Rhein-Freileitungskreuzung Reisholz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Gesamtansicht aus nordöstlicher Richtung 2010

Die Rhein-Freileitungskreuzung Reisholz war eine Freileitungskreuzung über den Rhein zwischen Düsseldorf-Holthausen und dem Zonser Grind in Dormagen. Sie überquerte den Rhein mit einer Spannweite von 375 Metern südlich des Umspannwerks Holthausen. Die 1953 neu errichteten Masten der Kreuzung wurden Ende 2016 von der Westnetz demontiert.[1][2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kraftwerk Reisholz um 1930, zwischen den beiden Schornsteinen der rechtsrheinische Mast der Rheinkreuzung

Im Jahr 1917 initiierte die RWE den Bau einer 110-kV-Leitung zwischen der 1917 in Goldenbergwerk umbenannten Vorgebirgszentrale bei Hürth und dem Düsseldorfer Kraftwerk Reisholz. Diese war die erste 110-kV-Leitung des Energieversorgers und hatte die Bezeichnung Bl. 0012[3]. Außerdem stellte die RWE mit dieser die Verbindung zwischen den Netzen im Rheinland und den Netzen im Ruhrgebiet und im Bergischen Land her. Dieser historische Schritt bedeutete den Einstieg in die überregionale Verbundwirtschaft.[4][5] Anders als die auf der Trasse verwendeten schmal gebauten Tonnenmasten wurden für die Rheinkreuzung 88 Meter hohe Masten mit vier Traversen verwendet. Dabei wurden die sechs Leiterseile über die unteren drei Traversen geführt, während die oberste als Erdseiltraverse verwendet wurde.

Der Abschnitt der 110-kV-Leitung zwischen Holthausen und dem Umspannwerk St. Peter war noch bis Anfang der 2000er Jahre in Betrieb. Danach trug die Rheinkreuzung nur noch zwei Stromkreise für 30 kV auf den unteren beiden Traversen. Zuletzt wurde das Wasserwerk Auf dem Grind über die Leitung mit Strom versorgt[2] (nur noch als Stichleitung Holthausen–Grind fungierend).

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Tragmast am rechten Rheinufer wies insofern eine Besonderheit auf, als er über dem Anschlussgleis des Umspannwerks Holthausen stand. Er war damit sehr wahrscheinlich der einzige Hochspannungsmast in Deutschland, unter dessen Beinen eine Bahnlinie hindurchführte.[6]

Wenige hundert Meter stromabwärts befindet sich eine 220-kV-Freileitungskreuzung jüngeren Baujahres, die das Umspannwerk Holthausen mit dem in St. Peter verbindet.

Koordinaten der Maste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Westnetz demontiert Leitung zwischen der Umspannanlage Reisholz und Stürzelberg, Westnetz, 13. Oktober 2016
  2. a b 100 Meter hohe Strommasten werden im Grind demontiert, RP Online, 19. Oktober 2016
  3. Verzeichnis der RWE-Bauleitnummern: [1]
  4. rwe.com: Chronik 1898–1920
  5. VDE Chronik der Elektrotechnik: Jahr 1917. Abgerufen am 20. Juni 2015.
  6. Skyscraperpage: A historical important powerline crossing with a UNIQUE Feature. Abgerufen am 20. Juni 2015.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rhein-Freileitungskreuzung Reisholz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien