Revanchismus

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Revanchismus bezeichnet eine politische Einstellung, die die gewaltsame Rache (frz. revanche) für militärische und politische Niederlagen oder die Annullierung von Friedensbedingungen oder -verträgen zum Ziel hat. Das Streben nach friedlichen und einvernehmlichen Veränderungen von Friedensbedingungen heißt hingegen Vertragsrevisionismus.

In Frankreich bezeichnet Revanchismus (frz. revanchisme) eine seit der Niederlage im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 vorhandene nationalistische Strömung, die die Rückeroberung Elsass-Lothringens zum Ziel hatte. Ab 1902 jedoch war diese Strömung in der Nationalversammlung nicht mehr vertreten, sie war nur noch vereinzelt in Programmen allgemeiner Rechtsparteien enthalten.[1][2]

In Deutschland wird der Begriff als pejoratives Schlagwort für eine Gesinnung benutzt, die die Oder-Neiße-Grenze und den mit ihr verbundenen Verlust der Ostgebiete des Deutschen Reiches seit dem Zweiten Weltkrieg ablehnt.

In der DDR war der Begriff „Revanchismus“ fester Bestandteil der politischen Terminologie der SED. Er wurde als politischer Kampfbegriff gegen den westdeutschenKlassenfeind“, gegen die Bundesregierung und gegen Parteien (speziell die CDU/CSU) verwendet.

Einzelnachweis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Propyläen Geschichte Europas, 1977, Band 5 von Theodor Schieder
  2. siehe auch Traktat der franz. Nationalbibliothek: Die neue Publikation "La Revanche" verschwand schnell wieder

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]