Rettenberg

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Rettenberg (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Rettenberg
Rettenberg
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Rettenberg hervorgehoben
Koordinaten: 47° 35′ N, 10° 17′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Oberallgäu
Höhe: 807 m ü. NHN
Fläche: 60,08 km²
Einwohner: 4391 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 73 Einwohner je km²
Postleitzahl: 87549
Vorwahl: 08327
Kfz-Kennzeichen: OA
Gemeindeschlüssel: 09 7 80 137
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bichelweg 2
87549 Rettenberg
Webpräsenz: www.rettenberg.de
Bürgermeister: Oliver Kunz (CSU / FW-R)
Lage der Gemeinde Rettenberg im Landkreis Oberallgäu
Österreich Baden-Württemberg Landkreis Lindau (Bodensee) Kempten (Allgäu) Landkreis Unterallgäu Landkreis Ostallgäu Kempter Wald Wildpoldsried Wiggensbach Wertach Weitnau Waltenhofen Sulzberg (Oberallgäu) Sonthofen Rettenberg Ofterschwang Oberstdorf Oberstaufen Obermaiselstein Oy-Mittelberg Missen-Wilhams Lauben (Oberallgäu) Immenstadt im Allgäu Bad Hindelang Haldenwang (Allgäu) Fischen im Allgäu Durach Dietmannsried Burgberg im Allgäu Buchenberg Bolsterlang Blaichach Betzigau Balderschwang AltusriedKarte
Über dieses Bild
Ortskern von Rettenberg
Emmereis im Hochtal nördlich des Grüntens

Rettenberg ist eine Gemeinde im bayerisch-schwäbischen Landkreis Oberallgäu.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rettenberg liegt auf 807 m am Fuße des Grünten (1738 m). Auf der nördlichen Seite ist diesem Berg der langgestreckte, 1115 Meter hohe Rottachberg vorgelagert. Dazwischen liegt ein großer Teil des Gemeindegebietes. Das Hochtal wird nach Nordosten vom Kranzegger Bach und nach Südwesten vom Agathazeller Bach und vom Roßbach entwässert.

Neben dem Hauptort Rettenberg besteht die Gemeinde aus fünf größeren Ortsteilen:

  • Kranzegg
  • Rottach
  • Untermaiselstein (ehemals eigenständige Gemeinde)
  • Vorderburg (ehemals eigenständige Gemeinde)
  • Wagneritz

Darüber hinaus existieren folgende Weiler: Acker, Altach, Batzers, Bellen, Bichel, Binzeler, Bitterlis, Bommen, Brackenberg, Brosisellegg, Buchenberg, Emmereis, Engelpolz, Freidorf, Gerats, Gindels, Goimoosmühle, Greggenhofen, Großdorf, Hinterberg, Humbach, Kalchenbach, Keller, Morgen, Reichen, Rieder, Sterklis, Weiher, Wolfis.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Namen des Ortes leitet sich vom Gestein Nagelfluh ab. Dieses Gestein wird durch Eisenoxid rötlich verfärbt. Einst hieß dieser Ort auch Rötenberg (von Roter Berg).[2]

Rettenberg war Sitz der Herrschaft Rettenberg. Seit Beginn des 12. Jahrhunderts bis zum Tod Heinrichs von Rettenberg um 1350 waren die Herren von Rettenberg eine der einflussreichsten Familien im Oberallgäu. Ihr Besitz umfasste dort weite Teile östlich der Iller. Ihr Stammsitz war die Burg Rettenberg.

Die Bezeichnung Rettenberg stand ursprünglich für zwei etwa fünf Kilometer entfernte Orte. Zur Unterscheidung wurde der Name des heutigen Ortes Rettenberg mit dem der Pfarrei zu Stephans-Rettenberg ergänzt und das andere Dorf mit Rettenberg vor der Burg bezeichnet. Daraus entwickelte sich im 19. Jahrhundert der Name Vorderburg, der seit 1905 die amtliche Bezeichnung ist.

Mit der Ruine der Burg Finkelsburg und einem Burgstall bei Emmereis befinden sich weitere ehemalige Burganlagen auf dem Gemeindegebiet.

