Rheinau ZH

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ZH ist das Kürzel für den Kanton Zürich in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Rheinauf zu vermeiden.
Rheinau
Wappen von Rheinau
Staat: Schweiz
Kanton: Zürich ZH
Bezirk: Andelfingenw
BFS-Nr.: 0038i1f3f4
Postleitzahl: 8462
Koordinaten: 687566 / 277706Koordinaten: 47° 38′ 39″ N, 8° 36′ 14″ O; CH1903: 687566 / 277706
Höhe: 400 m ü. M.
Fläche: 8.96 km²
Einwohner: 1316 (31. Dezember 2015)[1]
Einwohnerdichte: 147 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne Bürgerrecht)
20,2 % (31. Dezember 2015)[2]
Website: www.rheinau.ch
Rheinau gesehen von Westen

Rheinau gesehen von Westen

Karte
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Über dieses Bild
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Rheinau ist eine politische Gemeinde im Bezirk Andelfingen des Kantons Zürich in der Schweiz.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung:

In Blau ein gestreckter linkssteigender silberner Salm

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Rheinau bildet der Rhein eine Doppelschleife. Die Ortschaft liegt in der westlichen Schleife gegenüber der Rheininsel mit dem ehemaligen Kloster Rheinau. Der Rhein wird für das Kraftwerk Rheinau gestaut. Die Ortschaft grenzt in drei Himmelsrichtungen an die Bundesrepublik Deutschland. Von der Gemeindefläche dienen 26,7 % der Landwirtschaft, 54,8 % ist mit Wald bedeckt, 4,2 % ist Verkehrsfläche und 7,1 % Siedlungsgebiet, 7,0 % sind Gewässer.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bevölkerungsdichte: 150,7 Einw./km2
  • Anzahl Haushalte: 591 (Stand: 2000)
  • Konfessionszugehörigkeit: 38 % evangelisch-reformiert, 32,2 % römisch-katholisch, 29,8 % andere oder keine konfessionelle Zugehörigkeit (Stand: 2012)[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die SVP hat 29,10 %, die SP 20,60 %, die Grünen 10,34 %, die CVP 10,26 %, die glp 7,82 %, die FDP 6,99 %, die BDP 5,59 % und die EVP 2,22 % der Wählerstimmen (Nationalratswahl 2011).[4]

Gemeindepräsident ist Andreas Jenni (Stand 2014).

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1870 Johann Wipf (Pater Pirmin), (1802–1874)
  • 1923 Friedrich Ris, (1867–1931)
  • 1943 Rupert Nieberl, (1872–1949)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte von Rheinau beginnt in der Bronzezeit (vgl. Altenburg-Rheinau). Später, der Legende nach 778, wurde das Kloster Rheinau gegründet. Im Jahr 1126 befestigte Graf Rudolf von Lenzburg die beim Kloster entstandene Siedlung Rheinau. Gegen den stärker werdenden Anspruch der Grafen von Sulz wurde 1455 mit der Eidgenossenschaft ein Schutzvertrag abgeschlossen, der das Kloster zunächst vor weiteren Übergriffen der benachbarten klettgauischen Adelsfamilien bewahrte. Von Zürich her griff 1529 die Reformation auch auf Rheinau über. 1532 wurde das Kloster wiederhergestellt und entwickelte sich zu einem Zentrum der Gegenreformation.

Während der Wirren nach dem französischen Einmarsch in die Schweiz im Jahr 1798 wurde das Kloster vorübergehend aufgelöst, 1803 im Rahmen der Mediation aber wiederhergestellt. Das Gebiet des Klosters mit dem Städtchen Rheinau wurde dem wiederhergestellten Kanton Zürich zugeordnet. In den Abteigebäuden auf der Insel wurde nach der Aufhebung des Klosters 1862 bis 2000 eine psychiatrische Klinik untergebracht.[5] Seit Anfang 2000 stehen 5000 m² ehemalige Klosterräume leer und sollen einer neuen Nutzung zugeführt werden. Der Verein Pro Insel Rheinau koordiniert die kommunalen Interessen und begleitet die Neunutzung der kantonalen Räumlichkeiten auf der Klosterinsel.

Forensische Klinik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im August 2007 wurde nach zwei Jahren Bauzeit in Rheinau die forensische Klinik PUKZH fertiggestellt. Der Klinik angegliedert ist auch ein Gefängnis. Es werden psychisch kranke Straftäter aus der gesamten Deutschschweiz aufgenommen.[6] Im Juli 2015 gelang einem Patienten die Flucht durch den Rhein.[7]

Möglicher Endlager-Standort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon seit den 1990er Jahren gilt das Zürcher Weinland aufgrund seiner Opalinuston-Gesteinsschichten im geologischen Untergrund als möglicher Standort für ein Endlager von radioaktiven Abfällen. Im Januar 2015 hat die Nagra ihre ergebnisoffene Suche mit drei Standorten für hoch radioaktive Abfälle (HAA) und sechs Standorten für schwach- und mittel radioaktive Abfälle (SMA) auf zwei Standorte eingeschränkt: Die Region Bözberg im Aargau und das Zürcher Weinland. Beide Standorte eignen sich demnach auch für ein kombiniertes Lager HAA und SMA und werden von der Nagra als die geologisch-technisch geeignetsten Standorte eingestuft. Welcher Standort (allenfalls wären es auch beide, einer für HAA und einer für SMA) schliesslich ausgewählt wird, entscheiden im weiteren Verlauf des Verfahrens Nagra und ENSI, sowie auf politischer Ebene das Bundesparlament und allenfalls eine Volksabstimmung.

Die Oberflächen-Anlagen für das Lager befänden sich auf dem Gebiet der Gemeinden Rheinau ZH und Marthalen.[8]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Band I: Die Bezirke Affoltern und Andelfingen. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 7). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1938, DNB 365803030.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rheinau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Daten zur Wohnbevölkerung nach Heimat, Geschlecht und Alter (Gemeindeporträt). Statistisches Amt des Kantons Zürich, abgerufen am 13. April 2016.
  2. Daten zur Wohnbevölkerung nach Heimat, Geschlecht und Alter (Gemeindeporträt). Statistisches Amt des Kantons Zürich, abgerufen am 13. April 2016.
  3. Statistisches Amt des Kantons Zürich – Datenbank (Gemeindeporträts), abgerufen am 12. April 2011.
  4. Nationalratswahlen 2011: Hochrechnung, Resultate, Stimmbeteiligung. Statistisches Amt des Kantons Zürich, abgerufen am 29. September 2014.
  5. Vergleiche dazu Birgit Schoop-Russbült: Psychiatrischer Alltag in der Autobiographie von Karl Gehry (1881–1962). Medizinische Dissertation, Zürich 1989 (= Zürcher medizingeschichtlicher Abhandlungen, 204)
  6. Webseite der PUKZH
  7. Psychiatriepatient seit einer Woche flüchtig. auf der Webseite Hierzuland.
  8. Standortgebiete für geologische Tiefenlager, sicherheitstechnischer Vergleich: Vorschläge für Etappe 3 (PDF, 7,5 MB) der Nagra vom Januar 2015, abgerufen am 11. Februar 2015.