Retest-Reliabilität

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Retest-Reliabilität (von engl. retest und reliability „Wiederholungsprüfungs-Zuverlässigkeit“) allgemein bezeichnet den Grad der Genauigkeit, mit der ein bestimmtes Merkmal durch ein bestimmtes Testverfahren in der Psychologie wiederholt gemessen wird. Im engeren Sinn bezeichnet sie den Grad der Übereinstimmung der Testergebnisse bei denselben Probanden und mit demselben Test bei mehreren Wiederholungsprüfungen. Die Retest-Reliabilität besagt also schlichtweg, wie zuverlässig Psychometrie-Tests sind.

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Qualitätssicherung weisen die Mehrheit der messenden Verfahren in der Psychologie (Psychometrie-Tests) durchweg eine geringe Zuverlässigkeit auf, weil psychologische Tests Verfälschungen unterliegen, die nicht auf das gemessene Merkmal zurückgehen. Eine Ausnahme bilden qualitätsgesicherte, standardisierte IQ-Tests und einige Big Five-Persönlichkeitstests nach dem OCEAN-Modell.

Reliabilitätsmessungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allgemein ist die Reliabilität („Zuverlässigkeit“) ein Oberbegriff für eine Reihe von Konzepten, die jeweils nur bestimmte Aspekte der Messgenauigkeit betreffen. Der Wert für die gemessene Reliabilität wird durch den Korrelationskoeffizienten der beiden Testungen ausgedrückt (erwünscht sind Reliabilitäten größer als 0,80).

Problematisch ist eine Reliabilitätsmessung mit Hilfe der Retest-Reliabilität deshalb, weil die Stabilität des gemessenen Merkmals vorausgesetzt wird. Diese Annahme ist empirisch bisher nicht ausreichend belegt, viele psychologische Merkmale scheinen sich über die Zeit zu verändern, d. h. variabel zu sein.

Ein weiteres Problem stellt die Tatsache dar, dass eine Person sich bei dem neuen Durchlauf an den Test erinnern kann. Dies kann bei Intelligenztests zu Lerneffekten führen, was die Reliabilitäts-Messung beeinflusst und zu Scheinreliabilität führen kann.

Andere Methoden zur Reliabilitätsmessung sind die Paralleltest-Reliabilität, die Split-Half-Methode und die Interne Konsistenz.