Reutax

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Reutax
Logo
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 2002
Sitz Heidelberg
Mitarbeiter 150 (2011)[1]
Umsatz 170 Mio Euro (2011)[1]
Branche Personaldienstleister
Website www.reutax.de
Firmensitz in Heidelberg

Die Reutax AG ist ein Unternehmen für Personaldienstleistung. Das Unternehmen wurde im Jahr 2002 von Soheyl Ghaemian gegründet. Im Geschäftsjahr 2011 erzielte der Konzern einen Umsatz von 170 Millionen Euro.[1] Das Unternehmen vermittelt IT-Experten und Ingenieure in Projekte von Industrie, Handel und Verwaltung.

Logo der Reutax AG bis 2013

Am 22. März 2013 meldete die Reutax AG Insolvenz an. Als Insolvenzverwalter bestellte das Amtsgericht Heidelberg Tobias Wahl von anchor Rechtsanwälte. Am 1. August 2013 kauften Investoren aus dem Umfeld des Finanzinvestors Rantum Capital im Wege der sogenannten übertragenen Sanierung die Reutax AG. Damit ist das Insolvenzverfahren komplett abgeschlossen. Seitdem ist Marko Albrecht neuer Vorstandsvorsitzender.[2] Er bekleidete in der Vergangenheit Führungspositionen in Beratungs- und Softwarehäusern.[3]

Die Reutax Perm GmbH war der Träger der unselbständigen Ghaemian Stiftung mit einem Jahresetat von ca. 100.000 €.[4]

Insolvenzverfahren[Bearbeiten]

Am 22. März 2013 meldete die Reutax AG (Az. 51 IE 2/13) sowie die Reutax Temp GmbH (Az. 51 IN 47/13) als auch die zur Unternehmensgruppe gehörende Lenroxx GmbH (AZ. 51 IN 48/13) beim Amtsgericht Heidelberg Insolvenz an.[5] Die Staatsanwaltschaft wird den Verdacht auf Insolvenzverschleppung prüfen. Der Firmeninhaber pflegte einen aufwändigen Lebensstil und war unter anderem Sponsor der TSG 1899 Hoffenheim, der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, des Heidelberger Frühlings und des Rotary Clubs Heidelberg Schloss. Er lebte in der Schweiz und in den USA. In San Francisco hat er eine neue Firma mit dem Namen Wildgigs Limited gegründet, deren Internetpräsenz jedoch nicht mehr erreichbar ist. Wildgigs Firmeneintragungen gibt es auch in Deutschland und in der Schweiz.[6]

Die Reutax AG ist in einen zunehmend schwierigen Geschäftsumfeld aktiv. Das würdigte die Computerwoche in ihrem Artikel vom 24. April 2013.[7]

Bis zum 16. April 2013 waren laut Mannheimer Morgen drei Anzeigen wegen Betrugs und Insolvenzverschleppung gegen den iranischen Gründer Soheyl Ghaemian und Vorstandsmitglieder der Reutax AG eingegangen. Es sollen noch Verträge mit Lieferanten, in diesem Fall insbesondere Freelancern, abgeschlossen worden sein, obwohl die Zahlungsunfähigkeit unmittelbar bevorstand.[8] Ghaemian wurde am 2. Juli 2013 in Wilhelmsfeld wegen Verdacht auf Untreue und Betrug in Untersuchungshaft genommen. Ihm wird vorgeworfen, mehrere Privathäuser auf Firmenkosten verbucht und über das Unternehmen geführt zu haben.[9] Ende Juli 2013 fand vor dem Amtsgericht Mannheim ein Haftprüfungstermin statt, bei dem der Haftbefehl gegen eine Sicherheitsleistung in Höhe von zehn Millionen Euro ausgesetzt wurde. Da Ghaemian diese Summe nicht aufbringen kann, sitzt er weiter in Haft.[2]

Kurz nach der Insolvenzmeldung gab es am 28. März 2013 einen Wechsel im Verwaltungsrats der Muttergesellschaft der Reutax AG in Zürich. Ausgeschiedene Personen und erloschene Unterschriften: Schnabel Jürgen, deutscher Staatsangehöriger, Neuheim, Mitglied des Verwaltungsrates, mit Einzelunterschrift. Jürgen Schnabel war Managing Director bei WILD Group Management AG. Eingetragene Personen neu oder mutierend: Wild Hans Rudolf, von Richterswil, Walchwil, Mitglied des Verwaltungsrates, mit Einzelunterschrift.[10]

Laut dem Mannheimer Morgen könnte die Insolvenz Berichten zufolge im Zusammenhang mit dem Rückzug von Hans-Peter Wild stehen. Der Chef der Eppelheimer Wild-Werke soll privat mit einem zweistelligen Millionen-Euro-Betrag bei Reutax beteiligt gewesen sein.[11]

Am 26. Juli 2013 wurde bekannt, dass ein Käufer für Reutax gefunden wurde. Laut Insolvenzverwalter Tobias Wahl hat eine Gesellschaft des Frankfurter Finanzinvestors Rantum Capital Management GmbH das Unternehmen gekauft und zum 1. August 2013 übernommen. Die Reutax soll ihren Sitz in Heidelberg behalten. Über den Kaufpreis wurde nichts bekannt.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Reutax-Insolvenz bringt Freiberufler in Nöte. In: computerwoche.de, 4. April 2013. Abgerufen am 27. Januar 2014.
  2. a b c "Finanzinvestor kauft Reutax". In: rnz.de. Rhein-Neckar-Zeitung, 27. Juli 2013, abgerufen am 30. Juli 2013.
  3. Wir wollen mit Reutax wieder unter die ersten drei. In: computerwoche.de, 14. August 2013, abgerufen am 27. Januar 2014.
  4. Ghaemian-Stiftung für Kultur und Wissenschaft. In: ghaemian-stiftung.de. RA Nils Weber, archiviert vom Original am 28. August 2012, abgerufen am 19. März 2014.
  5. Justizportal - Insolvenzbekanntmachungen. In: insolvenzbekanntmachungen.de. Justizministerium des Landes Nordrhein Westfalen, abgerufen am 26. März 2013 (kein direkter Link möglich, Bitte Suchfunktion verwenden).
  6. Daniel Bernock: Reutax: "Es sind keine Vermögen vorhanden". In: rnz.de. Rhein-Neckar-Zeitung, 28. März 2013, abgerufen am 12. Juni 2013.
  7. Joachim Hackmann: Reutax: "Aufgerieben zwischen Gier und Geiz". In: computerwoche.de. Computerwoche, 24. April 2013, abgerufen am 24. Juni 2013.
  8. Michael Roth: "Anzeigen gegen Sponsor von Hoffenheim". In: morgenweb.de. Mannheimer Morgen, 16. April 2013, abgerufen am 12. Juni 2013.
  9. "Reutax-Gründer Ghaemian ist wieder zurück, aber in Haft". In: rnz.de. Rhein-Neckar-Zeitung, 3. Juli 2013, abgerufen am 4. Juli 2013.
  10. Verwaltungsrat. moneyhouse, Lichtenstein, abgerufen am 20. Mai 2013.
  11. Verkäufer für Reutax in Sicht. morgenweb Mannheimer Morgen, Mannheim, abgerufen am 5. Juli 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Reutax – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien