Rhein-Wupper-Kreis

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Kreises Rhein-Wupper-Kreis
Rhein-Wupper-Kreis
Deutschlandkarte, Position des Kreises Rhein-Wupper-Kreis hervorgehoben
51.058017.00653Koordinaten: 51° 3′ N, 7° 0′ O
Basisdaten (Stand 1974)
Bestandszeitraum: 1929–1974
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Düsseldorf
Landschaftsverband: Rheinland
Verwaltungssitz: Opladen
Einwohner: 260.100 (31. Dez. 1973)
Kfz-Kennzeichen: OP
Kreisschlüssel: 05 1 39
Kreisgliederung: Gemeinden
Ehemaliges Landratsamt in Opladen, jetzt Stadtarchiv Leverkusen

Der Rhein-Wupper-Kreis war von 1929 bis 1974 ein Landkreis im Regierungsbezirk Düsseldorf. Mit jenem gehörte er zunächst zur preußischen Rheinprovinz und seit 1946 zu Nordrhein-Westfalen. Bis 1931 lautete seine Bezeichnung Kreis Solingen-Lennep. Kreisstadt war Opladen. Im Rahmen der Gebietsreform 1975 wurde der Kreis durch das Köln-Gesetz aufgelöst.

Geographie[Bearbeiten]

Nachbarkreise[Bearbeiten]

Der Rhein-Wupper-Kreis grenzte 1974 im Uhrzeigersinn im Nordwesten beginnend an den Kreis Düsseldorf-Mettmann, an die kreisfreien Städte Solingen, Remscheid und Wuppertal, an den Oberbergischen und den Rheinisch-Bergischen Kreis, an die kreisfreien Städte Leverkusen und Köln sowie an den Kreis Grevenbroich.

Geschichte[Bearbeiten]

Gründung[Bearbeiten]

Der Kreis entstand durch Zusammenschluss der Kreise Solingen und Lennep, der aufgrund des Gesetzes über die kommunale Neugliederung des rheinisch-westfälischen Industriegebietes am 1. August 1929 durchgeführt wurde.

Aufgrund dieses Gesetzes wurden die Stadt Lennep und weitere Gemeinden aus dem Kreis Lennep ausgegliedert und in die kreisfreie Stadt Remscheid eingemeindet, die schon 1888 den Kreis verlassen hatte. Auch die 1896 aus dem Landkreis Solingen ausgeschiedene kreisfreie Stadt Solingen, trotz der fehlenden Kreisangehörigkeit weiterhin Kreissitz des Landkreises, wurde auf dessen Kosten vergrößert.

Die verbliebenen Städte und Gemeinden der beiden Kreise wurden zum Kreis Solingen-Lennep vereint. Am 3. August 1931 erfolgte die Umbenennung in Rhein-Wupper-Kreis, was dem Umstand Rechnung trug, dass die bislang namensgebenden Städte Solingen und Lennep dem Kreis nicht angehörten. Der neue Name nahm Bezug auf die Lage des Kreisgebietes an den Flüssen Rhein und Wupper. Den neuen Kreis bildeten anfänglich die 20 Städte und Gemeinden Baumberg, Bergisch Neukirchen, Burg an der Wupper, Burscheid, Dabringhausen, Dhünn, Hitdorf, Hückeswagen, Monheim, Leichlingen, Lützenkirchen, Opladen, Radevormwald, Rheindorf, Richrath-Reusrath, Steinbüchel, Schlebusch, Wermelskirchen, Wiesdorf und Witzhelden. Im Kreis bestanden zunächst drei Ämter, das Amt Dabringhausen mit den Gemeinden Dabringhausen und Dhünn, das Amt Monheim mit den Gemeinden Monheim und Baumberg sowie das Amt Schlebusch mit den Gemeinden Lützenkirchen, Schlebusch und Steinbüchel.

