Resko

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Resko (Begriffsklärung) aufgeführt.
Resko
Wappen von Resko
Resko (Polen)
Resko
Resko
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Westpommern
Powiat: Łobez
Fläche: 4,49 km²
Geographische Lage: 53° 46′ N, 15° 24′ OKoordinaten: 53° 46′ 0″ N, 15° 24′ 0″ O
Höhe: 49 m n.p.m.
Einwohner: 4296
(30. Jun. 2015)[1]
Postleitzahl: 72-315
Telefonvorwahl: (+48) 91
Kfz-Kennzeichen: ZLO
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DW 152 PłotyBuślary
Nächster int. Flughafen: Stettin-Goleniów
Sołectwo
Gmina
Gminatyp: Stadt- und Landgemeinde
Gminagliederung: 45 Ortschaften
11 Schulzenämter
Fläche: 285,24 km²
Einwohner: 8174
(30. Jun. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 29 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 3218043
Verwaltung (Stand: 2013)
Bürgermeister: Arkadiusz Czerwiński
Adresse: Rynek 1
72-315 Resko
Webpräsenz: www.resko.pl



Resko ['rɛskɔ] (deutsch Regenwalde) ist eine Stadt in der polnischen Woiwodschaft Westpommern und gehört zum Powiat Łobeski. Sie hat etwa 4.400 Einwohner. Sie ist gleichzeitig Sitz der gleichnamigen Stadt- und Landgemeinde (gmina miejsko-wiejska).

Geographische Lage und Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Resko liegt in Hinterpommern am rechten Ufer des Flusses Rega, unweit des Regastausees. Die nächsten größeren Städte sind Nowogard (Naugard) im Westen und Świdwin (Schivelbein) im Osten, beide etwa 20 Kilometer entfernt.

Der Ort ist nur über Nebenstraßen zu erreichen, von Stettin aus über die Droga krajowa 6 (ehemalige deutsche Reichsstraße 2, heute auch Europastraße 28), die 10 Kilometer westlich vorbeiführt, in die die Woiwodschaftsstraße 152 (die ehemals als Reichsstraße 161 den Ort durchquerte) einmündet.

Seit 1992 verfügt die ehemalige Kreisstadt über keinen Bahnanschluss mehr. Die Bahnstrecke Worowo–Wysoka Kamieńska (Wurow-Wietstock) wurde zu diesem Zeitpunkt stillgelegt. Die Bahnstrecke Piepenburg–Regenwalde, 1893 eröffnet, wurde bereits 1945 stillgelegt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regenwalde an der Rega, nordöstlich der Stadt Naugard und nordwestlich der Stadt Labes, auf einer Landkarte von 1905
Regenwalde (Regenwolde) an der Rega (Rega fluvius) auf der Landkarte des Eilhard Lubinus von 1618 (Ausschnitt)

.

Der Fund einer Urne mit Silbermünzen aus der Römerzeit in Regenwalde belegt, dass das Gebiet schon sehr früh besiedelt war. So waren hier auch Wenden zuhause, sie errichteten einen Burgwall. Nachdem das Land christianisiert war, erhielt der aus Kolberg stammende Theodorich Horn im Zuge der Ostkolonisation 1255 den Auftrag, im Bereich des Burgwalls eine Siedlung zu gründen. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten war der Ort so weit erschlossen, dass ihm 1282 das lübische Stadtrecht verliehen werden konnte. 1295 erbaute die Adelsfamilie von Borcke auf den Resten des alten Burgwalls ihre eigene Burg und wurde gemeinsam mit der Familie von Vidante Eigentümer der Stadt Regenwalde. 1365 mussten die Vidantes ihren Anteil an den Herzog von Pommern-Wolgast Barnim IV. abtreten, ab 1447 waren die Borckes alleinige Stadtherren von Regenwalde.

Der Dreißigjährige Krieg brachte erhebliche Zerstörungen mit sich, und als auch noch die Pest ausbrach, verringerte sich die Zahl der Einwohner drastisch. Nach Kriegsende kam die Stadt unter Mark brandenburgische Herrschaft, weil das pommersche Greifengeschlecht 1637 ausgestorben war. Regenwalde gehörte jetzt zum Borckschen Kreis, benannt nach der Familie von Borcke, der fast der gesamte Grundbesitz des Kreises gehörte. Ackerbau, Viehzucht, Handwerk und Handel waren zu dieser Zeit die Erwerbsquellen der Bevölkerung.

