Reunion in France

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Filmdaten
Originaltitel Reunion in France
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1942
Länge 99 Minuten
Stab
Regie Jules Dassin
Drehbuch Jan Lustig, Marc Connelly
Produktion Joseph L. Mankiewicz für MGM
Musik Franz Waxman
Kamera Robert H. Planck
Schnitt Elmo Veron
Besetzung

Reunion in France ist ein US-amerikanischer Spielfilm aus dem Jahr 1942 mit Joan Crawford und John Wayne unter der Regie von Jules Dassin.

Handlung[Bearbeiten]

Michele de la Becque, eine junge, durch Heirat zu Wohlstand gekommene Frau, betreibt in Paris einen eleganten Modesalon. Sie hat ein Verhältnis mit dem Finanzmagnaten Robert Cortot, der über gute Kontakte zu den deutschen Besatzern verfügt. Während das übrige Land in Elend und materieller Not darbt, frönt Michelle ihrem Leben im Luxus und ohne Sorgen. Eines Tages macht sie die Bekanntschaft von Pat Talbot, einem amerikanischen Bomberpiloten, der über Paris abgeschossen wurde. Er hält Michelle ihren fehlenden Patriotismus vor. Tief betroffen geht die junge Frau in sich. Als sie dann noch entdeckt, dass Robert mit den Deutschen kollaboriert, fasst Michele sich ein Herz und flieht mit Pat. Am Ende stellt sich heraus, dass Robert in Wirklichkeit ein Patriot ist, der nur zum Schein als Sympathisant der Besatzungsmacht auftritt. Pat kann sicher nach England entkommen und Michele beschließt, an der Seite von Robert gegen die Deutschen und für ein freies Frankreich zu kämpfen

Hintergrund[Bearbeiten]

Joan Crawfords Karriere befand sich seit Mitte der 1930er in einer dauerhaften Krise. Ihr Versuch, sich durch den Wechsel ins dramatische Fach den Zuspruch ihrer Fans zu sichern, scheiterte letztlich. Zu häufig bekam mittlerweile ihre Garderobe bessere Kritiken als sie selbst und erst 1939 mit ihrem Auftritt in einer relativ kleinen Rolle in Die Frauen konnte sie unter der Regie von George Cukor den Sprung zu Charakterrollen machen. Trotz einiger Erfolge, so in Die Frau mit der Narbe, war das Ende ihres Studiovertrages bei MGM mittlerweile absehbar und wurde in der Fachpresse auch offen diskutiert. Das mangelnde Zutrauen von Louis B. Mayer in die weitere Zukunft der Schauspielerin zeigte sich in der Qualität der angebotenen Drehbücher. Statt Madame Curie oder Gefundene Jahre, die beide an Greer Garson gingen, gab es für Crawford Reunion in France, der die Schauspielerin als mondäne Dame der besseren Gesellschaft präsentierte, die in Frankreich durch den Zuspruch eines attraktiven amerikanischen Piloten dem Entschluss fasst, Besitz und Stellung aufzugeben, um gegen die deutschen Besatzer zu kämpfen.

Jules Dassin fand sich zu seiner eigenen Überraschung als Regisseur für den Film eingesetzt und musste bei der Gelegenheit lernen, dass die Interessen der – überwiegend weiblichen – Fans bei einem Crawford-Film eher in Richtung Kostüme und Garderobe gingen und sich weniger um inhaltliche Aspekte wie Glaubwürdigkeit und innere Logik drehten. Während Dassin eine möglichst realistische und brutale Darstellung von Not, Elend und Gewalt im besetzten Frankreich auf die Leinwand bringen wollte, überzeugten die Produzenten ihn rasch, dass Crawford noch in größter Not in jeder Szene ein neues Ensemble mit passendem Hut und Handschuhen zu tragen habe. Der Film war zunächst als Reunion in Produktion und wurde erst unmittelbar vor der Veröffentlichung am 25. Dezember 1942 in Reunion in France umbenannt.

Crawford war sich der mangelhaften Qualität der Produktion wohl bewusst. Im Interview mit Roy Newquist meinte sie zu diesem Abenteuer:

„Grundgütiger. Wenn es ein Leben nach dem Tode gibt und ich dann für meine Sünden bestraft werden, muss ich diesen Filme immer und immer wieder sehen. [...] Nimm John aus dem Sattel und du bekommst ein Problem. Auf jeden Fall hatte ich eine nette Auswahl an Kostümen. (Ernsthaft, ich glaube damals hat mich ein schlechtes Skript so eingeschüchtert, dass ich einfach dreingab. Mein Kampfgeist war erloschen; ich ließ meine persönlichen Probleme die Oberhand über professionelles Vorgehen gewinnen und ich schwamm einfach mit dem Strom. Es ist schlimm, das zuzugeben, aber es ist war und heute bedaure ich es. Ich hatte genug Kraft, mich zu wehren und habe es einfach nicht getan.)“[1]

Kinoauswertung[Bearbeiten]

Mit Kosten in Höhe von 1.054.000 US-Dollar war es eine durchschnittlich teuere Produktion. Der Film spielte in den USA mit einer Summe von 1.046.000 US-Dollar eine vergleichsweise geringe Summe ein, zu der Auslandseinnahmen in Höhe von 817.000 US-Dollar kamen. Das kumulierten Gesamtergebnis von 1.863.000 US-Dollar entsprach dem Durchschnitt, den die Produktionen der Schauspielerin mittlerweile erzielen konnte. Am Ende stand ein bescheidener Gewinn von lediglich 222.000 US-Dollar.

Kritik[Bearbeiten]

Die Kritiker fanden keinen Gefallen an dem Film und warfen ihm hohlen Pathos und mangelnde Logik vor.

T.S. meinte in der New York Times:

„Das ist kein Film über die brutalen und verbissenen aktuellen Kämpfe in Frankreich, es ist einfach nur eine Pflichtübung in melodramatischen Banalitäten für einen populären Star. In der Rolle einer verwöhnten, reichen Frau, die ihre "Bestimmung" während der Niederlage von Frankreich findet ist Joan Crawford der Rolle angemessen, nicht jedoch dem Thema [...] Miss Crawford trägt wie üblich eine ganze Reihe von Ensembles, die mit Sicherheit für mehr Aufmerksamkeit unter den weiblichen Zuschauern sorgen werden als der Film selber.“[2]

Joseph Pihodna brachte in der New York Herald Tribune das Problem auf den Punkt:

„Es reicht aus zu vermerken, dass Miss Crawford in genug neuen Kleidern erscheint, um die Produzenten und die weiblichen Zuschauer glücklich zu machen. Vor dem Hintergrund von all den Verwicklungen in der Handlung, bringt Miss Crawford als Michele de la Becque nicht unbedingt alle Opfer, die das Skript andeutet. Sich auch wie ein Flüchtling zu kleiden steht nicht unbedingt in ihrem Vertrag.“[3]

Quellen und verwendete Literatur[Bearbeiten]

  • Roy Newquist (Hrsg.): Conversations with Joan Crawford. Citadel Press, Secaucus, N.J. 1980, ISBN 0-8065-0720-9
  • Shaun Considine: Bette and Joan. The Divine Feud . Dutton, New York 1989, ISBN 0-525-24770-X
  • Lawrence J. Quirk: The Complete Films of Joan Crawford. Citadel Press, Secaucus, N.J. 1988, ISBN 0-8065-1078-1
  • Lawrence J. Quirk, William Schoell: Joan Crawford. The Essential Biography. University Press, Lexington, KY. 2002, ISBN 0-8131-2254-6
  • Bob Thomas: Joan Crawford. A Biography. Weidenfeld & Nicolson, London 1978, ISBN 0-297-77617-7
  • Alexander Walker: Joan Crawford. The Ultimate Star. Weidenfeld & Nicolson, London 1983, ISBN 0-297-78216-9

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Oh, God. If there is an afterlife, and I am to be punished for my sins, this is one of the pictures they'll make me see over and over again. [...]. Get John out of the saddle and you've got trouble. At least I had a nice collection of gowns to wear. (Seriously, by this time I think a bad script intimidated me to the point where I just surrendered. The fight was gone; I let personal problems override professional judgment, and I just swam with the tide. That's a terrible thing to say, but it's true, and now I regret it. I had enough clout to fight back and I didn't do it.)
  2. It is not a picture of France as it fights today in ways devious and dark; it is more simply a stale melodramatic exercise for a very popular star. In the role of a spoiled rich woman who finds her "soul" in the defeat of France, Joan Crawford is adequate to the story provided her, but that is hardly adequate to the theme. [...] Miss Crawford as usual makes an elegant manikin for a series of ensembles that probably will excite more female comment than the picture itself.
  3. Suffice to say that Miss Crawford appears in enough new dresses to please producers and the feminine audience. With all the evidence in, Miss Crawford, as Michele de la Becque, isn't making all the sacrifices implied in the script. She has certain prerogatives. Dressing like a refugee is certainly not in her contract.