Rhein-Pfalz-Kreis

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Rhein-Pfalz-Kreises Deutschlandkarte, Position des Rhein-Pfalz-Kreises hervorgehobenKoordinaten: 49° 25′ N, 8° 22′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Verwaltungssitz: Ludwigshafen am Rhein
Fläche: 304,92 km²
Einwohner: 151.546 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 497 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: RP
Kreisschlüssel: 07 3 38
Kreisgliederung: 25 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Europaplatz 5
67063 Ludwigshafen am Rhein
Webpräsenz: www.rhein-pfalz-kreis.de
Landrat: Clemens Körner (CDU)
Lage des Rhein-Pfalz-Kreises in Rheinland-Pfalz
Niederlande Belgien Frankreich Luxemburg Baden-Württemberg Hessen Nordrhein-Westfalen Saarland Frankenthal (Pfalz) Kaiserslautern Koblenz Landau in der Pfalz Landau in der Pfalz Ludwigshafen am Rhein Mainz Pirmasens Speyer Trier Worms Zweibrücken Landkreis Ahrweiler Landkreis Altenkirchen (Westerwald) Landkreis Alzey-Worms Landkreis Bad Dürkheim Landkreis Bad Kreuznach Landkreis Bernkastel-Wittlich Landkreis Birkenfeld Landkreis Cochem-Zell Donnersbergkreis Eifelkreis Bitburg-Prüm Landkreis Germersheim Landkreis Kaiserslautern Landkreis Kusel Landkreis Mainz-Bingen Landkreis Mayen-Koblenz Neustadt an der Weinstraße Landkreis Neuwied Rhein-Hunsrück-Kreis Rhein-Lahn-Kreis Rhein-Pfalz-Kreis Landkreis Südliche Weinstraße Landkreis Südwestpfalz Landkreis Trier-Saarburg Landkreis Vulkaneifel WesterwaldkreisKarte
Über dieses Bild

Der Rhein-Pfalz-Kreis (bis zum 31. Dezember 2003 Landkreis Ludwigshafen) ist eine Gebietskörperschaft im Südosten von Rheinland-Pfalz in der Metropolregion Rhein-Neckar. Sitz der Kreisverwaltung ist die kreisfreie Stadt Ludwigshafen am Rhein, die nicht Teil des Landkreises ist. Bevölkerungsreichste Kommune ist die verbandsfreie Stadt Schifferstadt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rhein-Pfalz-Kreis liegt im Rheingraben (Oberrheinische Tiefebene).

Nachbarkreise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch seine Lage innerhalb der Metropolregion Rhein-Neckar mit vielen benachbarten kreisfreien Städten und der angrenzenden Lage am Rhein, ist der Rhein-Pfalz-Kreis von vielen Gebietskörperschaften umgeben, die zudem drei Bundesländern angehören.

Innerhalb des Bundeslandes Rheinland-Pfalz grenzt der Landkreis an folgende Gebietskörperschaften (im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden): Kreisfreie Stadt Worms, Kreisfreie Stadt Frankenthal (Pfalz), Kreisfreie Stadt Ludwigshafen am Rhein, Kreisfreie Stadt Speyer, Landkreis Germersheim, Landkreis Südliche Weinstraße, Kreisfreie Stadt Neustadt an der Weinstraße, Landkreis Bad Dürkheim.

Im Osten bildet der Rhein die Landesgrenze zu den Bundesländern Hessen und Baden-Württemberg, mit Ausnahme der linksrheinischen Kollerinsel, die zu Baden-Württemberg gehört. Beginnend im Norden grenzt der Landkreis an den Kreis Bergstraße (in Hessen), den Stadtkreis Mannheim, den Rhein-Neckar-Kreis und den Landkreis Karlsruhe (alle in Baden-Württemberg).

