Rheineck SG

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
SG ist das Kürzel für den Kanton St. Gallen in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Rheineckf zu vermeiden.
Rheineck
Wappen von Rheineck
Staat: Schweiz
Kanton: Kanton St. Gallen (SG)
Wahlkreis: Rheintalw
BFS-Nr.: 3235i1f3f4
Postleitzahl: 9424
UN/LOCODE: CH RNK
Koordinaten: 762175 / 259526Koordinaten: 47° 27′ 59″ N, 9° 35′ 24″ O; CH1903: 762175 / 259526
Höhe: 400 m ü. M.
Fläche: 2,18 km²
Einwohner: 3452 (31. Dezember 2016)[1]
Einwohnerdichte: 1583 Einw. pro km²
Stadtpräsident: Hans Pfäffli
Website: www.rheineck.ch
Karte
Bodensee Wichenstein Sämtisersee Seealpsee (Appenzeller Alpen) Fälensee Rütiweier Wenigerweier Schlossweier Liechtenstein Österreich Kanton Appenzell Ausserrhoden Kanton Appenzell Innerrhoden Kanton Appenzell Innerrhoden Kanton Appenzell Innerrhoden Kanton Thurgau Kanton Thurgau Wahlkreis St. Gallen Wahlkreis Rorschach Wahlkreis Werdenberg Wahlkreis Sarganserland Altstätten Altstätten Au SG Balgach Berneck SG Diepoldsau Eichberg SG Marbach SG Oberriet Rebstein Rheineck SG Rüthi St. Margrethen WidnauKarte von Rheineck
Über dieses Bild
ww

Rheineck ist eine politische Gemeinde in der Kulturlandschaft St. Galler Rheintal im Kanton St. Gallen in der Ostschweiz. Rheineck gehört politisch zum Wahlkreis Rheintal.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rheineck liegt zwischen dem Ende des Rheintals und dem Rheindelta, kurz bevor der Alte Rhein in den Bodensee mündet. Es liegt zwischen Rorschach und St. Margrethen, direkt an der schweizerisch-österreichischen Grenze im Dreiländereck D-A-CH, und ist der Ausgangspunkt der Bergbahn Rheineck–Walzenhausen. Der Alte Rhein bildet die Grenze zwischen Österreich und der Schweiz.

Nachbargemeinden sind Thal und St. Margrethen im Kanton St. Gallen, Lutzenberg im Kanton Appenzell Ausserrhoden sowie Gaißau in Vorarlberg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rheineck wurde urkundlich erstmals im Jahre 1163 als castellum Rinegge erwähnt und erhielt im Jahre 1219 das Stadtrecht. Rheineck war in dieser Zeit, noch bevor der Gotthard aufging, wichtiger Umschlag-, Lager- und Handelsplatz an der Nord-/Südachse.

Im Laufe der Zeit verlor Rheineck insbesondere auf Grund der Rheinregulierung ab dem späten 19. Jahrhundert in wirtschaftlicher Hinsicht an Bedeutung und ist heute ein am alten Rhein gelegenes historisches Städtchen bzw. eine Landstadt im Sinne der amtlichen Statistik. Zahlreiche Bauten sind Zeugen aus vergangener Zeit (siehe Sehenswürdigkeiten).

Im Jahr 1896 wurde die Bergbahn Rheineck–Walzenhausen in Betrieb genommen. Die Bergbahn führt vom Bahnhof Rheineck nach Walzenhausen. Seit 1958 ist die Strecke elektrifiziert.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptstrasse in Rheineck
Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1850 1177
1900 2094
1950 2600
1980 3037
2000 3231
2010 3325

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus
Fachwerkhäuser an der Hauptstrasse
Oberstufen-Schulhaus
  • Altstadt, mit Fachwerkhäusern, frühneuzeitlichen Bauten und Jugendstilhäusern
  • «Alte Landschreiberei»: viergeschossiger Massiv- und Fachwerkbau, datiert aus 1639, möglicherweise älter, da auf dem Gelände des alten Schlosses Rinegge errichtet (ebenso das Schlössli, siehe unten)
  • Altes Amtshaus: ehemaliger Sitz der Landvögte, stilistische Symbiose zwischen Gotik und Frühbarock, erbaut um 1580
  • Altes Primalschulhaus: spätklassizistisches Anwesen in Privatbesitz, erbaut 1881 von Gustav Adolf Müller
  • Burgplateau: über der Altstadt gelegene Ebene mit Aussicht auf Bodensee, die Allgäuer Alpen und den Bregenzerwald
  • Burgstock: Burgruine (Wachturm) aus dem 12. Jahrhundert
  • «Custerhof»: Barockbau mit Mansartdach und aufwändigen Rokoko-Strukturen im Inneren, erbaut 1750 bis 1753
  • Evangelische Pfarrkirche St. Jakob: gegründet im Mittelalter, erhaltener Chor aus dem Neubau 1519, 1722 barockisiert, 1980/1981 restauriert
  • «Hinter dem Markt», früher auch «Judengasse» genannt: ältestes erhaltenes Quartier, da vom Brand 1876 weitgehend unversehrt
  • Katholische St. Theresienkirche: erbaut 1932/1933 nach Plänen von Otto Linder, eine der ersten modernen Kirchenbauten der Schweiz
  • «Löwenhof»: Palais mit vorgelagerter französischer Gartenanlage mit Orangerie, Springbrunnen und Pavillon, erbaut 1742–1746
  • Oberstufenschulhaus: klassizistisches Gebäude im neubarocken Stil, erbaut 1905/1906 nach Plänen von Adolf Gaudy
  • Rathaus: errichtet 1553 bis 1555, renoviert und umgebaut 1876 und 1929/30, mit Treppengiebel und hölzernem Vierecktürmchen, im Inneren u. a. Malereien von Heinrich Herzig
  • Rhytor (Rheintor): letztes erhaltenes Stadttor aus dem 15. Jahrhundert mit in Fachwerkkonstruktion ausgeführtem Aufbau und Gemälde von Heinrich Herzig
  • «Schlössli»: am Ort des alten um 1445 zerstörten Schlosses Rinegge errichtete, aus 5 Teilen bestehende Gebäudegruppe aus dem 17. Jahrhundert
  • Weiergasse: Strassenzug entlang der ehemaligen Stadtmauer mit teilweise erhaltenen Resten der Befestigung

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rheineck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 29. August 2017, abgerufen am 20. September 2017.
  2. Wolfgang Göldi: Johann Heinrich Custer. In: Historisches Lexikon der Schweiz
  3. Walter Rüsch auf ticinarte.ch