Rettungsbake

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt die im Wasser als Zufluchtsort aufgestellte Rettungsbake. Die Notfunkbake wird auch als Rettungsbake bezeichnet.
Leucht- und Rettungsbake Süderoogsand

Eine Rettungsbake ist ein Zufluchtsort für gestrandete Seefahrer in Küstenmeeren. In gezeitenabhängigen Gebieten, die bei Ebbe weitgehend trockenfallen, rettet sie Wanderer vor unerwarteter Flut.

Bau und Ausrüstung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie besteht typischerweise aus einem stählernen Mast mit einem geschlossenen Korb aus Metallgitter an der Spitze, der über eine Bodenluke mit Leiter erreichbar ist. Dieser Gitterkorb bietet Platz für etwa sechs Personen und dient bei Gewitter als Faradayscher Käfig, der vor den Auswirkungen von Blitzschlag schützt. Einige Rettungsbaken verfügen auch über einen kleinen geschlossenen Raum oder, beispielsweise auf ausgedienten Leuchttürmen, über eine Plattform mit Geländer.

Die Ausrüstung von stationären Rettungsbaken besteht meist aus Decken, Proviant und Trinkwasser sowie aus Signalgeräten (Seenotsignalmittel) wie Signalfackeln, Signalraketen, Rauchbojen oder Signalpistolen. Manche Rettungsbaken werden auch als Seezeichen genutzt; sie sind im Wattenmeer (Nordsee) verbreitet.

Cuxhaven / Neuwerk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rettungsbake vor Neuwerk

Im Watt vor Cuxhaven stehen seit den 1970er Jahren sieben Rettungsbaken - u.a. drei an dem 13 Kilometer langen Weg zwischen Duhnen und der Insel Neuwerk (11 km von Sahlenburg). Seither ist trotz der ungefähr 30 Rettungseinsätze pro Jahr kein Wattwanderer mehr ums Leben gekommen. In der Saison 2017 wurde auf dem Weg nach Neuwerk eine vierte Rettungsbake installiert, sodass vor Cuxhaven in der Saison nun acht Rettungsbaken stehen.

Um die stetige Einsatzbereitschaft der Baken im Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer sicherzustellen, besteht laut der Hamburgischen Wattwagenverordnung vom 23. August 2005 eine behördliche Meldepflicht der Wattwagen-Betreiber von der Kenntnis jeglicher Veränderungen an den Baken, wie sie etwa durch Sturmschäden oder Vandalismus entstehen können.[1] Der Missbrauch der Einrichtungen, beispielsweise als Aussichtsplattform, ist strafbar.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hamburgische Wattwagenverordnung vom 23. August 2005 (zuletzt abgerufen am 23. August 2014)