Resse (Wedemark)

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Resse
Gemeinde Wedemark
Wappen von Resse
Koordinaten: 52° 30′ 11″ N, 9° 37′ 42″ O
Höhe: 52 m ü. NHN
Fläche: 6,03 km²[1]
Einwohner: 2547 (31. Dez. 2015)[2]
Bevölkerungsdichte: 422 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 30900
Vorwahl: 05131
Karte
Lage von Resse in Wedemark
Ortsbild und alter Hof (Nr. 1) in Resse
Ortsbild und alter Hof (Nr. 1) in Resse

Resse ist ein Ortsteil der Gemeinde Wedemark in der Region Hannover in Niedersachsen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage

Der Ort liegt westlich von Scherenbostel, nördlich des Langenhagener Ortsteils Engelbostel, nordöstlich der Stadt Garbsen, östlich der Stadt Neustadt am Rübenberge und südlich von Negenborn. Zu Resse gehören die Siedlung Lönswinkel (östlich an der K 102) sowie das westlich gelegene Vorwerk Resse. Der Weiler Rhodopark direkt im Süden gehört jedoch politisch zu Garbsen. In der Nähe liegen das Schwarze Moor und das Otternhagener Moor.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ersterwähnung, Ortsname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Erwähnung des Ortsnamens wird dem 11. Jahrhundert zugeschrieben, als das Gebiet des heutigen Ortes „Hrokke“ (Rücken = Anhöhe; oder „Saatkrähe“) genannt wurde, was jedoch wohl noch keine Siedlung darstellen sollte. Um 1232 war dann ein Luderus de Rocze im Kloster Mariensee. 1438 taucht in einer Steuerliste ein Dankwerd auf, der aus „deme Resse“ (= dem Rücken) kam. Wohl widerlegt ist die These, dass das 990 bei der Grenzziehung der Bistümer Minden und Hildesheim genannte „laceilgereshus“ für Resse stehen soll.[3] Später wurde aus „Resse“ „Reße“ und dann erst wieder „Resse“.

Ortsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Resse hat sich durch moderne Neubauansiedlungen seit der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg aus sechs Bauernhöfen zum Wohngebiet im Grünen entwickelt.

Die Begründer der Höfe Nr. 1–6
  1. Jobst Gosewisch (1650–1728), beherbergt heute einen Hofladen und die Post
  2. Henrich Moorhoff († 1697)
  3. Johann Deicke († 1689)
  4. Heinrich Riechers († 1682), beherbergt noch heute den Heidegasthof Löns
  5. Hanß Steinwart († 1677)
  6. Hans Klingemann (1656–1739)
(Quelle: Kirchenbuch Engelbostel)

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. März 1974 wurde Resse in die neue Gemeinde Wedemark eingegliedert.[4]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsrat von Resse setzt sich aus drei Ratsfrauen und vier Ratsherren folgender Parteien zusammen:[5]

(Stand: Kommunalwahl 11. September 2016)

Ortsbürgermeister/in[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsbürgermeister ist Jochen Pardey (SPD), vertreten wird er durch Antje Kaufmann (CDU).[5]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf des Kommunalwappens von Resse stammt von dem Heraldiker und Wappenmaler Gustav Völker, der sämtliche Wappen in der Region Hannover entworfen hat. Die Genehmigung des Wappens wurde am 29. Januar 1970 durch den Regierungspräsidenten in Lüneburg erteilt.[6]

Wappen von Resse
Blasonierung: „Durch silbernen Schrägrechtsbalken geteilt, oben in Grün ein achtspeichiges, silbernes Wagenrad, unten in Schwarz eine silberne Wolfsangel.“[6]
Wappenbegründung: Sowohl das Wagenrad als auch der Querbalken symbolisieren die in früheren Zeiten bestehende Zollstation wie auch die früher durch Resse verlaufende Handelsstraße, die aus dem süddeutschen Raum über Stade bis an die Elbe führte. Die im unteren Teil des Wappens dargestellte Wolfsangel soll die Verbundenheit und Zugehörigkeit der Gemeinde zum Landkreis Burgdorf versinnbildlichen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baudenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe: Liste der Baudenkmale in Resse

Moorinformationszentrum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Moorinformationszentrum MOORiZ

Am 3. September 2011 wurde in Resse das Moorinformationszentrum MOORiZ der Region Hannover eingeweiht.[7] Das Gebäude befindet sich auf dem freien Platz zwischen der Kirche und der Dorfstraße. Die Mittel stellte die Region Hannover aus dem Konjunkturförderprogramm 2 zur Verfügung. Nach der Fertigstellung ging das Gebäude in das Eigentum der Gemeinde Wedemark über. Der Betrieb des MOORiZ wird vom Bürgerverein übernommen. Auf einer Fläche von rund 350 m² wird eine Dauerausstellung schwerpunktmäßig das Thema Moor – und hier insbesondere – das Thema der Hannoverschen Moorgeest gezeigt. In dem ebenfalls vorgesehenen Vortragsraum werden Vorträge, Versammlungen und Lesungen, vornehmlich zum Thema Moor und Natur, aber auch aus anderen kulturellen Bereichen, angeboten. Interessierte Gruppen und Organisationen erhalten die Möglichkeit sich im MOORiZ zu präsentieren.[8][9] Im Sommer 2012 ist ein kleines Moor angelegt worden.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den in Resse ansässigen Vereinen zählen der Schützenverein zu Resse (1902), die Freiwillige Feuerwehr (1936), die Sportvereine SV Resse (1963) und Tennisclub Resse (1964), der Fanfarenzug Resse (1992), der KUNSTverein 2000 Wedemark e. V. und der Bürgerverein „Bürger für Resse“ (mit angeschlossener Genossenschaft) (2008).[10]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Engagement der Bürger wurden Arzt- und Zahnarztpraxen neu angesiedelt. Es wurde eine Genossenschaft gegründet, die ein kleines Einkaufszentrum (mit Bäckereifiliale und Geldautomat) gebaut hat und betreibt.[11]

Am 25. November 2010 fand in der Kongresshalle Gießen der internationale Fachkongress „Kommunale Kooperation“ statt, in dessen Rahmen der GenoPortal AWARD 2010 des Genossenschaftsverbands für hervorragende Projekte und Arbeiten im Bereich Kommunaler Kooperation verliehen wurde. Unter mehr als dreißig Bewerbungen erhielt die Arbeit der Resser Bürgerschaft den 1. Preis beim GenoPortal-AWARD 2010.[12]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwei Buslinien des GVH bedienen in Resse sechs Haltestellen. Es bestehen Verbindungen zu den umliegenden Ortschaften Engelbostel, Negenborn und Bissendorf sowie mit Hannover. Die L 380 führt seit der Niederlegung zweier Bauernhöfe im Jahr 1977 durch den Ort, im Norden nach Negenborn und im Süden nach Engelbostel. Diese Ortsdurchfahrt wurde 1992 durch Parkbuchten und Mittelstreifen eingeengt um den Verkehr zu beruhigen.[13] Die K 102 führt westlich durch die Siedlung Resse-Lönswinkel nach Bissendorf.

Strecke 24[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Resse (Hartbruch) sind Überreste der alten Reichsautobahn Strecke 24 zu finden.

Feuerwehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Aufgaben übernimmt, seit ihrer Gründung im Jahre 1936, die Freiwillige Feuerwehr Resse, eine von 15 Feuerwehren der Gemeinde Wedemark. Die Feuerwehr Resse hat 536 Mitglieder, davon sind 39 aktiv in der Einsatzabteilung.[14] Der erste Wehrführer war Fritz Baumgarten,[15] von 1983 bis 1997 übernahm diese Stellung Siegfried Hecht. Der heutige Ortsbrandmeister ist Henning Schwentker, der sein Amt von Kai Pfeiffer übernahm.[16]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die mit dem Ort in Verbindung stehen

  • Heinz Dotterweich (1904–1949), Zoologe und Professor an der Technischen Hochschule Dresden, in Resse verstorben
  • Otto Laszig (1934–2014), Fußballspieler und -trainer, lebte und verstarb in Resse
  • Horst Podlasly (1936–2007), Fußballtorhüter, lebte in Resse
  • Günter Lenz (* 1959), Politiker (SPD), ehemaliger Betriebsratsvorsitzender von Volkswagen Nutzfahrzeuge (1998–2007), von März 2003 bis Juni 2007 Mitglied des Niedersächsischen Landtags, lebt in Resse
  • Michael Schütz (* 1966), Fußballspieler und Trainer, von 2005 bis 2013 Spielertrainer beim Kreisklasseverein SV Resse und übernahm im Anschluss dessen A-Jugendmannschaft als Trainer

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Resse (Wedemark) – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Flächenangaben der Gemeinde Wedemark. (PDF; 10 kB) In: Internetseite der Gemeinde Wedemark. 1. Januar 2011, abgerufen am 6. Mai 2019.
  2. Einwohnerzahlen der Gemeinde Wedemark. (PDF; 121 kB; S. 2) In: Internetseite der Gemeinde Wedemark. 31. Dezember 2015, abgerufen am 6. Mai 2019.
  3. Carz Hummel: Wie alt mag Resse wohl sein? In: www.wedemark-chroniken.de. Abgerufen am 10. Mai 2019.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 221.
  5. a b Ortsrat von Resse. In: Internetseite der Gemeinde Wedemark – Ortschaft Resse. Abgerufen am 10. Mai 2019.
  6. a b Landkreis Hannover (Hrsg.): Wappenbuch Landkreis Hannover. Selbstverlag, Hannover 1985, S. 500–501.
  7. Region Hannover & Bürger für Resse e. V. (Hrsg.): Infobroschüre Nr. 8.11/10.
  8. Pläne für das Mooriz vorgestellt. In: Internetseite Echo – Wedemark. 22. April 2010, abgerufen am 10. Mai 2019.
  9. Alles klar für MoorIZ: Region Hannover und die Gemeinde Wedemark unterzeichnen Vertrag für das neue Moorinformationszentrum in Resse. In: Internetseite Pressebox. 6. September 2010, archiviert vom Original am 9. September 2010; abgerufen am 10. Mai 2019.
  10. Resser Initiative hofft auf ganz besondere Ehrung. In: Internetseite Echo – Wedemark. 19. November 2010, abgerufen am 10. Mai 2019.
  11. Hannah Suppa: Ein Dorf holt sich den Supermarkt zurück. In: Internetseite Hannoversche Allgemeine Zeitung. 15. Dezember 2009, abgerufen am 10. Mai 2019.
  12. Bürgerschaftliches Engagement in Resse erhält hohe Auszeichnung. In: www.blog.resser-meile.de. 26. November 2010, archiviert vom Original am 18. Oktober 2016; abgerufen am 10. Mai 2019.
  13. Arbeitskreis für die Resser Geschichte (Hrsg.): Resser Geschichten. Emil Homann, Hannover 1989, S. 17.
  14. Anke Wiese: Feuerwehr Resse ehrt Kurt Arndt. In: Internetseite Echo – Wedemark. 14. Januar 2014, abgerufen am 10. Mai 2019.
  15. Chronik. In: Internetseite Feuerwehr Resse. 1986, abgerufen am 10. Mai 2019.
  16. Anke Wiese: Neuer Stellvertreter für Feuerwehr Resse. In: Internetseite Echo – Wedemark. 20. Januar 2015, abgerufen am 10. Mai 2019.