Retrograde Amnesie

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die Artikel Retrograde Amnesie und Gedächtnisstörung#Retrograde Gedächtnisstörung überschneiden sich thematisch. Hilf mit, die Artikel besser voneinander abzugrenzen oder zusammenzuführen (→ Anleitung). Beteilige dich dazu an der betreffenden Redundanzdiskussion. Bitte entferne diesen Baustein erst nach vollständiger Abarbeitung der Redundanz und vergiss nicht, den betreffenden Eintrag auf der Redundanzdiskussionsseite mit {{Erledigt|1=~~~~}} zu markieren. Coyote III (Diskussion) 19:10, 2. Sep. 2017 (CEST)
Klassifikation nach ICD-10
R41.2 Retrograde Amnesie
ICD-10 online (WHO-Version 2016)

Eine retrograde Amnesie (lateinisch retro, deutsch ‚rückwärts‘; englisch retrograde amnesia) ist eine spezielle Form der Amnesie, bei der Personen nicht mehr in der Lage sind, sich an Geschehnisse vor einem bestimmten, meist traumatischen, Ereignis zu erinnern.

Der Gedächtnisverlust bezieht sich auf einen (zumeist kurzen) Zeitraum vor dem bestimmten Ereignis, ein Patient kann sich beispielsweise nicht mehr an einen Unfallhergang erinnern. Wenn diese Erinnerungslücken schwerwiegend sind, kann die dadurch entstehende Unsicherheit für die Betroffenen quälend sein.

Eine retrograde Amnesie kann in Verbindung mit einer im Vordergrund stehenden anterograden Amnesie auch bei einem Korsakow-Syndrom auftreten.[1]

Ein besonders schwerer bekannter Fall von retrograder Amnesie ist der Fall von Benjaman Kyle, der 2004 zusammengeschlagen nahe einer Fast-Food-Filiale aufgefunden wurde und mit Hilfe der Medien versuchte, sein Gedächtnis wieder zu gewinnen. Es gab nämlich keine Person, die ihn kannte oder ihm beim Erinnern helfen konnte. Brockenweise kommen Erinnerungen an seine Vergangenheit zurück, wenn er sich durch Objekte und Orte an vergangene Erlebnisse erinnert fühlt.[2] Erst 11 Jahre später konnte seine Identität durch DNA-Tests geklärt werden.[3][4]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Walter Siegenthaler, Hubert E. Blum (Hrsg.): Klinische Pathophysiologie. 9. Auflage. Thieme, Stuttgart/New York 2006, ISBN 3-13-449609-7.
  2. Hannes Stein: Benjaman Kyle – Der Mann ohne Gedächtnis. In: welt.de. 13. Dezember 2012; abgerufen am 19. Mai 2015.
  3. Ken Justice, Jodi Mahrmann: Benjamin Kyle writes 'Thank You' post. In: News 4 Jax. 16. September 2015. Abgerufen am 15. September 2017.
  4. Matt Wolfe: The Last Unknown Man. In: newrepublic.com. 16. November 2016. Abgerufen am 15. September 2017.
Gesundheitshinweis Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte hierzu diesen Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!