationsriten weg, so dass diese Schutzfunktion in Frage gestellt ist.

Resilienztraining bei der Armee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die US Army hat zusammen mit der University of Pennsylvania seit 2009 ein aufwändiges Resilienztraining für Soldaten und ihre Angehörigen sowie für zivile Mitarbeiter auf der Grundlage des Positive Psychology Program der Hochschule entwickelt und getestet.[53] Trainiert werden die emotionale, soziale, spirituelle, familiäre und physische Resilienz.[54] Das Training wird heute von privaten Einrichtungen angeboten.[55] Das Trainingsvolumen beträgt über 100 Millionen US-Dollar pro Jahr. Das Training erfolgt sowohl während der Grundausbildung der Soldaten (Battlemind – Lifecycle) als auch in der spezifischen Einsatzvor- und Nachbetreuung (Battlemind – Deployment Cycle). Die Resilienz der Soldaten wird mittels eines Comprehensive Soldier & Family Fitness Score bewertet. Dieser Test steht auch in Form einer Online-Selbstbewertung zur Verfügung.[56]

Auch bei der Bundeswehr gewinnt die „psychische Ressourcenstärkung“[57] an Bedeutung, nachdem von Anfang 2009 bis Juli 2011 etwa 2500 Soldaten mit einer einsatzbedingten psychischen Erkrankung in einem Bundeswehrkrankenhaus behandelt wurden.

Grenzen der Resilienz und Kritik des Ansatzes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Resiliente Personen besitzen die Fähigkeit, Möglichkeiten dort zu ergreifen, wo sie sich bieten. Doch dort, wo sich keine Möglichkeiten bieten, z. B. in wirtschaftlichen Dauerkrisen, sind selbst resiliente Personen machtlos. Elder warnt unter Bezug auf die Folgen der Großen Depression in den Jahren nach 1929: […] not even great talent and industry can ensure life success over adversity without opportunity (dt.: nicht einmal großes Talent und Fleiß gewährleisten das Besiegen von Widrigkeiten, wenn die Gelegenheit fehlt).[58]

Kritiker wie Klaus Ottomeyer oder Thomas von Freyberg sehen in der allgegenwärtigen Verwendung des Resilienzbegriffs einen Hinweis auf die Tendenz zur Individualisierung gesellschaftlicher Risiken und zur Privatisierung sozialer Verantwortung. Ottomeyer spricht sogar vom „Neoliberalismus in der Psychotherapie“.[59] Der Resilienz-Hype suggeriere, dass ein Allheilmittel gegen Krisen und Probleme aller Art gefunden worden sei.

Die Kritik am Umgang mit dem Resilienz-Begriff sieht das Problem nicht in der Stärkung der Widerstandskraft der Menschen und der Unterstützung von Personen, sich vor Katastrophen zu schützen; jedoch in der damit einhergehenden Tendenz, gewaltsame Verhältnisse als gegeben zu akzeptieren und lediglich einen Umgang damit zu finden.[60] Dies führe dazu, so die weitere Kritik auf einer Tagung zum Thema „Fit für die Katastrophe? – Der Resilienzdiskurs in Politik und Hilfe“, organisiert 2015 von medico international, dass die Belastung und strukturellen Probleme aus dem Fokus geraten und als gegeben angenommen werden. Somit tritt eine Veränderung und Bekämpfung der bestehenden oder aufkommenden Probleme und der Ursachen in den Hintergrund. Dies unterstützt eine Tendenz der Entlastung politischer Akteure an der Bearbeitung und Vermeidung der Ursachen, hin zu einem individualisierten Umgang der Einzelpersonen mit den Symptomen.[61] Somit stabilisiere sie eher die prekären bzw. gewaltvollen Verhältnisse, welche potenziell zu Traumata führen, anstatt sie zu bearbeiten.[62] Der britische Professor für politische Theorie Marc Neocleous von der Brunel University rief daher sogar zum Widerstand gegen die Resilienzbegeisterung auf. "Die Sprache der Resilienz bereitet uns auf den Krieg vor", postulierte er auf der medico-Tagung. Das Gerede von der psychischen Widerstandskraft schaffe eine "Kultur des Vorbereitetseins auf die Katastrophe".[63]

