Resser Mark

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Der Stadtteil Resser Mark im Osten von Gelsenkirchen ist nach der Heide- und Waldlandschaft Resser Mark benannt, die sich südöstlich an die alten Bauerschaften Buers anschließt. Sie wird nach Osten durch die Hertener Mark fortgesetzt. Den Kern des heutigen Stadtteils bildet eine Ende der 1930er Jahre im Emscherbruch östlich von Erle und südlich des Dorfes Resse entstandene Siedlung.

Geographie und Siedlungsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadtteile Gelsenkirchens mit Resser Mark im Osten

Der Gelsenkirchener Stadtteil Resser Mark hat 3.587 Einwohner auf einer Fläche von 6,40 km²; das entspricht einer Bevölkerungsdichte von 560 Einwohnern pro km² (Stand: 31. Dezember 2009). Er gehört wie die Nachbarstadtteile Erle und Resse zum Stadtbezirk Ost nördlich der Emscher und des Rhein-Herne-Kanals, der die Südgrenze des Stadtteils bildet. Die Nordgrenze des Stadtteils bildet die Bundesautobahn 2.

Der Stadtteil Resser Mark grenzt an folgende Nachbarstadtteile:

Der Stadtteil hat zwei Siedlungsschwerpunkte: den Ortskern Resser Mark entlang der Straße Im Emscherbruch und um den Marktplatz herum sowie die Siedlung Eichkamp östlich der Münsterstraße, die das annähernd quadratische Stadtteilgebiet wie eine Diagonale von Südwest nach Nordost durchschneidet. Das restliche Gebiet besteht hauptsächlich aus Wald und Haldenland. Der Siedlungskern der Resser Mark am Emscherbruch schließt im Südwesten unmittelbar an bebautes Gebiet in Erle und im Norden an Resse an und grenzt im Nordwesten an das Gelände der früheren mittelalterlichen Wasserburg Haus Leythe, auf dem sich bis 1966 die Schachtanlage 3/5 der Zeche Graf Bismarck befand und wo 1989 ein großer 9-Loch-Golfplatz entstand. Dieser füllt das Grenzdreieck zwischen Erle, Resser Mark und Resse aus. Nach Osten hin geht der Stadtteil in die Wälder der Resser Mark und der Hertener Mark über. Ein großes Gebiet im Osten des Stadtteils jenseits der Eichkampsiedlung nimmt die 1968 eröffnete Zentrale Mülldeponie Emscherbruch (ZDE) ein, die erste „geordnete Deponie“ Deutschlands (von Beginn an mit Abdichtungssystemen gebaut),[1] auf der heute nur noch Sondermüll abgelagert wird. Im Südosten an der Grenze nach Herne am Kanalufer befindet sich der Hafen Grimberg; im Südwesten liegt unmittelbar jenseits der Bezirksgrenze im Stadtteil Bismarck auf der Südseite der Schifffahrtsstrecke das Gelsenkirchener Zoogelände. Durch die Resser Mark fließen mehrere Bäche, so etwa der Leither Mühlenbach und der Knabenbach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie Erle und Resse gehörte das Gebiet der heutigen Ortslage Resser Mark (die damals allerdings noch nicht erschlossen war und zum Außenbereich Erles gehörte) zur früheren Stadt Buer, die (anders als Bismarck und Herne) historisch dem Vest und Kreis Recklinghausen angehörte.

Die Siedlung Resser Mark entstand Ende der 1930er Jahre auf Initiative des damaligen Gauleiters der NSDAP, Alfred Meyer, eines ehemaligen Verwaltungsangestellten der Zeche Graf Bismarck in Gelsenkirchen-Erle. Durch Kleinsiedlungsbau sollte die Wohnungsnot im Ruhrgebiet bekämpft werden, weshalb 1937 ein Wohnungsbauprogramm für Gelsenkirchen beschlossen wurde, das unter anderem die Bebauung der Resser Mark mit Mehrfamilienhäusern am Emscherbruch um einen neu angelegten Marktplatz herum vorsah.[2]