Rettenberg gehörte zum Hochstift Augsburg. Seit dem Reichsdeputationshauptschluss und der Säkularisation 1803 gehört der Ort zu Bayern.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1976 wurde ein kleiner Teil der aufgelösten Gemeinde Petersthal mit damals etwa 25 Einwohnern eingegliedert. Untermaiselstein, das diesen Namen am 26. Februar 1927 erhielt (vorher Maiselstein)[3], und Vorderburg kamen am 1. Mai 1978 hinzu.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1961 1970 1987 2000 2007 2011
Einwohner 2.810 2.746 3.122 3.879 4.200 4.253

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amtliches Ergebnis der Kommunalwahl am 16. März 2014 [5]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Oliver Kunz (CSU)

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christlich-Soziale Union in Bayern e.V. (CSU): 4 Sitze
  • Freie Wählerschaft Rettenberg (FW-R): 4 Sitze
  • Bündnis 90 / Die Grünen (Grüne): 2 Sitze
  • Freie Wählergruppe Rettenberg-Untermaiselstein (FW-U): 3 Sitze
  • Freie Wähler Rettenberg-Vorderburg (FWV): 3 Sitze

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: Zinnenförmig geteilt von Silber und Rot; oben ein schwebender roter Fünfberg, unten übereinander zwei silberne Eisenhüte.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rettenberg ist Mitglied des Projekts Ferienregion Alpsee-Grünten, ein Zusammenschluss der fünf Gemeinden Blaichach, Rettenberg, Sonthofen, Burgberg und Immenstadt zur Stärkung der touristischen Infrastruktur.

„Brauereidorf“ Rettenberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rettenberg wird auch als Brauereidorf bezeichnet, da dort mit der Brauerei Engelbräu sowie mit der Privat-Brauerei Zötler zwei traditionelle Brauereien ansässig sind, die gleichzeitig auch als große Arbeitgeber im Gemeindegebiet fungieren. Die Gemeinde wirbt mit dem Titel Südlichstes Brauereidorf Deutschlands und krönt die Rettenberger Bierkönigin. Mit dem Bernardi Bräu als dritter Brauerei des Dorfes gibt es die höchstgelegene Brauerei in Deutschland im Dorf.[6]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche St. Blasius in Vorderburg

Kirchen und Kapellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rettenberg: St. Stephan – erbaut 1728–1730, eingeweiht 1754. Einheimische Künstler, vor allem drei Generationen Weiß (Vater Franz Anton, Sohn Nikolaus, Enkel Ludwig Caspar) betätigen sich als Maler, Bildhauer, und Vergolder. Trotz mehrerer Stilepochen blieb die barocke Harmonie erhalten.[7]
  • Vorderberg: Kapelle (privat errichtet) – erbaut 1954 durch Hansjörg Bernhard.
  • Vorderburg: St. Blasius – erbaut ab 1737 unter Beibehaltung des Chores des Vorgängerbauwerkes, eingeweiht 1754. Altarblatt und Seitenaltarbilder von Franz Anton Weiß, Spitzturm von 62 m Höhe, davon ca. 30 m in Holzkonstruktion.
  • Kranzegg: Katholische Marienkapelle mit ChorfreskoVerkündigung Mariens“ von Johann Heel.
  • Kranzegg: Evangelische Asante-Christus-Kapelle, 1979 als einzige evangelische Wegekapelle des Allgäus errichtet

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vorderburger Kräutermarkt – im Mai
  • Vollmondfest der Brauerei Zötler – immer zu Vollmond (außer wenn dieser in die Karwoche und auf Weihnachten fällt)

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kindergarten (Kranzegg und Untermaiselstein)
  • Volksschule (1.–4. Klasse)

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geboren in Rettenberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Herbert Zötler sen. (* 15. April 1924; † 23. April 2010), Braumeister, war bis zu seinem Ableben Senior-Chef der Privat-Brauerei Zötler (ehemals Adlerbrauerei), langjähriges Mitglied des Gemeinderats [8][9]

Literatur und Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Ortsporträt von Rettenberg
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 571.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 795.
  5. Offizielles Ergebnis der Kommunalwahl März 2014
  6. http://www.all-in.de/nachrichten/lokales/Dritte-Brauerei-in-Rettenberg-oeffnet-im-Mai;art26090,1916305
  7. Information über die Kirchen von Rettenberg
  8. Bericht über die Ehrenbürgerschaft Herbert Zötlers sen.
  9. Nachruf für Herbert Zötler