Retzstadt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Retzstadt
Retzstadt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Retzstadt hervorgehoben

Koordinaten: 49° 55′ N, 9° 53′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Main-Spessart
Verwaltungs­gemeinschaft: Zellingen
Höhe: 240 m ü. NHN
Fläche: 18,08 km2
Einwohner: 1556 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 86 Einwohner je km2
Postleitzahl: 97282
Vorwahl: 09364
Kfz-Kennzeichen: MSP
Gemeindeschlüssel: 09 6 77 175
Gemeindegliederung: 1 Gemeindeteil
Adresse der Verbandsverwaltung: Würzburger Str. 26
97225 Zellingen
Website: www.retzstadt.de
Erster Bürgermeister: Karl Gerhard (CSU)
Lage der Gemeinde Retzstadt im Landkreis Main-Spessart
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Über dieses Bild
Blick von Westen auf Retzstadt

Retzstadt ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart. Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Zellingen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Retzstadt liegt im Landkreis Main-Spessart in einem Seitental des Mains an der Retz.

Retzstadt hat nur einen Gemeindeteil.[2] Es gibt nur die Gemarkung Retzstadt.

Gemarkung Retzstadt

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Retzstadt leitet sich vom Bach Retz ab[3] der in Retzbach in den Main mündet.

Frühere Schreibweisen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[3]

  • 809 Rezzistat
  • 820 Rezestat
  • 891 Rezistat
  • 948 Rizzestat
  • 1114 Recistat
  • 1183 Retzstat
  • 1633 Retzstadt

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wurde „Reccisstadt“ in der Mitte des 8. Jahrhunderts. Bis 1340 war das im rechtsmainischen Gozfeldgau gelegene Retzstadt Sitz eines Zentgerichtes.[4] Retzstadt wurde als Teil des Hochstiftes Würzburg (Domkapitel), das zum Fränkischen Reichskreis gehörte, 1803 zugunsten Bayerns säkularisiert, dann im Frieden von Preßburg Erzherzog Ferdinand von Toskana zur Bildung des Großherzogtums Würzburg überlassen, mit welchem es 1814 endgültig an Bayern fiel. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zeitraum 1988 bis 2018 stagnierte die Einwohnerzahl; konkret stieg sie minimal von 1553 auf 1555 um 2 Einwohner bzw. um 0,1 %.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist seit 1. Mai 2008 Karl Gerhard (CSU); er wurde am 15. März 2020 mit 92,3 % der Stimmen für weitere sechs Jahre gewählt. Seine Vorgänger waren:

  • Siegfried Schmitt (Christliche Freie Wähler) von 2002 bis 2008
  • Reinhold H. Möller (CSU/Unabhängige Wählergruppe) von 1984 bis 2002

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sitzverteilung nach der Wahl 2020:[5]

Gegenüber 2014 gewann die CSU vier Mandate dazu; diese Sitze hatte bisher die UWG, die nicht mehr angetreten war.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Retzstadt unterhält Partnerschaften mit den französischen Gemeinden Mouen und Mondrainville (seit 1990).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Retzstadt
Blasonierung: „Über silbernem Schildfuß, darin ein rotes Andreaskreuz, in Blau eine silberne Weinkelter.“[6]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 22 und im Bereich Handel und Verkehr sieben sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 18 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 600. Im verarbeitenden Gewerbe gab es zehn Betriebe, im Bauhauptgewerbe keine Betriebe. Im Jahr 1999 bestanden zudem 71 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1378 ha, davon waren 1172 ha Ackerfläche und 142 ha Dauergrünfläche. Auf einer Fläche von mehr als 80 Hektar wird Wein angebaut.

Im Jahr 2000 war Retzstadt als „Teledorf Retzstadt“ eines der 19 externen bayerischen Projekte der EXPO 2000. Retzstadt war Modellort für die Nutzung der Informations- und Kommunikationstechnologie zur Entwicklung des ländlichen Raumes.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2015):

  • Kindertageseinrichtung: 67 Plätze mit 54 Kindern
  • Volksschule mit fünf Lehrern und 50 Schülern
  • katholische öffentliche Bücherei

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Retzstadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-001 Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Retzstadt in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 12. April 2021.
  3. a b Wolf-Armin von Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken. C. H. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 187 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. Christine Demel u. a.: Leinach. Geschichte – Sagen – Gegenwart. Selbstverlag Gemeinde Leinach, Leinach 1999, S. 139.
  5. http://www.retzstadt.de/eigene_dateien/vgem-zellingen/rathaus-verwaltung/pdf-sonstige/rgem._bekanntmachung_vorl._ergebnis.pdf Wahlergebnis Gemeinderat 2020
  6. Eintrag zum Wappen von Retzstadt in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte