Ressourcenproduktivität

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Ressourcenproduktivität im weiteren Sinne ist die Produktivität jeder Ressource, gleich welchem Produktionsfaktor sie zuzurechnen ist, im üblichen (und engeren Sinne) bezeichnet man damit im Unterschied zu Arbeitsproduktivität und Kapitalproduktivität die Produktivität der natürlichen Ressourcen, d. h. des Produktionsfaktors Boden.

Damit wird das (Mengen-)Verhältnis von Produkten (output) zu den dafür beim Produktionsprozess eingesetzten Ressourcen (Rohstoffen und Energie) (input) bezeichnet:

In der gängigen Auffassung von Produktivität wird die Ressourcenproduktivität freilich so vernachlässigt, dass man sie als unerklärten Bestandteil der totalen Faktorproduktivität auffasst. Die Steigerung der Bodenproduktivität wird allerdings zu recht der Entwicklung des technischen Fortschritts zugeschrieben.

Im Zuge eines steigenden Umweltbewusstseins wird die Bedeutung der Ressourcenproduktivität in der Gesellschaft wieder deutlicher gesehen und die Gefahr des ungehemmten Ressourcenverbrauchs sowie die Notwendigkeit einer nachhaltigen Entwicklung hervorgehoben (vgl. Die Grenzen des Wachstums).

Im Bereich der Wirtschaftswissenschaften wird in Deutschland die Hinwendung zur Ressourcenproduktivität an Stelle der Arbeitsproduktivität vor allem von Gerhard Scherhorn und Raimund Bleischwitz vom Wuppertal Institut gefordert.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bleischwitz, Raimund: Ende der Arbeitsproduktivität. Von der Produktivität der Arbeit zur Produktivität der Ressourcen. In: Universitas, 1998, S. 369–377
  • Hawken/Lovins/Lovins: Öko-Kapitalismus. Die industrielle Revolution des 21. Jahrhunderts. Wohlstand im Einklang mit der Natur. Bertelsmann, München 2000
  • Scherhorn, Gerhard: Natur und Kapital: über die Bedingungen nachhaltigen Wirtschaftens. In: Natur und Kultur, 5 (2004), 1, S. 65–81.
  • v. Weizsäcker, E.U., Lovins, A.B. und L.H.: Faktor 4. Doppelter Wohlstand - halbierter Naturverbrauch. München 1995