Resiliente Gesellschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • J. Birkmann: Measuring Vulnerability to Natural Hazards: Towards Disaster Resilient Societies. United Nations University Press, 2006.
  • G. Christmann, O. Ibert, H. Kilper, T. Moss: Vulnerabilität und Resilienz in sozio-räumlicher Perspektive – Begriffliche Klärungen und theoretischer Rahmen. IRS Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung. Erkner 2011. irs-net.de
  • Klaus Fröhlich-Gildhoff, Maike Rönnau-Böse: Resilienz. Reinhardt, München 2009, ISBN 978-3-497-02100-0.
  • Günther Opp, Michael Fingerle (Hrsg.): Was Kinder stärkt. Erziehung zwischen Risiko und Resilienz. Reinhardt, München 2007, ISBN 978-3-497-01908-3.
  • Christine Tschöll: Resilienz bei Arbeitsplatzverlust. Eine Fallstudie im peripheren Passeiertal. Nomos, Baden-Baden 2018, ISBN 978-3-8487-4579-1.
  • Rosmarie Welter-Enderlin, Bruno Hildenbrand (Hrsg.): Resilienz – Gedeihen trotz widriger Umstände. Auer, Heidelberg 2006, ISBN 3-89670-511-3.
  • Albert Wunsch: Mit mehr Selbst zum stabilen ICH! – Resilienz als Basis der Persönlichkeitsbildung. Springer Spektrum, Heidelberg 2013, ISBN 978-3-642-37701-3.
  • Margherita Zander: Handbuch Resilienzförderung. VS, Wiesbaden 2011, ISBN 978-3-531-16998-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wiktionary: Resilienz – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Artikel