Die Siedlung Im Eichkamp entstand in den 1950er Jahren als Zechensiedlung für die Beschäftigten der unmittelbar benachbarten Schachtanlage 7/8 der Zeche Graf Bismarck, die sich auf dem Gelände der heutigen Mülldeponie befand und 1966 abgerissen wurde.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Zentrum des Stadtteils bildet der Markt der Resser Mark im Emscherbruch. An diesem Platz gibt es eine kleine Palette von Nahversorgungsläden, ein Apotheken- und Arzthaus sowie zwei Gaststätten und eine Spielhalle. Auf dem Platz findet auch ein Wochenmarkt statt, auf dem Bauern und fahrende Händler ihre Produkte feilhalten. Die früher landeseigene Wohnungsgesellschaft LEG, die bis heute die meisten Immobilien besitzt und bis zur Privatisierung Eigentümerin praktisch aller Mietshäuser des Stadtteils war, unterhält auf dem Platz ihr Mieterbüro.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Autobahnraststätte Resser Mark an der Bundesautobahn 2.
Feuerwache 3 (Resser Mark)

Gelsenkirchen-Resser Mark ist durch mehrere Buslinien mit den Stadtteilen Erle, Buer, Resse und Beckhausen verbunden; eine Buslinie fährt bis nach Rotthausen im äußersten Süden der Stadt. Bereits auf Erler Gebiet unmittelbar jenseits der Stadtteilgrenze befindet sich im Südwesten am Beginn der Cranger Straße die Haltestelle Erle Forsthaus, von wo aus die Straßenbahnlinie 301 eine schnelle Anbindung in wenigen Minuten direkt zum Hauptbahnhof Gelsenkirchen ermöglicht.

Die Bundesstraße 227 (Münsterstraße) durchquert den Stadtteil diagonal von Südwest nach Nordost; dabei bildet die Kreuzung mit der Bundesstraße 226 (Willy-Brandt-Allee) am Forsthaus Erle die Südwestecke und die Unterquerung der Autobahn 2 die Nordostecke des Stadtteils. Ortshauptstraße ist die alte Landstraße Im Emscherbruch, die den Ortskern Resser Mark von Süd nach Nord durchquert. Am Südende an der Abzweigung von der Münsterstraße befindet sich die in den 1970er Jahren errichtete und 2016/17 renovierte Feuerwache 3, wo eine Abteilung der Freiwilligen Feuerwehr Gelsenkirchen für Einsätze im Osten der Stadt bereitsteht.

Im Norden des Stadtteils bildet die Autobahn A2 die Grenze zwischen Resser Mark und Gelsenkirchen-Resse. Die Raststätte Resser Mark (Nordseite, Fahrtrichtung Oberhausen) im Nordwesten liegt bereits auf Resser Gebiet; der gegenüberliegende Parkplatz auf der Südseite der Autobahn am Golfplatz gehört noch zu Resser Mark. Auch die Südrampe der Ausfahrt Herten (7) am Nordostende des Stadtteils an der B227 (Münsterstraße) kurz vor der Stadtgrenze nach Herten befindet sich noch auf dem Gebiet der Resser Mark in Gelsenkirchen, während die Nordrampe über Resser Grund verläuft und bereits im Hertener Stadtgebiet auf die B227 (die dort Gelsenkirchener Straße heißt) trifft.[3]

Die Zufahrt zur Siedlung Im Eichkamp östlich der Münsterstraße ist grundsätzlich nur Anwohnern gestattet, soweit nicht in der Krötenwanderungszeit und der Brutperiode der Ringelnattern die Westzufahrt über den Kleiweg sogar vollständig für den motorisierten Verkehr gesperrt bleibt (Mai/Juni und August/September), sodass in diesen Monaten nur die ebenfalls verkehrsbeschränkte Nordzufahrt in den Eichkamp vom Wiedehopfweg gegenüber dem Waldhaus geöffnet ist.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Stadtteil Resser Mark gibt es zwei Schulen mit Ganztagsbetrieb:

  • Katholische Grundschule Im Emscherbruch
  • Raphael-Schule (Waldorf-Förderschule) an der Coesfelder Straße (frühere städtische Gemeinschaftsgrundschule).

Grünanlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Schilfsee unmittelbar südlich der Eichkampsiedlung am Fuß der inzwischen teils begrünten Deponiehalde markiert die ungefähre geographische Mitte des Stadtteils und liegt mitten im Erholungsgebiet.

