Revolut

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
  Revolut Ltd.
Logo
Staat Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
Sitz Level 39, One Canada Square, E14 5AB London
Rechtsform Limited
BIC REVOGB21XXX[1]
Gründung 1. Juli 2015
Website www.revolut.com
Leitung

Unternehmensleitung

Nikolay Storonsky

Die Revolut Ltd. ist ein in London ansässiges Fintech-Start-up. Das Unternehmen wurde 2014 gegründet und hat seinen Sitz im Level39, einem Inkubator für Finanztechnologie in Canary Wharf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Revolut wurde von Nikolay Storonsky (vorher Händler bei der Credit Suisse und Lehman Brothers), Vlad Yatsenko (vorher Software-Entwickler bei Credit Suisse und Deutscher Bank) und Tom Reay (vorher Software-Entwickler bei Expedia und Ocado) gegründet. Dazu erlangten die Gründer eine Start-up-Finanzierung von rund 3,5 Millionen Dollar. Revolut wurde im Juli 2015 der Öffentlichkeit vorgestellt mit dem Ziel, „eine faire und reibungslose Plattform für die weltweite Verwendung und Verwaltung von Geld zu schaffen“, indem versteckte Gebühren gestrichen und Großbanken-Währungskurse angeboten werden.[2]

Im Februar 2017 lancierte Revolut britische Girokonten, welche es den Kunden ermöglichen sollten, eine persönliche IBAN zu erhalten. Im Juli 2017 erhielten die Nutzer eine persönliche EUR-IBAN.[3][4]

Im März 2019 zählte Revolut mehr als vier Millionen Kunden, im August sollten bereits 7 Millionen erreicht werden.[5][6] Im Oktober 2019 zählte das Unternehmen mehr als 8 Millionen Kunden.[7]

Täglich werden eigenen Angaben nach rund 20.000 neue Konten eröffnet, im August 2019 sollen es an einem Tag sogar mehr als 40.000 gewesen sein.[8] Laut Revolut tätigten diese Kunden Mitte 2019 bisher über 250 Millionen Transaktionen.[9] In der Schweiz hat Revolut seit Dezember 2018 ein Korrespondenz-Konto bei der Credit Suisse eingerichtet, da den Kunden bei Auslandsüberweisungen oft Gebühren verrechnet wurden.[10]

Im Dezember 2018 erhielt Revolut von der litauischen Bankenaufsicht eine „spezialisierte Banklizenz“, mit der das Unternehmen Einlagen annehmen und Kredite vergeben kann. Eigene Investmentprodukte darf Revolut mit dieser Lizenz nicht anbieten.[11]

Revolut Metal Mastercard

Im Januar 2019 wurde das Unternehmen mit 1,5 Milliarden Euro bewertet.[12] Ein Unternehmenssprecher wies im August 2019 darauf hin, dass man „schneller als N26, Monzo, Monese, Starling und weitere Konkurrenten zusammen“ wachse.[13]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Revolut wurde in den Medien, die sich auf Aussagen von ehemaligen Mitarbeiter stützen, wegen schlechten Arbeitsbedingungen kritisiert: fragwürdige Einstellungskriterien, ungewöhnlich lange Arbeitstage, unbezahlte Arbeit, hohe Fluktuation in der Belegschaft.[14][15]

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Screenshot der Revolut App (Android)

Revolut unterstützt derzeit Ausgaben und Abhebungen von Geldautomaten in 120 Währungen und 26 Währungen direkt aus der mobilen App heraus.[16] Dabei handelt es sich um das gleichnamige Produkt Revolut, eine digitale Bankalternative, die eine Prepaid (MasterCard oder VISA), Währungsumtausch, Krypto-Währungsumtausch – Bitcoin (BTC), Ethereum (ETH), Litecoin (LTC) – und Peer-to-Peer-Zahlungen anbietet.[17][18] Revolut erhebt derzeit keine Gebühren für den Großteil seiner Dienstleistungen[19] (außer um Premium- oder Metal-Kunde zu werden) und verwendet für den Währungsumtausch an Wochentagen Großbanken-Wechselkurse,[20] wodurch am Wochenende Aufschläge von 0,5 % bis 1,5 % berechnet werden.[21][22]

Die Revolut-App ermöglicht den sofortigen Zugriff auf Bitcoin, Litecoin und Ether durch den Wechsel aus 26 Bargeldwährungen.

