Rhadamanthys

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Rhadamanthys (auch Rhadamanth, griechisch Ῥαδάμανθυς) ist in der griechischen Mythologie ein Richter über die Toten.

Er soll ein Sohn des Zeus und der Europa und damit Bruder von Minos und Sarpedon gewesen sein, nach anderen Überlieferungen Sohn des Talos-Sohns Phaistos.

Rhadamanthys soll als kretischer Herrscher einen hervorragenden Gesetzeskodex eingeführt haben, den die Spartaner später kopierten. Minos wurde sein Nachfolger, nachdem er seine beiden Brüder in einem Streit vertrieben hatte. Rhadamanthys floh zu den südlichen Ägäischen Inseln und wurde von deren Bevölkerung aus Hochachtung vor seiner Gesetzgebung zum König ernannt.

Nach seinem Tod richtete Rhadamanthys in der Unterwelt, gemeinsam mit Minos und Aiakos, über die Schatten der Verstorbenen, je nach deren Taten zu Lebzeiten. Andererseits nennt Homer ihn in der Odyssee den Herrscher über das Elysion, der richtete, wenn die Schatten der Verstorbenen selbst in Streit gerieten. Nach Vergil wiederum bestraft Rhadamanthys die Untaten im Tartaros.

Rhadamanthys ehelichte Alkmene. Dies geschah entweder in Böotien nach dem Tod ihres ersten Mannes Amphitryon oder nach anderen Darstellungen in Elysion nach Rhadamanthys’ Tod. Nach ihren Söhnen wurden die Städte Erythros und Gortyn in Kreta benannt.

Nach Rhadamanthys wurde der Asteroid (38083) Rhadamanthus benannt.