Der Stadtteil Resser Mark besteht abgesehen vom Siedlungskern und dem Deponiegelände zum größten Teil aus Wald und Wiese. Von allen Stadtteilen Gelsenkirchens verfügt er über die größte forstwirtschaftlich genutzte Fläche. Im Wald befindet sich eine Forststation des RVR, der das Waldgebiet Resser Mark durch einen eigens bestellten Förster pflegt und bewirtschaftet.

Die Resser Mark ist das größte Wald- und Naherholungsgebiet der Stadt und bietet Joggern, Fahrradfahrern und Spaziergängern stadtnahe Betätigungsmöglichkeiten. Am Schilfsee (Krötenlaichteich) befindet sich ein seltenes Ringelnatter-Brutgebiet, das durch saisonale Verkehrsbeschränkungen auf den angrenzenden Wegen besonders geschützt ist. Viele andere Tierarten sind in dem Waldgebiet vertreten, darunter Hasen, Füchse, Rehwild und sehr viele, teils seltene Vogelarten wie Graureiher, Mäusebussard, Sperber, Uhu, Spechtvögel, Eisvogel, Kleiber und Zaunkönige.

Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Gelsenkirchen-Resser Mark gibt es mehrere Sportplätze und Spielplätze. Am Westfalenplatz am nördlichen Ende der Coesfelder Straße am Waldrand in der Nähe des Knabenbachs lag das Erich-Ollenhauer-Jugendhaus der Gelsenkirchener Falken, das 2013/14 wegen irreparabler Bergschäden abgerissen und durch Reihenhäuser ersetzt wurde. Im Nordosten des Stadtteils liegt der Golfplatz Haus Leithe.

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Resser Mark besteht seit 2004 das Ökumenische Zentrum St. Ida, das die römisch-katholische Gemeinde St. Barbara und die Evangelische Kirchengemeinde Resser Mark gemeinsam nutzen. Durch die gemeinsame Nutzung konnte beiden kleinen Gemeinden eine Kirche samt Gemeindezentrum vor Ort erhalten werden, da die Johanneskirche der Evangelischen Gemeinde Resser Mark aufgrund von Bergschäden abgerissen werden musste. Nach wie vor finden in der 1949–1950 als römisch-katholische Notkirche errichteten kleinen Kirche Sonntagsgottesdienste beider Konfessionen statt. Auch Veranstaltungen der kirchlichen Sozialverbände (EAB, KAB, Kolpingsfamilie) auf Stadtebene finden im Ökumenischen Zentrum statt.

Die früher eigenständige katholische Pfarrgemeinde St. Ida wurde 2001 mit den Gemeinden St. Suitbert, St. Bonifatius und St. Barbara in den Nachbarstadtteilen Erle und Beckhausen fusioniert und 2007 zusammen mit diesen der Pfarrgemeinde der Propsteikirche St. Urbanus in Gelsenkirchen-Buer angeschlossen, der größten Pfarrei des Bistums Essen mit über 40.000 Katholiken, die die gesamte Nordhälfte der Stadt Gelsenkirchen umfasst.

Auf dem ehemaligen Grundstück der evangelischen Kirche befindet sich heute die Wohnsiedlung Johanneshof.

Soziales[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Resser Mark gibt es zwei große soziale Einrichtungen: das Wichernhaus der Evangelischen Diakonie, ein Wohnheim für Menschen mit Behinderungen, und das Johanniter-Stift des Johanniterordens, eine Pflegeeinrichtung für ältere Menschen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Abfallwirtschaft ist auch Klimaschutz. In: metropoleruhr, 23. September 2014, Abruf im August 2017.
  2. Ludger Breitbach u. a., Institut für Stadtgeschichte (Hrsg.): Historische Spuren vor Ort. Gelsenkirchen im Nationalsozialismus (Schriftenreihe des Instituts für Stadtgeschichte Gelsenkirchen, Band 3). Klartext-Verlag, Essen 1998, S. 41 f.
  3. Amtlicher Stadtplan, abgerufen am 20. Juni 2016.

Koordinaten: 51° 34′ N, 7° 7′ O