Apple Pay[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Revolut bietet seit Mai 2019 Zahlungen über Apple Pay für Kunden aus zahlreichen europäischen Ländern an.[23]

Google Pay[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2017 lassen sich Mastercard-Kreditkarten mit Google Pay auf Android-Smartphones in Ländern nutzen, wo Google Pay verfügbar ist, darunter Deutschland (seit 2018) und die Schweiz.[24]

Revolut for Business[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Revolut for Business ist ein Produkt für Unternehmen und Selbständige und besitzt deutlich mehr Funktionen als das Standard-Produkt. Unter anderem besitzt das Konto hier auch eine Weboberfläche und eine programmierbare API, während Privatkunden ausschließlich eine mobile App nutzen können.[25]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eintrag im BIC Directory beim SWIFT
  2. Nie mehr Kreditkartengebühren im Ausland. In: beobachter.ch. 16. August 2019, abgerufen am 2. Februar 2019.
  3. Romain Dillet: Revolut launches current accounts and a chatbot. In: TechCrunch. (techcrunch.com [abgerufen am 10. Februar 2018]).
  4. David Torcasso: Revolut-Gründer: «Wir haben 50'000 Kunden in der Schweiz». In: handelszeitung.ch. 24. September 2018, abgerufen am 25. September 2018.
  5. About Us | Revolut. Abgerufen am 12. März 2019.
  6. Revolut: “Wachsen schneller als N26 und Monzo zusammen”. 9. August 2019, abgerufen am 7. September 2019.
  7. Investoren gesucht: Neo-Bank Revolut strebt Zehn-Milliarden-Bewertung an. In: t3n.de. 20. Oktober 2019, abgerufen am 23. Oktober 2019.
  8. Peter Hody: Banking: Der Preis wird zum Kampfgebiet. In: finews.ch. Finews, 16. Oktober 2018, abgerufen am 21. Oktober 2018.
  9. About Us | Revolut. Abgerufen am 12. März 2019.
  10. Michael Heim: Revolut wird ein wenig schweizerischer. In: handelszeitung.ch. 25. Dezember 2018, abgerufen am 27. Dezember 2018.
  11. Britischer Bankenschreck: Fintech Revolut sichert sich Banklizenz – und will zum Amazon für Banking werden. Abgerufen am 8. Februar 2019.
  12. N26 sammelt 260 Millionen Euro ein – und steigt zum Unicorn auf. 10. Januar 2019, abgerufen am 24. Juni 2019.
  13. Revolut: “Wachsen schneller als N26 und Monzo zusammen”. 9. August 2019, abgerufen am 7. September 2019.
  14. Mathias Möller: Die unschönen Seiten der Banken-Revolution. In: Tages-Anzeiger vom 1. März 2019.
  15. Revolut insiders reveal the human cost of a fintech unicorn's wild rise (en-UK). In: Wired, 1. März 2019. 
  16. FAQ – Revolut. Abgerufen am 10. Februar 2018 (britisches Englisch).
  17. Banking-App für Traveler – Revolut wechselt Geld ohne Gebühren! Abgerufen am 10. Februar 2018.
  18. Romain Dillet: Revolut Raises $2.3 Million For Its Mobile Foreign Exchange Service. In: TechCrunch. (techcrunch.com [abgerufen am 10. Februar 2018]).
  19. Pricing – Revolut. Abgerufen am 10. Februar 2018 (britisches Englisch).
  20. Revolut, Mastercard oder Cash - Im Ausland bezahlen: So sparen Sie Geld. In: cash.ch. 14. Juni 2018, abgerufen am 2. Februar 2019.
  21. Revolut: We use Friday’s rate at 00.00pm and apply a small mark up to protect our company from large losses due to fluctuation. In: revolutapp. 14. März 2016, abgerufen am 10. Februar 2018 (englisch).
  22. Revolut: Not necessarily cheaper than an(y) other Mastercard * – Your nested Bubble. Abgerufen am 10. Februar 2018 (amerikanisches Englisch).
  23. Revolut: Bank-App unterstützt jetzt auch Apple Pay in Österreich. In: Trending Topics. 11. Juni 2019, abgerufen am 23. Juni 2019 (deutsch).
  24. Google Pay ab sofort in der Schweiz verfügbar. In: Techgarage. 30. April 2019, abgerufen am 29. Mai 2019 (Schweizer Hochdeutsch).
  25. The Business Bank Account Alternative | Revolut. Abgerufen am 7. September 2019.