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Paul Ludolph u. a.: Resilienzfördernde Interventionen bei Patienten mit Krebs. In: Deutsches Ärzteblatt. Band 116, Heft 51–52, 23. Dezember 2019, S. 865–872.
  2. Emmy Werner: Vulnerable, but Invincible. Adams, Bannister and Cox, New York 1982.
  3. a b c d e Tianqiang Hu, Dajun Zhang, Jinliang Wang: A meta-analysis of the trait resilience and mental health. In: Personality and Individual Differences. Band 76, 1. April 2015, ISSN 0191-8869, S. 18–27, doi:10.1016/j.paid.2014.11.039 (sciencedirect.com [abgerufen am 2. Dezember 2020]).
  4. J. B. Asendorpf, F. J. Neyer: Psychologie der Persönlichkeit. Springer, 2012.
  5. @1@2Vorlage:Toter Link/www.tu-darmstadt.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven) TUD, Seminar Entwicklungspsychologie, Referat Resilienz. Download am 19. Dezember 2007.
  6. Michaela Haas: Stark wie ein Phönix. OW Barth, S. 328.
  7. Michaela Haas: Stark wie ein Phönix. OW Barth, S. 328.
  8. Glen H. Elder: Children Of The Great Depression. Routledge, 1999.
  9. Norman Garmezy: Resiliency and vulnerability to adverse developmental outcomes associated with poverty. In: American behavioral scientist, 34(1991)4, S. 416–430.
  10. Emmy E. Werner: The children of Kauai: a longitudinal study from the prenatal period to age ten. University of Hawaii Press, Honolulu 1971, ISBN 0-87022-860-9.
  11. Stefanie Maeck: Geheimnis psychischer Stärke: Die Unverwundbaren. Manche Menschen überstehen traumatische Erlebnisse scheinbar unangetastet. Hinter psychischer Stärke stecken häufig ein früh gefasster Lebensplan und der Glaube an sich selbst. Die Widerstandskraft lässt sich zum Teil erlernen – doch auch manches Äußere muss passen. In: Spiegel Online, 3. Februar 2013.
  12. Andrea Michel: Resilienz bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund. In: Starke Jugend – Starke Jugend: Ausgewählte Beiträge des 12. Deutschen Präventionstages. Forum Verlag, Merching 2008.
  13. Sylvia Kéré Wellensiek, Joachim Galuska: Resilienz – Kompetenz der Zukunft. Beltz, 2014.
  14. Viola Schreiber, Ernst-Ludwig Iskenius: Flüchtlinge: zwischen Traumatisierung, Resilienz und Weiterentwicklung. 2013, S. 5 ff. amnesty-heilberufe.de (PDF)
  15. Schreiber: Iskenius, S. 9.
  16. Maryann Wei: Social Distancing and Lockdown – An Introvert’s Paradise? An Empirical Investigation on the Association Between Introversion and the Psychological Impact of COVID19-Related Circumstantial Changes. In: Front. Psychol., 17. September 2020 [1]
  17. Melanie Curtin: Science Has Your Back, Introverts: New Research Says Spending Time Alone is the Best Way to Rest auf Inc.com, 30. November 2017
  18. a b N. Haan: Coping and defending: Processes of self-environement organization. Academic Press, New York 1977.
  19. a b S. Goldberg: Social competence in infancy: a model of parent-infant interaction. In: Merril-Palmer Quarterly. 23, 1977, S. 163–177.
  20. a b A. Moriarty, P. Toussieng: Adolescent Coping. Grune und Stratton, New York 1976.
  21. a b L. Murphy, A. Moriarty: Vulnerability, coping and growth from infancy to to adolescence. Yale University Press, New Haven, Conn. 1976.
  22. a b K. H. Nuechterlein: Competent disadvantaged children: A review of research. Doktorarbeit. University of Minnesota, 1970.
  23. a b N. Garmezy: The study of competence in children at risk for severe psychopathology. In: E. J. Anthony, C. Koupernik (Hrsg.): The child in his family: Children at psychiatric risk. Band 3. Wiley, New York 1974.
  24. a b N. Garmezy, K. H. Nuechterlein: Invulnerable children: The fact and fiction of competence and disadvantage. 1972.
  25. Siehe z. B. R. K. Papadopoulos: Refugees, trauma and Adversity-Activated-Development. In: European Journal of Psychotherapy and Counseling. 9 (3), 2007, S. 301–312; R. Schweitzer, J. H. Greenslade, A. Kagee: Coping and resilience in refugees from the Sudan: A narrative account. In: Australian and New Zealand Journal of Psychiatry. Band 41, Nr. 3, 2007, S. 282–288.
  26. Brigit Obrist: Wie Gesundheit und Resilienz zusammenhängen. UniNova, Wissenschaftsmagazin der Universität Basel, Basel.
  27. Raija-Leena Punamäki: Can Ideological Commitment Protect Children’s Psychosocial Well-Being in Situations of Political Violence? In: Child Development. Band 67, Heft 1, 1996, S. 55–69.
  28. K. W. Choi, M. B. Stein, E. C. Dunn, K. C. Koenen, J. W. Smoller: Genomics and psychological resilience: a research agenda. In: Molecular Psychiatry. Band 24, Nr. 12, 2019, S. 1770–1778, doi:10.1038/s41380-019-0457-6, PMID 31341239, PMC 6874722 (freier Volltext) (Review).
  29. Trine Waaktaar, Svenn Torgersen: Genetic and Environmental Causes of Variation in Trait Resilience in Young People. In: Behavior Genetics. Band 42, Nr. 3, Mai 2012, ISSN 0001-8244, S. 366–377, doi:10.1007/s10519-011-9519-5, PMID 22101958, PMC 3350764 (freier Volltext) – (springer.com [abgerufen am 12. Mai 2020]).
  30. K. W. Nilsson, C. Åslund, E. Comasco, L. Oreland: Gene-environment interaction of monoamine oxidase A in relation to antisocial behaviour: current and future directions. In: Journal of neural transmission. Band 125, Nr. 11, 2018, S. 1601–1626, doi:10.1007/s00702-018-1892-2, PMID 29881923, PMC 6224008 (freier Volltext) (Review).