Änderungen der Verwaltungsstruktur[Bearbeiten]

  • Rheindorf, Schlebusch, Steinbüchel und Wiesdorf bildeten 1930 die neue Stadt Leverkusen.[1] Gleichzeitig wurde Lützenkirchen nach Opladen eingemeindet.
  • Die Gemeinde Richrath-Reusrath wurde 1936 in Langenfeld (Rhld.) umbenannt.[2]
  • Das Amt Dabringhausen wurde 1938 aufgelöst. Gleichzeitig wurde das Amt Wermelskirchen gebildet, bestehend aus der Stadt Wermelskirchen sowie den Gemeinden Dabringhausen und Dhünn.[3]
  • Die Stadt Hitdorf wurde 1939 in das Amt Monheim eingegliedert.[4]
  • Die Gemeinde Langenfeld (Rhld.) erhielt 1948 die Stadtrechte.[5]
  • Baumberg wurde 1951 nach Monheim eingemeindet.[6]
  • Leverkusen schied am 1. Januar 1955 als neuer Stadtkreis aus dem Rhein-Wupper-Kreis aus.
  • Hitdorf wurde 1960 nach Monheim eingemeindet.[7] Im selben Jahr erhielt die Gemeinde Monheim das Stadtrecht.[8]

Auflösung[Bearbeiten]

Im Zuge der nordrhein-westfälischen Gebietsreform wurde der Rhein-Wupper-Kreis gemäß § 24 Abs. 4 des Köln-Gesetzes mit Wirkung vom 1. Januar 1975 aufgelöst. Gleichzeitig wurden teilweise die Gemeindegrenzen neu gezogen[9]:

  • Burg an der Wupper wurde in die Stadt Solingen eingemeindet.
  • Bergisch Neukirchen und Opladen wurden in die Stadt Leverkusen eingemeindet.
  • Dabringhausen und Dhünn wurden in die Stadt Wermelskirchen eingemeindet. Das Amt Wermelskirchen wurde aufgehoben.
  • Monheim wurde zunächst zwischen Düsseldorf und Leverkusen aufgeteilt, jedoch am 1. Juni 1976 nach massiven Protesten wieder eine eigenständige Stadt im Kreis Mettmann.[10] Hitdorf verblieb allerdings bei Leverkusen.
  • Witzhelden wurde in die Stadt Leichlingen eingemeindet.
  • Die Ortschaft Bergisch Born, die bis dahin auf die Städten Hückeswagen, Wermelskirchen und Remscheid verteilt war, kam vollständig zur kreisfreien Stadt Remscheid.
  • Burscheid, Leichlingen und Wermelskirchen wurden dem Rheinisch-Bergischen Kreis zugeordnet.
  • Hückeswagen und Radevormwald wurden dem Oberbergischen Kreis zugeordnet.
  • Langenfeld wurde dem Kreis Mettmann zugeordnet.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner Quelle
1933 150.635 [2]
1939 161.448 [2]
1950 214.483 [2]
1960 178.800 [2]
1961 184.083 [9]
1969 244.700 [2]
1970 239.310 [9]
1973 260.100 [11]

Politik[Bearbeiten]

Ergebnisse der Kreistagswahlen ab 1946[Bearbeiten]

In der Liste werden nur Parteien und Wählergemeinschaften aufgeführt, die mindestens zwei Prozent der Stimmen bei der jeweiligen Wahl erhalten haben.[12]

Stimmenanteile der Parteien in Prozent

Jahr SPD CDU FDP BHE KPD
1946 25,1 47,5 14,4 11,9
1948
119521 31,0 34,8 16,0 7,6 5,9
1956 38,5 38,6 13,4 7,4
1961 36,0 44,5 12,2 5,6
1964 44,1 42,4 11,2 1,5
1969 46,4 44,7 7,9

Fußnote

1 1952 zusätzlich RSF/FSU: 4,6 %

Landräte[Bearbeiten]

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1956 wurde dem damaligen Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen OP zugewiesen. Es wurde bis zum 31. Dezember 1974 ausgegeben.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. leverkusen.com: Stadtgeschichte von Leverkusen
  2. a b c d e f Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatMichael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte. Abgerufen am 2. Mai 2014.
  3. wermelskirchen.de: Stadtgeschichte von Wermelskirchen
  4. stadtgeschichte-leverkusen.de: Stadtgeschichte von Leverkusen
  5. Amtsblatt für den Regierungsbezirk Düsseldorf 1949, S. 40
  6. Amtsblatt für den Regierungsbezirk Düsseldorf 1951, S. 59
  7. Amtsblatt für den Regierungsbezirk Düsseldorf 1960, S. 340
  8. Amtsblatt für den Regierungsbezirk Düsseldorf 1960, S. 444
  9. a b c  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 298f.
  10.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 294.
  11. Statistisches Jahrbuch 1975, S. 53
  12. Quelle: Jeweiliges Heft des Statistischen Landesamtes (LDS NRW), Mauerstr. 51, Düsseldorf, mit den Wahlergebnissen auf der Kreisebene. Die Zahlen von 1948 liegen nicht vor.