Retzow
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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Koordinaten: 52° 37′ N, 12° 41′ O | ||
| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Brandenburg | |
| Landkreis: | Havelland | |
| Amt: | Friesack | |
| Höhe: | 35 m ü. NHN | |
| Fläche: | 14,84 km2 | |
| Einwohner: | 514 (31. Dez. 2019)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 35 Einwohner je km2 | |
| Postleitzahl: | 14641 | |
| Vorwahl: | 033237 | |
| Kfz-Kennzeichen: | HVL, NAU, RN | |
| Gemeindeschlüssel: | 12 0 63 256 | |
| Adresse der Amtsverwaltung: | Marktstraße 22 14662 Friesack | |
| Website: | ||
| Bürgermeister: | Heinrich Stumpp | |
| Lage der Gemeinde Retzow im Landkreis Havelland | ||
Retzow ist eine Gemeinde im Landkreis Havelland in Brandenburg (Deutschland). Sie gehört zum Amt Friesack mit Sitz in der Stadt Friesack.
Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Retzow liegt etwa 13 Kilometer westlich von Nauen und 23 Kilometer östlich von Rathenow im Havelländischen Luch und am Nordrand der Ribbecker Heide.
Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Retzow hat keine amtlich ausgewiesenen Ortsteile, bewohnten Gemeindeteile oder Wohnplätze.[2]
Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Retzow, im Jahre 1289 noch Vresowa geschrieben, wird slawischem Ursprung zugeordnet.
Die erste nachweisliche schriftliche Erwähnung von Retzow stammt vom 17. Februar 1269[3] als Rizzowe[3][4]. Bei Moritz Wilhelm Heffter 1840[5] wird die Erwähnung Rizzowe dem »Dorfe Riez«[5] zugeordnet, was jedoch andere Werke widerlegen[4][6]. Bei der bei Heffter erwähnten Urkunde (Copiar. antiq. p. 35 sq.)[5] handelt es sich jedoch um die Urkunde, welche dem Domstiftsarchiv Brandenburg in zwei verschiedenen Ausführungen vorliegt. Die erste Urkunde vom 17. Februar 1269 findet man im Codex diplomaticus Brandenburgensis – Teil 1, Band 8[3] und die zweite Ausführung (U. 653)[4] enthält neben der Erwähnung der Pfarre des Dorfes Retzow (Rizzowe)[4] noch die Erwähnung der Filiale Pessin[4] und Selbelang (Selewelanc)[4].
Retzow gehörte seit 1817 zum Kreis Westhavelland in der preußischen Provinz Brandenburg und ab 1952 zum Kreis Nauen im DDR-Bezirk Potsdam. Seit 1993 liegt die Gemeinde im brandenburgischen Landkreis Havelland.
Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
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Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl[7][8][9]: Stand 31. Dezember (ab 1991), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011
Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Die Gemeindevertretung von Retzow besteht aus acht Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 ergab folgende Sitzverteilung:[10]
- Ländliche Wählergemeinschaft: 8 Sitze
Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- 1998–2003: Walter Runge (SPD)[11]
- seit 2003: Heinrich Stumpp (Ländliche Wählergemeinschaft)
Stumpp wurde in der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 ohne Gegenkandidat mit 76,8 % der gültigen Stimmen für eine weitere Amtszeit von fünf Jahren[12] gewählt.[13]
Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Blasonierung: „In Silber ein schreitender, hersehender roter Luchs über einen schrägrechten, zweifach blau gepfropften roten Schildfuß.“
Das Wappen wurde 2014 vom Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch gestaltet und nach Beschluss des Gemeinderates vom 6. März 2014 vom Brandenburgischen Landeshauptarchiv am 15. April 2014 zustimmend begutachtet. Es knüpft mit seiner Symbolik an den Ortsnamen an. Aus der altpolabische Grundform Rys'ov leitet sich die Begrifflichkeit „Ort eines Rys“ oder „Ort, wo Luchse vorkommen“ ab. Wird ein Personenname angenommen, leitet sich der sich von rys = Luchs ab (vgl. altpolnischer Personenname Rys, alttschechisch Rys oder altrussischer Personenname Rysik). In den slawischen Sprachen ist dieser Wortstamm noch heute zu finden (Luchs = pысь/ru., Ryś/poln., pись/uk, Pис/bul.). Weiterhin haben die von „rys“ abgeleiteten Adjektive auch die Bedeutung sorbisch rysy = fuchsrot, tschechisch rysý = rötlich. *) Aus dieser Herleitung erklärt sich das Wappen von Retzow mit dem Symbol eines Luchses, der in Rot auf silbernem Schild geführt wird – neben der namensgeschichtlichen Übereinstimmung zugleich traditionelle brandenburgische Farben.
