Rhön-Klinikum

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Rhön-Klinikum AG
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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE0007042301
Gründung 1973
Sitz Bad Neustadt an der Saale, Deutschland

Leitung

Mitarbeiter 15.654 (2015)
Umsatz 1.108 Mio. (2015)[1]
Branche Gesundheitswesen
Website http://www.rhoen-klinikum-ag.com/

Die Rhön-Klinikum AG mit Sitz in Bad Neustadt an der Saale ist eine private börsennotierte Betreibergesellschaft von Krankenhäusern, Kliniken und Medizinischen Versorgungszentren (MVZ).[2] Das Unternehmen hat 2015 einen Umsatz von 1,11 Mrd. Euro erwirtschaftet und dabei einen Gewinn von 87 Mio. Euro erzielt.[3][4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorläufer des Unternehmens war die 1970 gegründete Kurbetriebs- und Verwaltungsgesellschaft m.b.H, aus der 1973 die Rhön-Klinikum GmbH hervorging. Das Unternehmen bestand aus dem in Bad Neustadt an der Saale neu errichteten Kur- und Therapiezentrum, dessen vier 14-stöckige Häuser ausschließlich mit Einzelappartements ausgestattet waren. Auf Grund mangelnder Nachfrage war das Haus aber stark überdimensioniert, so dass dem Unternehmen nach Investitionen in Höhe von 130 Millionen DM der Konkurs drohte. Der als Sanierer geholte Betriebswirtschaftler Eugen Münch übernahm 1974 die alleinige Geschäftsführung und erwarb eine Beteiligung von 25 % an der GmbH. Zur Auslastung der Appartements eröffnete er 1975 eine psychosomatische Klinik und initiierte zwei Jahre später ein gemeinnütziges Schulungsprojekt zur Fortbildung von Aussiedlern. 1984 reagierte Münch auf Engpässe im Bereich der Herzchirurgie und etablierte eine Herz- und Gefäßklinik. Danach folgten eine neurologische Klinik (1991) und eine Klinik für Handchirurgie (1992). Bei der Planung der Kliniken wurde das Kerngeschäft – Operationssäle und Intensivstationen – in Neubauten etabliert und die vier Gebäude als Bettenhäuser genutzt. Die Einzelappartements wurden dabei in Zweibettzimmer umgewandelt.

Die GmbH wurde 1988 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und als erstes Unternehmen der Branche an der Frankfurter Börse am 27. November 1989 notiert. Damit war die Rhön-Klinikum der erste börsennotierte Klinikkonzern in Deutschland; die Aktien des Unternehmens wurden zwischen 1996 und 2016 im MDAX gehandelt. Seit Dezember 2016 ist der Klinikkonzern im SDAX gelistet. Die Familie des Firmengründers hält heute weiterhin einen bedeutenden Minderheitsanteil (ca. 16 %).[5]

Mit der Übernahme der Zentralklinik Bad Berka (Thüringen) begann die Expansion der Rhön-Klinikum über den bisherigen Standort Bad Neustadt hinaus. Die Klinik entstand 1898 mit der Gründung der „Sophienheilstätte“. Seit 1990 gehört sie Rhön-Klinikum und ist mit etwa 1700 Mitarbeitern größter Arbeitgeber im Landkreis Weimarer Land. Nach den Geschäftsberichten des Haupteigners erzielt die Zentralklinik Bad Berka GmbH im Mittel einen Netto-Jahresgewinn von etwa 20 bis 25 Millionen Euro. Das Krankenhaus ist akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Jena. 1993 erfolgte Eröffnung einer Suchtklinik in Leipzig. In den folgenden Jahren übernahm Rhön-Klinikum bundesweit weitere Kliniken bzw. eröffnete diese neu.

Zum Zeitpunkt des Börsenganges Rhön-Klinikums hatte das Unternehmen 670 Mitarbeiter, erwirtschaftete einen Umsatz von 50 Millionen Euro Im Juli 2006 waren mehr als 30.000 Mitarbeiter beschäftigt, der Umsatz betrug im ersten Halbjahr 2006 938 Millionen Euro. Das Unternehmen erwirtschaftete 2005 einen Gewinn von 88,3 Millionen Euro.

Das Unternehmen expandierte in den folgenden Jahren primär durch Übernahmen öffentlicher Häuser.[6] Ziel Münchs war es, in Deutschland langfristig einen Marktanteil von acht bis zehn Prozent zu gewinnen.[7] Allerdings hat das Bundeskartellamt im März 2005 die Übernahme der Krankenhäuser in Bad Neustadt a.d. Saale und Mellrichstadt wegen der dadurch entstehenden marktbeherrschenden Stellung des Unternehmens in der Region untersagt.[8]

Im April 2012 kündigte der Gesundheitskonzern Fresenius an, die Rhön-Kliniken kaufen und mit dem eigenen Klinikunternehmen Helios zusammenführen zu wollen.[9][10] Die Übernahme kam nicht zustande gekommen, da es Fresenius nicht gelang, 90 Prozent der Aktien plus eine weitere Aktie zu erwerben. Zum Ende der Frist für die Andienung der Aktien erwarb der Konkurrent Asklepios Kliniken etwas über 5 Prozent der Aktien und verhinderte so den Zusammenschluss der beiden Unternehmen.[11] Im August 2012 gaben die Rhön-Kliniken bekannt, dass auch der Pharma- und Medizinbedarfshersteller B. Braun Melsungen 5 Prozent der Aktien erworben hat[12], im September 2012 verkündete Fresenius, kein weiteres Übernahmeangebot vorzulegen.[13]

Im September 2012 wurde bekannt, dass Vorstandschef Wolfgang Pföhler und Finanzvorstand Erik Hamann nach Unstimmigkeiten das Unternehmen verlassen werden.[14] Nachfolger Pföhlers wurde ab Januar 2013 Martin Siebert, der seit Oktober 2012 Vorstandsmitglied ist.[15]

Im März 2013 hat das Bundeskartellamt die Beteiligung von Asklepios an Rhön unter Auflagen freigegeben. Asklepios will ihren Anteil von derzeit 5,01 auf bis zu 10,1 Prozent der Rhön-Aktien aufstocken und hatte ihr Vorhaben im August 2012 beim Kartellamt angemeldet. Die geplante Aufstockung der Anteile an Rhön ermöglicht Asklepios hierdurch ein Vetorecht zu erhalten und eine Übernahme von Rhön durch einen anderen Wettbewerber könnte damit dauerhaft blockiert werden. Gemäß den Auflagen muss Asklepios sich allerdings zunächst von einer Klinik und einem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) im Raum Goslar trennen.[16] Im September 2013 wurde der Verkauf von 43 Kliniken und 15 MVZ für einen Kaufpreis von 3,07 Mrd. Euro an Fresenius verkündet, der unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Freigabe sowie im Einzelfall der Zustimmung vormaliger kommunaler Träger bzw. gegenwärtiger Minderheitsgesellschafter steht. Die Basis der 'neuen Rhön' werden die Standorte Bad Berka, Bad Neustadt a. d. Saale, Frankfurt (Oder) sowie die Universitätskliniken Gießen und Marburg mit rund 5300 Betten bilden."[17] Der geplante Verkauf wurde später auf 40 Krankenhäuser und 13 medizinische Versorgungszentren reduziert und nach der Abgabe von zwei ehemaligen Helios-Kliniken in der Region Leipzig, den Kliniken in Borna und Zwenkau, an eine Gesellschaft von Eugen Münch vom Bundeskartellamt im Februar 2014 bewilligt.[18] Am 11. November 2013 teilte ein Sprecher der Klinikgruppe den Abbau von rund 130 bis 150 der 220 Arbeitsplätze in der Konzernzentrale in Bad Neustadt mit.

Zum 1. Februar 2017 wurde Stephan Holzinger zum neuen Vorsitzenden des Vorstandes berufen.[19]

Eigentümerstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anteil Anteilseigner
20,00 % B. Braun Melsungen
17,57 % Asklepios Kliniken GmbH
10,04 %* Eugen Münch (HCM SE)*
5,44 % Ingeborg Münch
3,19 % Landeskrankenhilfe V.V.a.G
43,76 % Streubesitz

* Gemäß der Stimmrechtsmitteilung vom 25.08.2016, verfügt die HCM SE zudem über die Option im Rahmen eines Aktien-Terminkauf zusätzlich 4,38 % der Stimmrechte (2.930.000 Stimmrechte) innerhalb der nächsten zwölf Monate zu erwerben.

Stand: 24. August 2016[20]

Unternehmensleitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Vorstand des Unternehmens besteht derzeit (Stand Februar 2017) aus fünf Personen, Vorstandsvorsitzender ist Stephan Holzinger[19]. Der Aufsichtsrat besteht aus sechzehn Mitgliedern und wird von Eugen Münch geführt. Ihm gehören u. a. Georg Schulze-Ziehaus, Landesbezirksfachbereichsleiter ver.di Hessen und Brigitte Mohn an. Von 1996 bis 2002 war Karl-Theodor zu Guttenberg Mitglied im Aufsichtsrat.[21] Seine Familie hielt 26,5 Prozent der Stammaktien. Im März 2002 wurden die Aktien für 260 Millionen Euro an die HypoVereinsbank verkauft.[22][23]

Innerhalb des Unternehmens werden die einzelnen Krankenhäuser in privater Trägerschaft jeweils als GmbH oder Aktiengesellschaft geführt.

Kliniken und MVZ der Rhön-Klinikum AG[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bayern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Hintergrund die Frankenklinik in Bad Neustadt an der Saale
  • Adaptionseinrichtung „Maria Stern“, Bad Neustadt an der Saale
  • Frankenklinik, Bad Neustadt an der Saale
  • MVZ Bad Neustadt
  • Neurologische Klinik, Bad Neustadt an der Saale
  • Rhön-Klinikum AG, Bad Neustadt an der Saale
  • Saaletalklinik, Bad Neustadt an der Saale
  • Klinik Neumühle, Hollstadt

Brandenburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hessen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thüringen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zentralklinik Bad Berka

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. [1]
  2. Medizinische Versorgungszentren der Rhön-Klinikum AG; abgerufen am 18. Juli 2010.
  3. Geschäftsbericht 2015.
  4. [2].
  5. Aktionärsstruktur (in Webseite des Unternehmens).
  6. Rhön-Klinik will weiter expandieren. In: Oberhessische Presse, 20. Juli 2006.
  7. Wachstumskonzern Rhön-Klinikum – Klinik der Zukunft, Artikel bei br-online.de (Memento vom 19. Oktober 2006 im Internet Archive).
  8. Pressemitteilung Bundeskartellamt: "Bundeskartellamt untersagt Fusion Rhön-Klinik" vom 29. März 2005.
  9. SPIEGEL ONLINE: Rhön-Übernahme durch Fresenius - Klinikkonzern schmiedet Gesundheits-Giganten.
  10. rp-online.de: Krankenhaus-Fusion stößt auf Kritik.
  11. Geplatzte Übernahme. Fresenius und Rhön-Klinikum leiden gemeinsam. In: Handelsblatt.de. 30. Juni 2012, abgerufen am 4. Juli 2012.
  12. RHÖN-KLINIKUM AG: Veröffentlichung gemäß § 26 Abs. 1 WpHG mit dem Ziel der europaweiten Verbreitung.
  13. Pressemitteilung vom 3. September 2012.
  14. Rhön-Klinikum für Übernahmen bereit: Vorstandsduo geht.
  15. kma-online: Rhön-Klinikum. Schwerer Start für Siebert.
  16. http://www.juve.de/nachrichten/deals/2013/03/wende-im-ubernahmekampf-kartellamt-erlaubt-asklepios-beteiligung-an-rhon.
  17. Pressemitteilung vom 13. September 2013.
  18. Bundeskartellamt gibt den Erwerb von 40 Kliniken und 13 medizinischen Versorgungszentren der Rhön-Klinikum AG durch Helios Kliniken (Fresenius) frei, Bundeskartellamt 20. Februar 2014.
  19. a b Stephan Holzinger übernimmt den Vorstandsvorsitz der RHÖN-KLINIKUM AG  - Rhön-Klinikum AG. Abgerufen am 7. Februar 2017 (de-de).
  20. Aktionärsstruktur. In: rhoen-klinikum-ag.com. Abgerufen am 28. August 2016.
  21. aerztezeitung.de vom 11. Februar 2009.
  22. Der neue Minister ist Millionär. In: Bild.de, 11. Februar 2009. Abgerufen am 20. Februar 2011. 
  23. Anna Trömel: Guttenberg-Familie gibt ihre Anteile vollständig ab: Hypovereinsbank engagiert sich bei Rhön Klinikum. In: Handelsblatt. 13. März 2002. Abgerufen am 20. Februar 2011.