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es herrscht ein sehr mildes Klima. Der durchschnittliche Jahresniederschlag beträgt weniger als 500 mm. Im Sommer ist es oft heiß und schwül, dazu gibt es häufig starke Gewitter. Im Winter ist die Region schneearm.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1886 wurde das Bezirksamt Ludwigshafen gegründet. Dieser Gründungsakt war eine der letzten Amtshandlungen des bayerischen Königs Ludwig II. Da die Bevölkerung rund um Speyer stark angewachsen war, war eine Teilung des bisherigen Bezirksamtes Speyer notwendig geworden. 1920 wurde die Stadt Ludwigshafen am Rhein aus dem Bezirksamt ausgegliedert und erhielt den Status einer kreisunmittelbaren Stadt,[2] ab 1935 Stadtkreis genannt. Aus dem Bezirksamt Ludwigshafen am Rhein ging 1939 der gleichnamige Landkreis hervor,[3] welcher am 7. Juni 1969 mit dem aufgelösten Landkreis Speyer, dem östlichen Teil des ebenfalls aufgelösten Landkreises Frankenthal (Pfalz) sowie dem Ort Rödersheim aus dem Landkreis Neustadt an der Weinstraße den neuen Landkreis Ludwigshafen bildete,[4] wobei man Rödersheim mit Alsheim-Gronau zur Ortsgemeinde Rödersheim-Gronau vereinigte. Ruchheim wurde am 16. März 1974 in die kreisfreie Stadt Ludwigshafen am Rhein eingegliedert.

Am 19. Mai 2003 beschloss der Kreistag bei fünf Gegenstimmen, den Landkreis in „Rhein-Pfalz-Kreis“ umzubenennen. Laut einer Umfrage der Tageszeitung „Die Rheinpfalz“ waren 70 Prozent der Bürger gegen eine Änderung. Der von Landrat Werner Schröter vorangetriebene Namenswechsel sollte eine bessere Vermarktung für landwirtschaftliche Produkte, intensivere Werbung für gastronomische Angebote und eine stärkere Identifikation der Kreisbewohner bewirken.[5] Am 27. August 2003 wurde die Namensänderung vom Mainzer Innenministerium genehmigt. Die entsprechende Urkunde nahm Landrat Schröter am 28. Oktober 2003 in Mutterstadt aus den Händen von Innenminister Walter Zuber entgegen. Die Änderung wurde am 1. Januar 2004 wirksam.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wahl des Rhein-Pfälzer Kreistags 2014
in Prozent
 %
40
30
20
10
0
38,9 %
29,3 %
11,8 %
8,0 %
7,8 %
4,2 %
n. k.
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-0,2 %p
-0,4 %p
+3,3 %p
-0,5 %p
+7,8 %p
-5,6 %p
-3,5 %p
-0,9 %p
Sitzverteilung im
Rhein-Pfälzer Kreistag 2014
      
Von 50 Sitzen entfallen auf:

Kreistag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kreistag wurde zuletzt am 25. Mai 2014 gewählt:

Parteien und
Wählergemeinschaften
 %
2014
Sitze
2014
 %
2009
Sitze
2009
 %
2004
Sitze
2004
 %
1999
Sitze
1999
CDU 38,9 19 39,1 18 42,5 20 45,1 21
SPD 29,4 15 29,7 14 26,9 12 35,2 16
Grüne 11,8 6 8,5 4 8,1 4 5,3 2
FWG 7,9 4 8,5 4 11,7 5 6,4 3
AfD 7,8 4
FDP 4,2 2 9,8 4 6,0 3 4,5 2
REP 3,5 2 4,9 2 3,5 2
Linke 0,9 0
gesamt 100,0 50 100,0 46 100,0 46 100,0 46
Wahlbeteiligung in % 57,0 56,7 61,0 65,6

Landräte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen und Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rhein-Pfalz-Kreis führt ein Wappen sowie eine Hiss- und Bannerflagge.

Wappen des Rhein-Pfalz-Kreises
Wappenbeschreibung:

„Im schräglinks durch einen silbernen Wellenbalken geteilten Schild nach oben rechts in Schwarz ein goldener, rotbewehrter, nach links schreitender Löwe, links unten in Blau ein silbernes schwebendes Kreuz, aufgelegt ein rotes Herzschild mit zwei goldenen Seerosenblättern, an sich zweimal kreuzenden Stengeln.“

Wappenbegründung:

Der Pfälzer Löwe steht für die kurpfälzischen Gebiete des Kreises und das Kreuz steht für die Gebiete des ehemaligen Hochstifts Speyer. Die Seerosenblätter symbolisieren die Auenlandschaft südlich von Ludwigshafen, der Wellenbalken den Rhein. Das Wappen wurde am 18. Januar 1971 genehmigt und am 28. Oktober 1977 farblich verändert.

Kreispartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1964 mit Schnals und Naturns in Südtirol, Italien. Der Kreis Speyer brachte die Partnerschaften mit Schlanders und Martell, ebenfalls in Südtirol, mit ein.
1983 mit Kinyami, Ruanda
Nach der Wiedervereinigung entstand mit dem Saalkreis in Sachsen-Anhalt eine Partnerschaft
1991 mit Radviliškis in Litauen
2002 mit dem Kreis Opole in Polen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kaufkraft der Kreisbevölkerung liegt um 16 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Nur vier Prozent der Bruttowertschöpfung machen noch die Landwirtschaft aus. Wegen der überdurchschnittlich guten Anbaubedingungen hat das Kreisgebiet überregionale Bedeutung als „Gemüsegarten Deutschlands“.[8]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Netzplan der S-Bahn RheinNeckar

Durch das Kreisgebiet führen die Bundesautobahnen 6 (Saarbrücken–Mannheim), 61 (Speyer–Koblenz), 65 (Karlsruhe–Ludwigshafen) und 650 (Bad Dürkheim–Ludwigshafen). Ferner durchziehen mehrere Bundesstraßen und Kreisstraßen das Kreisgebiet, darunter die B 9 (Wörth am Rhein–Kleve), sowie als Schifffahrtsweg der Rhein.

Das Gebiet des Kreises ist auch relativ gut durch Schienenstrecken erschlossen. Im Kreisgebiet liegen sechs Stationen der S-Bahn RheinNeckar.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kreis beherbergt die größte Kreisvolkshochschule von Rheinland-Pfalz. Außerdem gibt es eine Kreismusikschule, zwei Gymnasien, eine Integrierte Gesamtschule und drei Realschulen.

Kultur und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sakralbauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den Breitensport stehen vier Hallenbäder, Badeseen und weitere Sportstätten bis zum Golfpark Kurpfalz (bei Limburgerhof) zur Verfügung.

Zu den herausragenden Sportvereinen gehören die Ringer vom VfK Schifferstadt und die Gewichtheber vom AC Mutterstadt.

Camping[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Rheinauen befindet sich das mit 123 Hektar Fläche umfangreichste Campinggebiet Deutschlands. Nahezu 5000 Stellplätze für Wohnwägen sind dauerhaft vermietet.

Städte und Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frankenthal (Pfalz) Kreis Bergstraße Landkreis Alzey-Worms Landkreis Bad Dürkheim Landkreis Germersheim Landkreis Karlsruhe Neustadt an der Weinstraße Landkreis Südliche Weinstraße Ludwigshafen am Rhein Mannheim Rhein-Neckar-Kreis Speyer Worms Altrip Beindersheim Birkenheide Bobenheim-Roxheim Böhl-Iggelheim Dannstadt-Schauernheim Dudenhofen Fußgönheim Großniedesheim Hanhofen Harthausen Heßheim Heuchelheim bei Frankenthal Hochdorf-Assenheim Kleinniedesheim Lambsheim Limburgerhof Maxdorf Mutterstadt Neuhofen (Pfalz) Otterstadt Rödersheim-Gronau Römerberg (Pfalz) Schifferstadt Waldsee (Pfalz)Karte Rhein-Pfalz-Kreis.png
Über dieses Bild

(Einwohner am 31. Dezember 2015)[1]

Verbandsfreie Gemeinden/Städte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bobenheim-Roxheim 10.075 Einwohner 20,5 km²
Böhl-Iggelheim 10.223 Einwohner 32,8 km²
Limburgerhof 11.452 Einwohner 09,0 km²
Mutterstadt 12.636 Einwohner 20,5 km²
Schifferstadt, Stadt 19.701 Einwohner 28,0 km²

Verbandsgemeinden mit ihren verbandsangehörigen Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Die Sitze der Verbandsgemeinden sind mit * markiert)

Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim 13.193 Einwohner 33,2 km²
Dannstadt-Schauernheim * 7093 Einwohner 15,3 km²
Hochdorf-Assenheim 3194 Einwohner 9,7 km²
Rödersheim-Gronau 2906 Einwohner 8,2 km²
Verbandsgemeinde Lambsheim-
Heßheim
16.422 Einwohner 37,7 km²
Beindersheim 3224 Einwohner 5,7 km²
Großniedesheim 1229 Einwohner 3,8 km²
Heßheim 2988 Einwohner 5,8 km²
Heuchelheim bei Frankenthal 1235 Einwohner 5,8 km²
Kleinniedesheim 0924 Einwohner 3,9 km²
Lambsheim * 6822 Einwohner 12,8 km²
Verbandsgemeinde Maxdorf 12.743 Einwohner 16,9 km²
Birkenheide 3132 Einwohner 2,9 km²
Fußgönheim 2591 Einwohner 6,7 km²
Maxdorf * 7020 Einwohner 7,4 km²
Verbandsgemeinde Rheinauen 23.982 Einwohner 51,3 km²
Altrip 7638 Einwohner 10,5 km²
Neuhofen 7172 Einwohner 12,3 km²
Otterstadt 3372 Einwohner 15,6 km²
Waldsee * 5800 Einwohner 12,9 km²
Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen 21.119 Einwohner 55 km²
Dudenhofen * 5905 Einwohner 13 km²
Hanhofen 2561 Einwohner 5,8 km²
Harthausen 3042 Einwohner 8,4 km²
Römerberg 9611 Einwohner 27,9 km²

Listen zu dem Begriff „Gebietsveränderungen“ siehe Gebietsreformen in Rheinland-Pfalz

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis Ludwigshafen am Rhein bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen LU zugewiesen. Es wird in der kreisfreien Stadt Ludwigshafen am Rhein durchgängig bis heute ausgegeben. RP ist das seit dem 27. Juli 2005 für diesen Landkreis gültige Unterscheidungszeichen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heimatkalender des Landkreises Ludwigshafen am Rhein. Hrsg. von der Kreisverwaltung. Schiffer, Rheinberg (Rhld.) Jg. 1960 (1959).
  • Hans-Einhart Springmann (Red.): Kreis Ludwigshafen 1970/71. Hrsg.: Kreis Ludwigshafen. Geier, Schifferstadt 1971.
  • Heimat-Jahrbuch. Rhein-Pfalz-Kreis. (anfangs: Landkreis Ludwigshafen). Hrsg.: Kreisverwaltung. Bd. 1. 1985–. ISSN 0939-0103. (Index in Bd. 21. 2005, S. 81–157.)
  • Gerhard Sellinger: Daheim im Rhein-Pfalz-Kreis. Sellinger, Schifferstadt 2010 (enthält Biographien bekannter Kreisbürger).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rhein-Pfalz-Kreis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. territorial.de
  3. territorial.de
  4. Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, Seite 165 (PDF)
  5. Jörg Schmihing: Jahrestag ohne Jubel und Chronik. In: Die Rheinpfalz / Ludwigshafener Rundschau Nr. 18 vom 22. Januar 2009, S. 18. ZDB-ID 209783-7
  6. Rainer Rund: Dr. Kurt Becker-Marx (1921–2004). Der dritte Nachkriegs-Landrat im ehemaligen Landkreis Ludwigshafen. In: Heimat-Jahrbuch. Rhein-Pfalz-Kreis. Bd. 27 (2010), S. 126–141.
  7. Dr. Ernst Bartolomé. In: Gerhard Sellinger: Daheim im Rhein-Pfalz-Kreis. Sellinger, Schifferstadt 2010, S. 19.
  8. rhein-pfalz-kreis.de