Eine Besonderheit ist die Geografie der Gemeinde, die sich durch eine kontinuierliche Steigung/Gefälle (über 8 Meter) auszeichnet; zudem besitzt der Ort zwei Teiche, die Zufluss und Abfluss haben. Aus diesem Grund wurde der Schildfuß rechtsgeschrägt und zweifach blau gepfropft. Die sogenannten Pfropfungen stehen symbolisch für die beiden Teiche von Retzow.[14]
Die Farben der Gemeinde sind: Rot-Weiß
Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Die Flagge ist zweistreifig in den Farben Rot-Weiß mit dem in der Mitte aufgelegten Wappen.[15]
Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
In der Liste der Baudenkmale in Retzow stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale.
- Spätgotische Kirche, ein um 1500 in zwei Abschnitten entstandener Backsteinbau
- Bredowsches Gutshaus, im Landhausstil erbaut
Das heutige „herrschaftliche Wohnhaus“ wurde 1870 als Neubau anstelle des Vorgängerhauses vom Landrat des Landkreises Westhavelland genehmigt.
Das Herrenhaus wurde in der Tradition des spätklassizistischen Baustils als schlichter zweigeschossiger Putzbau mit Satteldach errichtet.
Im Zeitraum von 1900 bis 1909 ließ der damalige Besitzer Ernst von Bredow (1865–1909) das Haus an der Straßenfront in Stilformen des Historismus mit neobarocken Elementen erweitern. Die Mitte der Fassade erhielt einen turmartigen Vorbau mit genutetem Sockel, der sich über zwei Geschosse erstreckte und seinen krönenden Abschluss in einem überdimensionierten Helm mit Laterne fand.
In den Folgejahren verwandelte sich das Herrenhaus erneut und zwar in seiner baulichen Struktur und seiner Nutzung. So wurde der turmartige Vorbau mit seinem Dachaufbau entfernt und erhielt somit annähernd seine Ursprungsform aus dem Jahre 1870 zurück. Seine Nutzung änderte sich vom Wohn- zum Schulhaus, heute schläft es einen Dornröschenschlaf und wartet auf seine Weiternutzung.
Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Durch das Gemeindegebiet verläuft die Landesstraße 99 zwischen der Bundesstraße 5 und Brandenburg an der Havel.
Die nächstgelegenen Bahnhöfe sind Paulinenaue an der Bahnstrecke Berlin–Hamburg (Regional-Express-Linie RE 2 Wismar–Berlin–Cottbus) und Buschow an der Bahnstrecke Berlin–Stendal (RE 4 Rathenow–Berlin–Jüterbog).
Vom 20. September 1901 bis zum 1. April 1961 war Retzow ein Haltepunkt an der Kreisbahn Rathenow-Senzke-Nauen.
Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- Almut Andreae, Udo Geiseler: Die Herrenhäuser des Havellandes, 2001, ISBN 3-931836-59-2
Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- Infos zur Kirche (Memento vom 14. Juli 2007 im Webarchiv archive.today)
Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- ↑ Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2019 (XLSX-Datei; 223 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
- ↑ Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg. Gemeinde Retzow
- ↑ a b c Codex diplomaticus Brandenburgensis – Teil 1, Band 8 Seite 168/169 von 1847
- ↑ a b c d e f Wolfgang Schößler: Regesten der Urkunden und Aufzeichnungen im Domstiftsarchiv Brandenburg, Teil 1: 948 – 1487, Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 1998, ISBN 3-8305-0189-7
- ↑ a b c Moritz W. Heffter: Geschichte der Kur- und Hauptstadt Brandenburg von den frühesten bis auf die neuesten Zeiten, Verlag von Ferdinand Riegel, Potsdam 1840, Seite 197
- ↑ Lieselott Enders, Historisches Ortslexikon für Brandenburg, T. 3: Havelland. Weimar 1972 - Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs, Band 11
- ↑ Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Havelland. S. 22–25
- ↑ Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
- ↑ Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember)
- ↑ Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019
- ↑ Ergebnisse der Kommunalwahlen 1998 (Bürgermeisterwahlen) für den Landkreis Havelland (Memento des Originals vom 5. April 2018 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- ↑ § 73 des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes
- ↑ Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019
- ↑ Jörg Mantzsch: Das Wappen der Gemeinde Retzow, Dokumentation zum Genehmigungsverfahren, Hinterlegt beim Amt Friesack 2014 (Gutachten: Brandenburgisches Landeshauptarchiv)
- ↑ Jörg Mantzsch: Die Flagge der Gemeinde Retzow, Dokumentation zum Genehmigungsverfahren, Hinterlegt beim Amt Friesack 2014 (Gutachten: Brandenburgisches Landeshauptarchiv)