  31. A Non-Additive Interaction of a Functional MAO-A VNTR and Testosterone Predicts Antisocial Behavior.
  32. Nathan Caplan u. a.: Indochinese Refugee Families and Academic Achievement. In: Scientific American. Februar 1992.
  33. a b c The Iowa Youth and Families Project (Memento vom 12. Dezember 2008 im Internet Archive) Download am 19. Dezember 2007.
  34. Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik; Dokumentation der Fachtagung Resilienz - Was Kinder aus armen Familien stark macht. am 13. September 2005 in Frankfurt am Main
  35. Herbert Fröhlich: Risiko- und Schutzfaktoren: Forschungsergebnisse und Interventionsmöglichkeiten unter besonderer Berücksichtigung von Armut. In: Bundeskonferenz für Erziehungsberatung e. V.: Arme Familien gut beraten. Hilfe und Unterstützung für Kinder und Eltern. Materialien zur Beratung. Band 12, 2004.
  36. Alexandra Sann, Kathrin Thrum: Opstapje – Schritt für Schritt. Praxisleitfaden. Deutsches Jugendinstitut e. V., 2005.
  37. Andrea Michel: Resilienz bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund. In: Erich Marks, Wiebke Steffen (Hrsg.): Starke Jugend – Starke Zukunft. Mönchengladbach 2008, S. 95–106.
  38. William Caudill, George De Vos: Achievement, Culture and Personality: The Case of the Japanese American. In: American Anthropologist. Band 56, Nr. 6, 1956, S. 1102–1125.
  39. Richard N. Adams: Cultural Components of Central America. (Memento vom 16. April 2008 im Internet Archive) In: American Anthropologist. Band 58, Nr. 5, 1956, S. 881–907. Download am 31. Januar 2008.
  40. A. Wunsch: Mit mehr Selbst zum stabilen ICH!: Resilienz als Basis der Persönlichkeitsbildung. S. 27, Z. 2 f.
  41. Nathan Caplan u. a.: The Boat People and Achievement in America: A study of family life, hard work, and cultural values. University of Michigan Press, 1989, ISBN 0-472-09397-5; David W. Haines (Hrsg.): Refugees as immigrants: Cambodians, Laotians and Vietnamese in America. Rowman & Littlefield Publishers, 1989, ISBN 0-8476-7553-X; Nathan Caplan u. a.: Indochinese Refugee Families and Academic Achievement. In: Scientific American. Februar 1992, S. 18–24.
  42. John A. Clausen: American lives: looking back at the children of the great depression. University of California Press, Berkeley CA u. a. 1995.
  43. G. H. Elder: Children of the Great Depression: Social Change in Life Experience. University of Chicago Press, Chicago 1974.
  44. G. H. Elder: Children of the Great Depression. University of Chicago Press, Chicago 1974, S. 160.
  45. Glen H. Elder, Rand D. Conger: Children of the Land: Adversity and Success in Rural America. University of Chicago Press, 2000, ISBN 0-226-20266-6.
  46. Audry Clark, Janette Hanisee: Intellectual and Adaptive Performance of Asian Children in Adoptive American Settings. In: Developmental Psychology. Band 18, Nr. 4, 1982, S. 595–599.
  47. a b Emily Chamlee-Wright, Virgil Henry Storr: Club Goods and Post-Disaster Community Return. In: Rationality and Society. Band 21, Nr. 4, 2009.
  48. „Die Migrationssituation bedeutet einen gravierenden Bruch im Lebensverlauf und erfordert tief greifende Reorientierungsleistungen, wie z. B. der Verlust von Bindungen und der gewohnten Lebensumwelt sowie die Neuschaffung sozialer Netzwerke, Sprachprobleme, kulturelle Orientierungsprobleme, Status- bzw. Anerkennungsdefizite, Schwierigkeiten beim Abgleich von Normen und Werten oder rechtliche und soziale Problemlagen.“ Michel 2008, S. 102.
  49. B. von Breitenbach: Italiener und Spanier als Arbeitnehmer in der Bundesrepublik Deutschland. München/Mainz 1982, S. 120 f.; D. Thränhardt: Einwanderer-Kulturen und soziales Kapital. In: D. Thränhardt, Uwe Hunger (Hrsg.): Einwanderer-Netzwerke und ihre Integrationsqualität in Deutschland und Israel. Münster/ London 2000, S. 32 f.
  50. B. von Breitenbach: Italiener und Spanier als Arbeitnehmer in der Bundesrepublik Deutschland. München/Mainz 1982.
  51. Gut angekommen. In: Die Zeit, Nr. 28/2006.
  52. Dagmar Schedewy: Psychotherapie-Kongress in Berlin: Die unbedingte Selbstoptimierung. In taz.de, 8. März 2018.
  53. Film auf YouTube
  54. Website der US Army. abgerufen am 26. Juni 2014.
  55. Website des Resilience Training Institute (Memento vom 14. Juli 2014 im Internet Archive) abgerufen am 26. Juni 2014.
  56. csf2.army.mil (Memento vom 11. November 2013 im Internet Archive)
  57. Psychische Ressourcenstärkung bei VN-Beobachtern zur Prävention einsatzbedingter psychischer Störungen – eine Pilotstudie.
  58. G. H. Elder: 25th Anniversary Edition of Children of the Great Depression. Westview Press, Boulder CO 1999, ISBN 0-8133-3342-3, S. 26.
  59. So der Titel seines Vortrags auf dem Symposion Fit für die Katastrophe? Der Resilienzdiskurs in Politik und Hilfe. stiftung medico international, Frankfurt, 6. Juni 2015.
  60. Thomas Gebauer: Aktuelle Konzepte zur Krisenbewältigung stabilisieren genau jene Verhältnisse, die Krisen hervorrufen. In: medico international: rundschreiben 02/15.
  61. Usche Merk: Vom Trauma zur Resilienz. Auf medico.de.
  62. Thomas Gebauer: Aktuelle Konzepte zur Krisenbewältigung stabilisieren genau jene Verhältnisse, die Krisen hervorrufen. In: medico international: rundschreiben. 02/15.
  63. Ulrich Schnabel: Die Kraft aus der Krise. In: Die Zeit, Nr. 45/2015.