Als Preußen 1815 seine Kreisverwaltung reformierte, wurde der Name Regenwalde auf den neu gebildeten Kreis übertragen, jedoch wurde die Stadt Labes Kreisstadt. Im Zuge der Industrialisierung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstand eine Reihe neuer Betriebe, unter denen die 1843 gegründete Landmaschinenfabrik eine hervorragende Stellung einnahm. Neben ihr nahmen noch ein Sägewerk, eine Ölmühle und eine Gerberei den Betrieb auf. Die Eisenbahn kam erst sehr spät 1895 mit einer Kleinbahnstrecke von Kolberg nach Regenwalde, und der Anschluss an das Hauptstreckennetz erfolgte erst 1906 mit dem Bau der Bahnlinie nach Labes. In den 1920er Jahren erweiterte sich die Stadt im Osten und Westen durch neue Wohnsiedlungen.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs versuchte in den letzten Tagen des Monats Februar 1945 ein Teil der Stadtbevölkerung, sich vor der näherrückenden Kriegsfront in Sicherheit zu bringen. Am 3. März 1945 wurde Regenwalde eingenommen, ging in Flammen auf und wurde von der Roten Armee besetzt. Bald danach wurde Regenwalde unter polnische Verwaltung gestellt. Viele Geflohene kehrten zurück. Es wanderten nun Polen zu, die die eingesessene Bevölkerung aus deren Häusern und Gehöften drängten. Nicht geflohene oder zurückgekehrte einheimische Stadtbewohner wurden in der Folgezeit von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde gewaltsam vertrieben. Die deutsche Stadt Regenwalde wurde in Resko umbenannt.

Einwohnerzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1740: 0 714[2]
  • 1782: 0 862, darunter 22 Juden[2]
  • 1794: 0 943, darunter 31 Juden[2]
  • 1812: 1.154, darunter zehn Katholiken und 40 Juden[2]
  • 1816: 1.182, darunter zehn Katholiken und 47 Juden[2]
  • 1831: 1.958, darunter sieben Katholiken und 82 Juden[2]
  • 1843: 2.402, darunter sieben Katholiken und 102 Juden[2]
  • 1852: 3.163, darunter acht Katholiken und 139 Juden[2]
  • 1861: 3.442, darunter elf Katholiken und 148 Juden[2]
  • 1875: 3.363[3]
  • 1880: 3.370[3]
  • 1890: 3.183[3]
  • 1925: 4.023, darunter 89 Katholiken und 72 Juden[4]
  • 1933: 4.346[3]
  • 1939: 4.014[3]

Gmina Resko[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Amt der Gemeinde und Stadt Resko (Regenwalde)

Die Stadt- und Landgemeinde Resko umfasst eine Fläche von 285,24 km² bei 8.300 Einwohnern.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gmina Resko gehören die Schulzenämter

In diese sind als Ortschaften integriert:

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marienkirche (bis 1945 evangelisch)
Innere der Kirche
  • Stadtkirche St. Marien, dreischiffige Hallenkirche, um 1360 im spätgotischen Baustil errichtet. Der 60 Meter hohe Turm wurde Mitte des 19. Jahrhunderts angebaut.
  • Grabstätte von Carl Sprengel.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es besteht eine Städtepartnerschaft mit der niedersächsischen Stadt Melle.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gustav Kratz: Die Städte der Provinz Pommern - Abriss ihrer Geschichte, zumeist nach Urkunden. Berlin 1865, S. 322–324.
  • Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königlich-Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 1: Beschreibung der zu dem Gerichtsbezirk der Königl. Landescollegien in Stettin gehörigen Hinterpommerschen Kreise. Stettin 1784, S. 324–327, Nr. 2.
  • Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogtums Pommern – Schilderung der Zustände dieser Lande in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Teil II: Landbuch des Herzogtums Stettin, von Kamin und Hinterpommern; oder des Verwaltungs-Bezirks der Königl. Regierung zu Stettin. Band 7: Der Kreis Regenwald, und Nachrichten über die Ausbreitung der römisch-kathol. Kirche in Pommern. Berlin und Wriezen 1874, S. 329–487.
  • Unser Pommerland, Jg. 16, H. 7–8: Kreis Regenwalde.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Resko – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2015. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (ZIP-Ordner mit XLS-Dateien; 7,82 MiB), abgerufen am 28. Mai 2016.
  2. a b c d e f g h i Kratz (1865), S. 323.
  3. a b c d e http://www.verwaltungsgeschichte.de/regenwalde.html#ew39rgnwmregw
  4. http://stadt.regenwalde.kreis-regenwalde.de/